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Komplementärmedizin 20. November 2015

Komplex reagieren

Tibetische Medizin passt zu zunehmend komplexen Behandlungssituationen.

Die Lebenserwartung steigt, damit steigen auch altersbedingte Erkrankungen. In vielen Fällen bedeutet das auch Multimorbidität – drei oder mehr Krankheiten sind bei älteren Menschen keine Seltenheit. Mit einem Konzept, das der Komplexität dieser Situation gerecht werden kann, bietet die Tibetische Medizin eine unterstützende Maßnahme, die die Anzahl der einzunehmenden Medikamente reduzieren und das Wohlbefinden steigern kann. Komplexe Präparate für eine komplexe Behandlungssituation.

Oberstes Ziel in der Tibetischen Medizin ist die Erhaltung der Gesundheit. Das hat sie mit anderen asiatischen Medizinlehren gemeinsam. Sie vereint jedoch, so Dr. Herbert Schwabl, Geschäftsführer und Forschungsleiter der PADMA AG, sowohl die großen Systeme der asiatischen Medizin als auch die griechisch-arabische Medizin und bietet daher auch Interventionsansätze, die sich im westlich schulmedizinischen System erklären lassen. Allerdings steht im Gegensatz zur westlichen Medizin nicht das organbezogene, histo-pathologische Denken im Mittelpunkt, sondern der ganze Mensch mit seinem komplex vernetzten Organismus.

In der Tibetischen Medizin muss der Betroffene selbst einen Beitrag leisten, denn die Behandlung stützt sich auf Ernährung und Verhalten ebenso wie auf die Anwendung von Naturheilmitteln und äußere Anwendungen wie Aderlass, Moxibustion und Schröpfen. Traditionell Tibetische Kräuter und Nahrungsergänzungsmittel sind, dem ganzheitlichen Denkansatz entsprechend, Komplexmittel, die das ganze Körpersystem stützen und damit das Gleichgewicht der Körperelemente wieder herstellen sollen. „Nebenwirkungen“ sind dabei einkalkuliert und erwünscht: Denn tibetische Rezepturen sind Systemmittel, die systemische Begleitwirkungen ausnützen. Mittlerweile ist es auch gelungen, mit modernen Forschungsmethoden Daten über die Wirkung von Vielstoffgemischen nachzuweisen.

Ess-Medizin

Ausgehend von der tibetischen Harmonielehre lässt sich auch der Einsatz der Ernährung als Maßnahme der Gesunderhaltung bzw der Gesundwerdung verdeutlichen. „Jedes Nahrungsmittel hat eine Potenz und lässt sich geschmacklich einteilen“, erklärt Dr. Florian Überall, Mitglied des Beirats für Traditionelle Asiatische Medizin des Österreichischen Gesundheitsministeriums: „Nur über die Kombination von Geschmacksrichtung und Potenz können wir die Funktion des Nahrungsmittels verstehen.“ Und natürlich sind auch diese Faktoren miteinander vernetzt. Mit dem Konzept der Ess-Medizin bietet Überall einen Weg für das richtige Maß der Ausgewogenheit.

Quelle: PADMA Round Table - „Netzwerkwirkung von tibetischen Kräuterrezepturen“, Oktober 2015, Wien

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