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Foto: flickr
Rauchen und Pille erhöhen bei jungen Frauen das Schlaganfall-Risiko.
 
Neurologie 27. Jänner 2010

Aura des Grauens

Schlaganfälle treten gehäuft nach Migräne mit Wahrnehmungsstörungen auf.

Das Risiko, einen Hirninfarkt zu erleiden, ist bei jungen Frauen, die vor der Migräne von visuellen oder sensorischen Störungen betroffen sind, doppelt so hoch wie bei Frauen ohne dieses Leiden. Zu diesem Ergebnis ist eine Untersuchung von Wissenschaftlern aus Deutschland, Frankreich und den Vereinigten Staaten gekommen.

Das Team um Dr. Markus Schürks von der Harvard Medical School analysierte neun rezente Studien zum Zusammenhang zwischen Migräne und kardiovaskulären Problemen. Eine große Studie aus dem Jahr 2004 ergab, dass Migräne-Patienten ein doppelt so hohes Schlaganfall-Risiko haben. Neuere Studien zeigen, dass dieses Risiko auf Migräne mit Aura beschränkt ist. Die Wissenschaftler fanden keinen Zusammenhang zwischen Migräne und Herzanfällen oder Todesfällen aufgrund von kardiovaskulären Erkrankungen. Das Risiko einer Angina pectoris war jedoch um 30 Prozent erhöht. Schürks betonte, dass Kliniker wahrscheinlich nicht zustimmten, jedoch zeigten Bevölkerungsstudien, dass bis zu 30 Prozent der Menschen, die an Migräne leiden, auch eine Aura haben. Bedenke man auch, dass bis zu 40 Prozent der jungen Frauen betroffen sind, dann sehe man, dass es durchaus Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung gebe.

Die Verfasser der Studie empfehlen, dass Frauen mit einem hohen Risiko aufhören sollten zu rauchen und auf eine andere Form der Verhütung zurückgreifen sollten als auf Präparate, die Östrogen enthalten. Neue Studien mit Tieren hätten nachgewiesen, dass hohe Östrogenwerte zu einer Aurenbildung führen können. Daher könnten es die Hormone sein, die das kardiovaskuläre System beeinflussen. Weitere Studien in diesem Bereich seien jedoch erforderlich, um diesen Bereich genauer zu erforschen.

Quelle: Schürks, M. et al.: British Medical Journal 2009; 339: b3914; doi: 10.1136/bmj.b3914

  • Herr Doctor Nabil Deeb, 28.01.2010 um 17:32:

    „Migräne als kardiovaskulärer Risikofaktor



    Migraine as a cardiovascular risk factor

    Migraine comme facteur a risque cardiovasculaire



    Nabil DEEB
    Arzt – Physician – Doctor
    PMI-Ärzteverein e.V.



    Migräne als kardiovaskulärer Risikofaktor :-


    Bei Frauen konnte die aktive Migräne mit Aura mit einem erhöhten Risiko für ein kardiovaskuläres Ereignis (Myokardinfarkt, ischämischer Hirnschlag, koronarer Revaskularisation, Angina pectoris) assoziiert werden. Die aktive Migräne ohne Aura wurde nicht mit einem erhöhten kardiovaskulären Risiko assoziiert.


    Als neuer kardiovaskulärer Risikofaktor hat sich die Migräne mit Aura herausgestellt. Bei Frauen ist diese Assoziation in mehreren Studien bereits nachgewiesen. Frauen mit Migräne ohne Aura hatten kein erhöhtes kardivaskuläres Risiko. Für Männer lagen vergleichbare Daten bisher noch nicht vor.
    Bei den Frauen müssen wir die Rolle der Progesteron –Pharmokinetik berücksichtigen .

    20 084 Männer im Alter von 40 bis 84 Jahren aus der Physicians Health Study wurden in die prospektive Kohortenstudie eingeschlossen. Männer wurden als Migränepatienten identifiziert, wenn die Migräne innerhalb der ersten 5 Jahre auftrat, danach startete der Follow-up. Informationen zu Aurasymptomen waren keine verfügbar. Alle Männer waren zu Beginn des Follow-ups kardiovaskulär gesund. Für einen Zeitraum von durchschnittlich 15.7 Jahren wurde das Erstauftreten eines schweren kardiovaskulären Ereignisses erfasst. Dazu zählten ein überlebter ischämischer Hirnschlag, ein überlebter Myokardinfarkt oder tödliche ischämische kardiovaskuläre Ereignisse. Weiter wurde das Risiko für die einzelnen Endpunkte, für koronare Revaskularisation und Angina evaluiert.
    Die Migräne mit Aura wird mit einem erhöhten Risiko für Schlaganfall assoziiert. Ob auch ein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre, insbesondere koronare Ereignisse besteht, ist bis anhin unklar.
    Der Zusammenhang zwischen Migräne mit und ohne Aura und dem nachfolgenden Risiko für alle und spezifische kardiovaskuläre Ereignisse evaluiert.

    Die prospektive Kohortenstudie untersuchte 27 840 amerikanische Frauen, die 45 Jahre alt oder älter waren, und an der Women’s Health Study teilnahmen. Bei Studieneinschluss (1992 – 1995) lag keine kardiovaskuläre Erkrankung vor, Informationen über die Migräne stammten von den Teilnehmerinnen und das Lipidprofil war bekannt. Der Follow-up dauerte bis März2004.

    Der primäre kombinierte Endpunkt war ein grosses kardiovaskuläres Ereignis (nicht fataler ischämischer Hirnschlag, nicht fataler Myokardinfarkt, Tod aufgrund eines ischämischen kardiovaskulären Ereignisses, koronare Revaskularisation, Angina pectoris).

    Bei Studieneinschluss dokumentierten 5'125 Frauen (18.4%) an Migräne zu leiden, 3 610 hatten eine aktive Migräne (im vorangegangenen Jahr) und 1 434 litten an Aurasymptomen. Während des durchschnittlich 10-jährigen Follow-ups fanden 580 grosse kardiovaskuläre Ereignisse statt. Im Vergleich zu den Frauen mit fehlender Migräneanamnese betrug die multivariable angepasste Wahrscheinlichkeit für ein grosses kardiovaskuläres Ereignis bei Frauen mit Migräne und Aura 2.15 (P“

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