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Komplementärmedizin 10. Jänner 2006

Aromatherapie in der Endokrinologie

Ätherische Öle interagieren mit den limbischen, hormonellen und endokrinen Systemen und beeinflussen die Prostaglandin-Produktion und den Zellstoffwechsel. Die Aromatherapie stellt somit ein wertvolles Werkzeug für die Behandlung von endokrinen Störungen dar.

Das endokrine System reguliert die Homöostase des menschlichen Organismus. Dieses Gleichgewicht wird durch das ausgewogene Zusammenspiel von mehr als 200 Hormonen oder Hormon-ähnlichen Substanzen in unserem Körper aufrechterhalten. Hormone spielen eine bedeutende Rolle in den Mechanismen, an denen Prostaglandine beteiligt sind. Diese unterstützen wichtige biologische Funktionen in vielen Organen unseres Körpers. Aspirin beispielsweise übt seine Entzündungshemmung durch Inhibition der PGE-Synthese aus. Untersuchungen von Bennet und Stamford 1988 sowie Wagner et al. 1986 haben gezeigt, dass Eugenol, Carvacrol, Thymol und Gingerol, allesamt Inhaltsstoffe von zahlreichen ätherischen Ölen, ebenfalls die PGE-Synthese beeinflussen. Die endokrine Regulation durch Prostaglandine erfolgt durch deren Wirkung auf die zelluläre Aktivität von Adenylcyclase und Adenosin-3,5-phosphat. Jede Aktion, die mit dieser zellulären Aktivität interferiert, hat Auswirkungen auf die hormonellen und endokrinen Systeme. Ein wichtiger Spieler in diesen Regelmechanismen ist Kalzium. Ätherische Öle, die Menthol, Anethol, Eugenol und Thymol (Melzig und Teuscher 1991) enthalten, blockieren die Kalziumaufnahme auf zellulärer Ebene, z.B. Pfefferminze, Fenchel, Anis, Sternanis, Bay, Nelke, spanischer Majoran, Thymian und Oregano (Sheppard-Hangar 1995; Budavari 1996).

Aromatologische Mittel bei prämenstruellem Syndrom

Mit Hilfe der Aromatherapie können z.B. Erfolge in der Behandlung des prämenstruellen Syndroms (PMS) erzielt werden, wenn die aromatologischen Behandlungen regelmäßig über mehrere Monate hindurch angewendet werden (Tab. 1). Zum Einsatz kommen ätherische Öle mit Östrogen-ähnlichen Eigenschaften, wie Fenchel (Foeniculum vulgare), Salbei (Salvia officinalis), Muskatellersalbei (Salvia sclarea), sowie Öle mit Hormon-ähnlichen Eigenschaften, wie Föhre (Pinus sylvestris) und Myrrhe (Commiphora myrrha). Salbei besitzt zusätzlich entzündungshemmende Eigenschaften (Moretti et al. 1997). Im Sinne der Ganzheitsmedizin können weitere ätherische Öle in Abhängigkeit von der physischen, psychischen und emotionalen Situation eingesetzt werden: Bergamotte bei depressivem Zustandsbild, Angelika oder Ylang-Ylang bei Aggressionen und Irrationalität sowie Geranie (Pelargonium graveolens) für eine hormonelle Balance. Die Menopause bedeutet die natürliche Beendigung der weiblichen Fertilität. Die Östrogen-Spiegel sinken um rund 50 Prozent und die Progesteron-Spiegel fallen nahezu auf Null (Moskowitz, 2001). Typische Menopause-Symptome sind Hitzewallungen, Nachtschweiß, Schlafstörungen, Depressionen, Energieverlust und Konzentrationsschwäche.

Menopausale Probleme: Bad oder Bodylotion helfen

Vor allem die menopausale Depression lässt viele Frauen zu einer Hormonersatztherapie (HRT) greifen. Allerdings beendet etwa die Hälfte dieser Frauen die HRT innerhalb der ersten beiden Jahre aufgrund von übermäßiger Gewichtszunahme oder unerwünschten Nebenwirkungen von Seiten des Magen-Darm-Traktes oder wegen vaginaler Blutungen. Hitzewallungen sprechen sehr gut auf ein Hydrolat-Spray mit Rose, Zypresse, Muskatellersalbei und Pfefferminze an. Zu den ätherischen Ölen mit Östrogen-ähn- licher Wirkung zählen Fenchel, Salbei und Anis. Zusätzliche Unterstützung geben Geranie und Rose. Die ätherischen Ölmischungen (Tab. 2) können einfach als Bad oder Bodylotion verwendet werden. Im Abstand von zwei bis drei Monaten sollte die Zusammensetzung der Mischung variiert werden, um Gewöhnungseffekte zu vermeiden.

Blutzuckerspiegel senken

Mehrere Untersuchungen, z.B. von Baschetti (1998) und Knowler et al. (1981), haben gezeigt, dass vorwiegend die westliche Lebens- und Ernährungsweise an der Entwicklung des Diabetes mellitus Schuld sind. So fand sich im Jahr 1933 unter der Bevölkerung auf der Pazifikinsel Nauru kein Fall von Diabetes, während 1978 44 Prozent der Bevölkerung an nicht insulinpflichtigem Diabetes mellitus (NIDDM) litten. Ähnliche Ergebnisse konnten bei den Pima-Indianern in Arizona beobachtet werden. Die Zunahme der Diabetes-Häufigkeit steht in direktem Zusammenhang mit der Aufnahme von Zucker und Fett sowie mit der Zunahme des Körpergewichtes. Kleine Studien und Fallberichte weisen darauf hin, dass Zitroneneukalyptus (Eucalyptus citriodora), Geranie (Pelargonium graveolens) und Ylang-Ylang (Cananga odorata) hypoglykämische Wirkungen besitzen. Rosmarin (Rosmarinus officinalis) vermag hingegen den Blutzuckerspiegel zu erhöhen.

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Web-Tipp: www.aroma-life.at

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