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Neurologie 8. September 2009

Hefe gegen Alzheimer

Mit Mechanismen, die zum Absterben von Zellen und beispielsweise zu Alzheimer- oder Parkinson-Erkrankungen führen, beschäftigen sich Forscher vom Institut für Molekulare Biowissenschaften an der Universität Graz. Hefezellen dienen ihnen als Modellsystem, um die molekularen Mechanismen des Zelltodes aufzuklären. Ein Kongress vom 10. bis 13. September an der Uni Graz rückt international neue Forschungsergebnisse in den Mittelpunkt.

Gefangen in geistiger Umnachtung, festgefahren zwischen Muskelzittern und Bewegungslosigkeit: Morbus Alzheimer und Morbus Parkinson schränken die Lebensqualität drastisch ein. "Diese sogenannten neurodegenerativen Krankheiten sind von einer Zurückbildung der Nervenzellen gekennzeichnet", so Frank Madeo vom Institut für Molekulare Biowissenschaften. "Ursache dafür sind oft Ansammlungen von 'fehlerhaften' Proteinen im Gehirn, die zu lebensbedrohlichen Störungen wie eben Alzheimer oder Parkinson führen können." Therapiemöglichkeiten sind bis dato jedoch spärlich gesät, da die Ursache des Zellsterbens nicht restlos geklärt ist.

"Eine mechanistisch genaue Kenntnis des Zellsterbens könnte der Schlüssel zu einer besseren Therapie von altersbedingten Krankheiten sein. Kennt man den Prozess, lässt er sich vielleicht auch modifizieren. Der Verlauf von verschiedensten, degenerativen Erkrankungen könnte dadurch in Zukunft beeinflusst werden", so Madeo. Weitere konkrete Anwendungen erhofft man sich auf dem Gebiet der Krebs- und AIDS-Forschung sowie bei der Schlaganfall-Therapie.

Den Schlüssel zur Lösung der Probleme sieht die Grazer Forschergruppe in der Hefe (Saccharomyces cerevisiae). Diese Zellen sind in ihrem Aufbau den Körperzellen sehr ähnlich und lassen sich als einzellige Systeme auch leicht manipulieren. "Wir sind dem Ziel, die molekularen Mechanismen von Giftigkeit, Zusammenballung und eventuell Abbau der neurotoxischen Proteine zu erforschen, ein großes Stück näher gekommen - mit Hilfe des schnellen und kostengünstigen Hefesystems", freut sich Madeo. Er leitet die Arbeitsgruppe "Hefe Apoptose" am Zentrum für Molekulare Biowissenschaften ZMB der Uni Graz.

Von 10. bis 13. September 2009 versammeln sich über 100 weltweit führende Erforscher des programmierten Zelltodes zum "7th International Meeting on Yeast Apoptosis" in Graz. Der meistzitierte Zelltodforscher der Welt, Guido Kroemer vom Institut national de la santé et de la recherche médicale Paris, wird ebenso dabei sein wie der führende Altersforscher Valter Longo von der University of Southern California.

Mehr zum Thema
"7th International Meeting on Yeast Apoptosis", 10. - 13. September, Meerscheinschlössl, Mozartgasse 3, 8010 Graz.
>> zur Homepage des Kongresses

>> zur Homepage der Arbeitsgruppe von Frank Madeo 

apa.at

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