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Komplementärmedizin 17. August 2005

Arzt, Dichter und Universalgenie

Dr. med. Walter R. Maus, geboren 1919 in Köln, studierte an den Universitäten Bonn, Erlangen und Köln. Der Ausbruch des 2. Weltkrieges, respektive der "totale Krieg", bewirkten daß er das Staatsexamen erst 1946 absolvieren konnte. Danach war Dr. Maus als Kreisarzt in Aachen tätig, wo er auch 25 Jahre als "Naturarzt" in freier Praxis wirkte. Nebenberuflich war er Werksarzt und Bezirksarzt des Deutschen Roten Kreuzes und Schiffsarzt bei der Ostasienlinie der HAPAG. 

Dr. Maus ist Mitbegründer und mehrmaliger Vizepräsident der Internationalen Gesellschaft für Thymusforschung. Er war zehn Jahre lang Chefarzt und ärztlicher Direktor des Wiedemann-Parksanatoriums in Meersburg. Seinen Ruhestand, oder "Unruhestand", wie er ihn selbst nennt, widmet er dem Verfassen von tiefsinnigen, aufmunternden und auch manchmal nachdenklich stimmenden Reimen. Dr. Maus ist seit 1996 Ehrenpräsident der IGEM (Internationale Ärztegesellschaft für Energiemedizin). 

Es ist uns eine große Ehre und Freude, dass Dr. Maus immer einen medizynischen Rat für die ENERMED-Leser parat hat. Er gilt aber auch als Vorbild für viele engagierte Jungmediziner, hat jederzeit ein offenes Ohr für Probleme und Fragestellungen. Sein Humor motiviert jedoch nicht nur Ärzte und Therapeuten, sondern auch die Patienten, die ihn bei seinen raren öffentlichen Auftritten jubelnd empfangen und regelrecht "bestürmen". 

Herr Dr. Maus, wie hat Ihre außergewöhnliche medizinische Laufbahn begonnen? Was war für Sie die Hauptmotivation Arzt zu werden?

MAUS: Begonnen hat alles natürlich mit meiner Geburt… Meine medizinische Laufbahn begann ich mit der Chirurgie und Unfallchirurgie. Während meiner Zeit als Soldat im 2. Weltkrieg machte ich unter anderem viele Erfahrungen auf dem Gebiet der Kriegschirurgie, die für mich in gewisser Hinsicht sehr prägend waren. Die Zeit nach dem Krieg war hart, medizinische Hilfe konnte sich niemand leisten, was mich dennoch nicht abhielt, den Menschen zu helfen. Der mühsame Kampf um eine Kassenzulassung lohnte sich schließlich und meine Ordination wurde täglich von 150 bis 200 Patienten frequentiert. 

Meine Hauptmotivation Arzt zu werden war die Neugier, die Natur und das Leib-Seele-Wesen Mensch zu verstehen. Die Schriften Benedictus de Spinozas taten ein Weiteres hinsichtlich meiner Begeisterung.

Sie waren lange Zeit Chefarzt des Meersburger Wiedemann-Parksanatoriums. Was war Ihre "Führungsphilosophie"?

MAUS: Zentrales Thema meiner dortigen Tätigkeit war die Regeneration. Hier flossen auch meine Erfahrungen aus dem Krieg ein; so gab es bei den Russen den Auftrag, Verwundete und kranke Soldaten binnen kürzester Zeit wieder einsatzfähig zu machen. Dr. Bogomoletz, der Leibarzt Stalins, entwickelte diesbezüglich eine sensationelle und äußerst erfolgreiche Methode mittels Antikörper auf Kaninchenserumbasis. Ich übernahm diese Methodik und Fritz Wiedemann hat sie entscheidend verbessert. Dies und die Entdeckung der Thymustherapie (nach Sandberg) galten damals als gewaltige medizinische Fortschritte.

Sie haben engagiert auf dem Gebiet der Thymusforschung gearbeitet. Welche Erfahrungen und/oder Entdeckungen gelten für Sie als erwähnenswert beziehungsweise als Meilensteine?

MAUS: Die sicher in ihrer Funktion verkannte Thymusdrüse (beim Tier Bries genannt) wurde als Zentrale der zellulären Abwehr erkannt. Abwehrzellen wie beispielsweise Makrophagen und Killerzellen verstand man dadurch besser im Aufbau und in ihrer Funktion.

Seit wann beschäftigen Sie sich mit dem Elektromagnetismus beziehungsweise der Magnetfeldtherapie? Was war Ihr diesbezügliches Schlüsselerlebnis?

MAUS: Im Jahre 1950 besorgte mir mein Schwiegervater einen Elektromagneten mit einer magnetischen Flußdichte von 1000 Gauß (=0,1 Tesla). Der Einsatz dieses Magneten erfolgte vor allem bei Rückenbeschwerden und Erschöpfungszuständen. Das Schlüsselerlebnis hierzu war das Buch von Prof. Dr. König "Unsichtbare Umwelt" und seine spätere freundschaftliche Bekanntschaft und die vielen persönlichen Gespräche mit ihm. 

Wie sehen Sie die Zukunft der Energiemedizin, welche Rolle wird sie im neuen Jahrtausend spielen? Was erwarten Sie von den Ärzten? Was erwarten Sie von den Patienten?

MAUS: Die Energiemedizin ist die Medizin der Zukunft. Wir müssen das mechanische und das Ja/Nein-Denken verlassen und uns den sogenannten Fließsystemen zuwenden, die bekanntlich auch schon im antiken Griechenland eine Rolle spielten. (Hier ein weiterer Buchtip von mir: Dr. W. Ludwig: "Informative Medizin" ISBN 3-88699-050-8). Von den Ärzten erwarte ich mehr Toleranz gegenüber "Vordenkern" und Verständnis für intuitives Denken. Von den Patienten erwarte ich "kritisches Vertrauen".

Wann wurde ihre dichterische Ader entdeckt?

MAUS: Meine frühesten Reime und Verse stammen noch aus meiner Soldatenzeit. Mein späteres berufliches Engagement lies mir dann nur mehr wenig Zeit für diese Muße. Dem deutschen Sender auf Gran Canaria und den Schlaraffen (eine internationale Organisation ähnlich den Lions und Rotariern, Anm. der Red.) verdanke ich ein Wiederaufflammen meiner Kreativität und um so intensiver betreibe ich die "Reimerei" jetzt in meinem (Un)ruhestand.

Was möchten Sie unseren Lesern als Universalgelehrter noch mitteilen?

MAUS: Lesen Sie! Fachbücher sind meist zu mühsam. Die Regenbogenpresse wiederum ist zu simpel. Bauen Sie Gesprächskreise mit toleranten (und nicht zu arroganten) "Heilern" auf. Lesen Sie Zeitschriften wie beispielsweise die ENERMED. Diese bildet eine Brücke zwischen Schulmedizin und Komplementärmedizin und repräsentiert sozusagen ganzheitsmedizinisches Gedankengut, in dem auch die Schulmedizin ihren gebührenden Anteil hat. Und bedenken Sie: Auch der Mensch ist eine Ganzheit. 

Lercher, 1/2001

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