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Neurologie 29. Oktober 2009

Schlaganfall: "Über weite Strecken vermeidbar!" - mit Video

In Österreich gibt es durchschnittlich mehr als zwei Schlaganfälle pro Stunde, 24.000 Menschen erleiden jährlich einen Schlaganfall, so die Statistik zum Welt Schlaganfall Tag. Nach dem Herzinfarkt ist der Hirnschlag bereits Todesursache Nummer Zwei und häufigste Ursache für eine bleibende Behinderung.  Der Weltgesundheitsorganisation WHO zufolge sterben weltweit jährlich 5,7 Millionen Menschen an den Folgen eines Schlaganfalls.

Erfolgreiche Stroke Units

Mit dem Konzept der Stroke Units liegt Österreich in der Behandlung von Schlaganfallpatienten weltweit voran. Dadurch können heute 65 Prozent der Patienten mit akutem Schlaganfall innerhalb von drei Stunden versorgt werden. Zusätzlich wird die Zeit zwischen Aufnahme und Einleitung der Therapie immer kürzer. Obwohl an den Stroke Units etwa ein Drittel aller Aufnahmen bereits ohne Behinderung entlassen werden können, sind von den Überlebenden insgesamt bis zu 55 Prozent behindert, von Lähmungen über Sprachstörungen bis hin zu Pflegebedürftigkeit.

Integrative Erweiterung des Konzepts

Deshalb wird an einer integrativen Erweiterung des Konzepts gearbeitet, die von einer Prävention über eine schnellst- und bestmögliche Akutbehandlung bis hin zur optimalen Nachbetreuung reicht. Die „Integrierte Versorgung Schlaganfall“ (IVS) will die Zusammenarbeit aller an der Schlaganfall-Versorgung Beteiligten verbessern, beschleunigen und transparenter machen. Ziel ist das optimale Zusammenspiel aller Partner, wie Neurologen, Allgemeinmediziner, Krankenhäuser, Rettungsdienst und Reha. Standardisierte Qualitätssicherung im Prozess, die klare Definition von Abläufen und auch die ständige Erfolgskontrolle sin Teil des Projekts. 

Testlauf in Oberösterreich 

Um weitere Verbesserungen im Zusammenwirken einzelner Partner anzustoßen, haben das Land Oberösterreich mit der GESPAG und die Oberösterreichische GKK das österreichweit erste Projekt „Integrierte Versorgung Schlaganfall“ ins Leben gerufen. Dieses wird nach einer Pilotphase derzeit bereits umgesetzt, andere Bundesländer werden diesem Beispiel folgen.

Die fünf wichtigsten Module der Schlaganfall-Versorgung

  1. Prävention       
  2. Management der akuten Schlaganfall-Versorgung        
  3. Konsequente Umsetzung des Stroke Unit Konzeptes        Rehabilitation       
  4. Fachspezifische Nachsorge
  5. Evaluation und Qualitätsmanagement 

 

Im Video: Univ.-Prof. Dr. Johann Willeit zur Bruneck-Studie, designierter ÖGSF-Präsident und Leiter der Stroke Unit, Universitätsklinik für Neurologie der MUI - "Schlaganfall ist über weite Strecken vermeidbar!"

Es wird Flash Player 8 benötigt um das Video anzeigen zu können.

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