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Komplementärmedizin 5. Juni 2007

Extrakte aus Weidenrinde lindern Arthritis zuverlässig

Weidenrinde wird traditionell zur Behandlung bei entzündlichen Schmerzzuständen verwendet. Die Wirksamkeit von Extrakten ist heute in vitro verstanden und in vivo belegt.

Standardisierte Weidenrinden-Gesamtextrakte hätten seit 1996 in mehreren kontrollierten klinischen Studien und Anwendungsbeobachtungen bei schmerzhaften entzündlichen Gelenkbeschwerden eine gute antiphlogistisch-analgetische Wirksamkeit und gute Verträglichkeit gezeigt. Das hat Professor Jürgen Metz von der Uni Heidelberg berichtet.

Antientzündliche Polyphenole

Inzwischen gelte es als gesichert, dass nicht nur das ursprünglich als wirksamer Hauptbestandteil betrachtete Phenolglykosid Salicin, sondern mehrere Polyphenole zum antientzündlichen Effekt beitragen. Extrakte aus Weidenrinde lindern Arthritis. Polyphenole kommen in Pflanzen als Farb- und Geschmacksstoffe sowie als Gerbsäuren vor. Salicin wird im Körper genauso wie Acetylsalicylsäure zu Salicylsäure umgewandelt.

Salicin vs. Acetylsalicylsäure

Die Salicinumwandlung dauert länger, dafür hält die entzündungshemmende Wirkung auch länger an. Metz präsentierte bei einer Veranstaltung des Komitees Forschung Naturmedizin e.V. in München Ergebnisse von In-vitro-Versuchsreihen: In Kulturen mit aktivierten humanen Monozyten hemmte ein standardisierter wässriger Weidenrinden-Extrakt typische Prozesse der Entzündungskaskade. Er wirkte dabei auf die Aktivität der TNF-alfa- und Cox-2-Gene und so auf die Syntheserate der Proteine oder auf die NO-Freisetzung so effektiv wie Diclofenac. Wurde statt des Gesamtextraktes eine polyphenolreiche, aber salicinfreie Extraktfraktion verwendet, war die Hemmung der Entzündungsprozesse ähnlich gut. Metz bezeichnete standardisierte Weidenrinden-Extrakte als gut verträgliche Option, die bei unterschiedlichen schmerzhaften Erkrankungen des Bewegungsapparates wie Arthrose, Arthritis oder Weichteilrheumatismus allein oder auch kombiniert mit NSAR immer einen Versuch Wert seien.

Für die Dauertherapie

Besonders in der Dauertherapie und bei NSAR-Risikopatienten wie Älteren, Diabetikern, Hypertonikern, Magen-Darm-, Herz- oder Nierenpatienten sollte eine solche NSAR-sparende Möglichkeit genutzt werden, empfahl Metz.

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