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Neurologie 19. November 2008

Neurologie hilft, aktiv zu altern

Viele neurologische Erkrankungen werden mit zunehmendem Alter häufiger. Zum Großteil führen sie zu chronischer Behinderung. Dennoch können spezifische Therapien helfen, einer Immobilität im Alter vorzubeugen.

Daher fordern die Experten Prim. Prof. Dr. Gerhard Ransmayr, AKH Linz, Prof. Dr. Eduard Auff, MedUni Wien, und Doz. Dr. Eugen Trinka, MedUni Innsbruck, effektive Prävention bei Bewegungsstörungen. Eine Vielzahl dieser Störungen wie z. B. Parkinson, Schlaganfall, Altersepilepsie oder Wirbelsäulenbeschwerden führen zu gefährlichen Stürzen. Alleine in Österreich müssen infolgedessen jährlich 71.000 Menschen ins Krankenhaus eingeliefert werden, bei zirka 15.000 handelt es sich dabei um Oberschenkelhalsfrakturen. Ursache ist oft die Gangunsicherheit.

„Eine älter werdende Gesellschaft bedeutet auch für uns Neurologen eine große Herausforderung. So tragen neurologische Erkrankungen laut einem Bericht der Weltgesundheitsorganisation in etwa 50 Prozent der Fälle zum Auftreten chronischer Behinderungen bei“, betont Ransmayr. „Bewegungsstörungen im Alter gehören zu den am weitesten verbreiteten neurologischen Erkrankungen“, ergänzt Auff. Trinka weist auf die Epilepsie als häufige Ursache hin. „Etwa fünf Prozent der Altersheimbewohner im EU-Raum nehmen Antiepileptika ein, nur etwa die Hälfte wegen epileptischer Anfälle“, warnt der Innsbrucker Neurologe, denn Epilepsien werden häufig mit Ohnmachtsanfällen verwechselt und somit falsch behandelt.

Der Appell der Fachärzte lautet daher: Neurogeriatrische Diagnose-Assessments (z. B. Tinetti-Test) einsetzen, interdisziplinär diagnostizieren, nicht auf die Einbindung des pflegerischen Bereiches vergessen und vor allem Patienten und Angehörige ausreichend informieren.

 

Quelle: Pressegespräch der Öst. Ges.für Neurologie (ÖGN) vom 16.10.08 zur Informationskampagne „Aktives Altern – Neurologie hilft“.

Dr. Ulrike Schoeflinger, Ärzte Woche

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