zur Navigation zum Inhalt
© Lech Zürs Tourismus
Prof. Dr. Peter Riedl berichtete aus seiner über 30-jährigen praktischen Erfahrung mit Meditation.
 
Komplementärmedizin 12. September 2016

Medicinicum Lech 2016

Wider den Stress Strategien gegen den chronischen Stress standen im Mittelpunkt der letzten beiden Tage des Medicinicum Lech 2016.

Eine optimale Strategie, Stress zu begegnen, ist Achtsamkeit. Diese fand sich auch im Titel des Vortrags von Dr. Norman Schmid, der zusammen mit seiner Gattin eine Praxis für psychologische Medizin betreibt. „Mit Achtsamkeit zu neuer Kraft – Methoden der Entschleunigung“, lautete sein Thema, wobei er als Tourenführer des Österreichischen Alpenvereins auch aus eigener Bergerfahrung zu berichten wusste und fünf „sichere Wege aus dem Stress“ aufzeigte.

Dem Referat von Schmid vorangegangen war am Samstagvormittag jenes von Prof. Dr. Thomas Bochdansky, Experte für physikalische Medizin und Rehabilitation, der sich unter dem Titel „Dem Stress davonlaufen?“ unter anderem dem Wechselspiel von Anstrengung und Erholung sowie Belastung und Belastbarkeit widmete.

Besondere Aufmerksamkeit erhielt schließlich Prof. Dr. Peter Riedl, der seinen Vortrag „Meditation – wie, wozu und warum?“ stimmigerweise im Schneidersitz hielt: Meditation losgelöst von Religion und Esoterik schlicht „als Sammlung des Geistes, als Konzentration“. (Foto)

Schwerpunkt Ernährung

Dem Schwerpunkt zur Achtsamkeit folgte einer zu gesunder Ernährung, eingeleitet vom Vortrag „Food for Mind & Mood – Gewürze und Kräuter gegen Stress“ des wissenschaftlichen Leiters des Medicinicum Lech, Prof. Dr. Markus M. Metka. In unterhaltsamer Manier gab der Anti-Aging-Experte dabei zahlreiche Hinweise zum gesundheitlichen Wert von Lebensmitteln in Bezug auf Stressprophylaxe und -linderung. Mit ähnlicher Zielrichtung beschäftigte sich anschließend die Ernährungsberaterin und Autorin Ulli Zika mit Slow Food, wobei sie insbesondere für eine Wiederbelebung der Kochkultur plädierte. Sinnlich, wenn auch nur auf theoretischer Ebene wurde es im darauf folgenden Referat „Liebe geht durch den Magen“ der Komparatistin und Lektorin Jasmin Parapatits, die Schlaglichter auf die symbolische Beziehung von Sexualität und Essen warf. Einem weniger erfreulichen Thema widmete sich anschließend Prof. Dr. Alfred Wolf vom Medizinischen Zentrum Ulm, der unter dem Titel „Unser selbstsüchtiges Hirn“ den Zusammenhang von Stress und der Entstehung des gefährlichen Bauchfetts wissenschaftlich erläuterte. Schließlich rundete Dr. Herbert Schwabl mit seinem Vortrag „Stress – Ernährung und tibetische Medizin“ den Themenblock ab, bevor der Samstag mit der Thematik Stress und Schlafstörungen ausklang: Österreichs profiliertester Schlafmediziner, Prof. Dr. Manfred Walzl, gab bei seinem belebenden, humorvollen Vortrag unter anderem „Die zehn Gebote für gesunden Schlaf“ zum Besten.

Vom Denken in den Bergen

Ein fulminanter Auftakt am Sonntag war der Vortrag des forensischen Psychiaters Prof. Dr. Reinhard Haller unter dem Titel „Vom Denken in den Bergen – vom Zauberberg bis Shangri-La“. Dabei spürte er dem Einfluss der Landschaft, insbesondere im Gebirge, auf unsere Wahrnehmung, unser Denken und unsere Emotionen nach und reflektierte über die psychotherapeutischen Dimensionen, begleitet von Zitaten großer Denker. Der Eloge auf das Bergwandern folgte eine so gewitzte wie kritische Auseinandersetzung des Philosophen Prof. Dr. Robert Pfaller mit Phänomenen unserer Zeit wie dem „Effizienzfieber“, insbesondere was die Arbeitswelt anbelangt: „Stress entsteht zum Beispiel dort, wenn wir gezwungen sind, eine Arbeit zu machen, aber sie nicht so gut zu machen, wie es diese Arbeit eigentlich verlangt.“ Sein abschließendes Plädoyer für das Zurückgewinnen von Autonomie passte bestens zum Tenor des abschließenden Referats von Dr. Alfred Lohninger, dem ärztlichen Leiter der „Autonom Health Gesundheitsbildungs GmbH“ in Wien. In diesem analysierte der Mediziner die soziokulturellen Ursachen für das sich nahezu epidemisch verbreitende Problem von Übergewicht und unterstrich die Selbstverantwortung hinsichtlich bewusster Ernährung, durchaus ein Essen mit Lust, wie auch die Bedeutung von Aufklärung durch Public Health-Veranstaltungen, wie es das Medicinicum Lech ist. Passenderweise beantwortete Metka zum Abschluss noch zahlreiche Fragen aus dem Publikum, bevor er den Arbeitstitel für das Symposium im kommenden Jahr, das Medicinicum Lech 2017, bekannt gab.

Ausblick 2017

Unter dem vorläufigen Titel „Viele Wege führen zur Gesundheit“ wird es beim Medicinicum Lech 2017 zum Aufeinandertreffen der kulturhistorisch gesehen drei größten „medizinischen Schulen“, nämlich der indischen, der chinesischen und der westlichen Medizin, kommen.

Detaillierte Informationen finden sich ab Frühjahr 2017 unter www.medicinicum.at. Medicinicum Lech 2017 von 6. bis 9. Juli

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben