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Selbstwirksamkeit nützt auch bei entzündeten Gelenken.
 
Komplementärmedizin 19. Oktober 2015

Alternative Ergänzung

Heilfasten, Homöopathie und Grüner Tee gegen entzündete Gelenke

Alternative Heilverfahren werden auch in der Rheuma-Therapie von den Patienten häufig nachgefragt. Um sie sinnvoll in die medizinische Versorgung der Betroffenen einbeziehen zu können, ist jedoch eine kritische Gewichtung nötig. Die Wirksamkeit einer ganzen Reihe komplementärer Methoden ist inzwischen wissenschaftlich belegt. Aber nicht alles, was angeboten wird, hält der Prüfung stand.

Etwa zwei Prozent der Bevölkerung in den westlich-industrialisierten Ländern leiden an entzündlich-rheumatischen Erkrankungen wie der rheumatoiden Arthritis (RA). „Neben der medikamentösen Therapie fragen uns diese Patienten immer häufiger nach Verfahren der Naturheilkunde und Komplementärmedizin“, stellte Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt der Abteilung für Naturheilkunde am Immanuel Krankenhaus in Berlin bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) im vergangenen Sommer fest. „Am häufigsten wenden wir derzeit die Fastentherapie bei RA an“, so Michalsen. Denn sogenanntes Heilfasten unterstützt nachweislich die medikamentöse Therapie entzündlicher Prozesse. Voraussetzung ist eine Fastendauer von sieben bis zehn Tagen etwa einmal pro Jahr. Ob auch kürzere Fastenzeiten oder Intervallfasten an ein oder zwei Tagen pro Woche ausreichend sind, ist derzeit Thema mehrerer Studien.

Achtung auf die Qualität der Arzneipflanzen ist geboten

Einige Ärzte empfehlen pflanzliche Mittel wie Ingwer, Grünen Tee, Granatapfel, Walnüsse oder Leinsamen. „Grundlagenstudien zeigen zwar entzündungshemmende Effekte für diese Nahrungsmittel, aber bei RA konnte die Wirksamkeit bisher nicht belegt werden“, so Michalsen. Nebenwirkungen bei Langzeitgebrauch wurden aber nicht geprüft. Die Studien zeigen einen milden Effekt für Borretsch- und Nachtkerzenöl und für Katzenkralle. Für eine asiatische Pflanze, die Wilfords 3-Flügelfrucht, liegen gute Daten für deren Wirksamkeit bei RA vor. Allerdings hat diese Pflanze auch erhebliche Nebenwirkungen. Auch bei anderen chinesischen Kräutern rät Michalsen zur Vorsicht. Denn oftmals ist die Qualität der Arzneipflanzen nicht gesichert. Ein früherer Skandal mit Nierenschädigungen durch chinesische Kräuter in Belgien war allerdings durch eine Verwechslung von Pflanzennamen bedingt.

Ebenso zurückhaltend bewertet Michalsen die Homöopathie aufgrund mangelnder Beweise. Nebenwirkungen seien hier aber in der Regel nicht zu befürchten. Als Folge des Placebo-Effekts kann sie im Einzelfall die Schmerzen lindern.

Einen empirisch gut gestützten Stellenwert habe die Kneipp´sche Hydrotherapie. Dabei wirken Wechselbäder, kalte und warme Güsse oder Wickel schmerzlindernd. „Patienten können Quarkwickel und Essigumschläge zur Kühlung anwenden, Bockshornklee oder Bienenwachs zur Wärmetherapie“, so Michalsen. Auch mit der sogenannten Mind-Body-Medizin lassen sich Schmerzen reduzieren und die Lebensqualität verbessern. Im Mittelpunkt stehen Stressreduktion, Entspannungs- und Achtsamkeitsübungen wie Yoga oder Tai Chi. „Allein, dass Betroffene sich selbstwirksam mit ihrem Körper beschäftigen, führt oft zu einem gesünderen Lebensstil“, stellt Michalsen fest. Daten liegen bisher aus ersten kleineren randomisierten Studien vor.

Quelle: Presseaussendung Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie

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