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Neurologie 1. September 2009

Krankheitskosten und Versorgungssituation bei Morbus Parkinson – eine Analyse in Österreich

ZIELSETZUNG: Ziel dieser Studie war die Ermittlung der Krankheitskosten und der Versorgungssituation bei Patienten mit Parkinson-Erkrankung in Österreich. Steigende Ausgaben im Gesundheitswesen und die Prognose der Verdopplung der Zahl der Krankheitsfälle in den nächsten 25 Jahren machen ökonomische Evaluationen unerlässlich.

METHODEN: Patientenbefragung von 81 Patienten mit idiopathischem Morbus Parkinson. Zur Ermittlung von direkten und indirekten Krankheitskosten wurde ein bottom up-Ansatz angewandt. Die kostentreibenden Faktoren wurden mittels multiplen Regressionsanalysen identifiziert.

ERGEBNISSE: Die Gesamtkosten aus der gesellschaftlichen Perspektive belaufen sich auf 9820 € pro Patient innerhalb eines 6-Monatszeitraums. Sie bestehen zu 60% aus direkten Kosten (5910 €) und zu 40% aus indirekten Kosten (3910 €). Der größte Anteil (59%) der direkten Kosten sind Ausgaben, die die gesetzliche Krankenversicherung zu leisten hat. Der Patient hat durchschnittlich einen Selbstbehalt von ca. 810 € im 6-Monatszeitraum zu entrichten. Die jährlichen Krankheitskosten in Österreich werden auf ca. 320 Millionen Euro geschätzt.

SCHLUSSFOLGERUNG: Morbus Parkinson stellt eine ökonomische Herausforderung für das nationale Gesundheitswesen dar. Direkte Krankheitskosten fallen zum größten Teil zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung. Bei den Patienten fallen hohe Kosten durch finanzielle Selbstbeteiligung an.

Sonja von Campenhausen, Yaroslav Winter, Julia Gasser, Klaus Seppi, Jens-P. Reese, Karl-P. Pfeiffer, Sabine Geiger-Gritsch, Kai Bötzel, Uwe Siebert, Wolfgang H. Oertel, Richard Dodel, Werner Poewe, Wiener klinische Wochenschrift 17/18/2009

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