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Foto: Dick Terwell/ Michael Heneka
Hippokampus im Modellorganismus für Alzheimer-Demenz: Die gelben Punkte stellen Amyloid-Plaques dar.
 
Neurologie 31. März 2010

Neuer Ansatz zur Therapie mit Noradrenalin

Noradrenalin beeinflusst den Verlauf der Alzheimer-Krankheit maßgeblich. Bonner Neurologen berichten, dass der Neurotransmitter Entzündungsreaktionen im Gehirn verringert. So könnte es bald möglich sein, den Krankheitsverlauf zu verzögern.

Der Botenstoff Noradrenalin wird im Gehirn überwiegend im Locus coeruleus produziert, einem kleinen Kerngebiet von Nervenzellen im Hirnstamm. Bereits in der Vor- und Frühphase der Alzheimer-Krankheit ist dieses Kerngebiet nahezu vollkommen zerstört. Forscher haben jetzt herausgefunden, dass der Verlust des Locus coeruleus den Verlauf der Krankheit beschleunigt. Durch die Abnahme des Noradrenalins werden die Mikroglia-Zellen im Alzheimer-geschädigten Gehirn funktionell beeinträchtigt. Die „Aufräumfunktion“ der Mikrogia-Zellen fällt nicht nur aus, sondern die Zellen verstärken in der Abwesenheit von Noradrenalin die Entzündungsreaktion im Gehirn, die sich dann auch gegen die Nervenzellen und deren Verbindungen richtet. Bei Versuchen mit Mäusen haben die Forscher den Locus coeruleus gezielt zerstört und festgestellt, dass die Mikroglia-Zellen den Abbau der schädigenden Proteine einstellen. Die Zugabe eines Medikaments, welches Noradrenalin in betroffenen Hirnregionen substituiert, stellte die Funktion der Mikrogia-Zellen wieder her.

Quelle: Heneka, M. T. et al.: Proceedings of the National Academy of Sciences 2010; doi: 10.1073/pnas.0909586107

Universitätsklinikum Bonn/PH, Ärzte Woche 13 /2010

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