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Komplementärmedizin 15. Juni 2015

Internationaler Ayurveda Kongress

„Bewährte, wissenschaftlich überprüfte Lösungen für die Gesundheitsprobleme unserer Zeit“

Mehr als 500 Teilnehmer aus 49 Ländern folgten der Einladung der International Maharishi AyurVeda Foundation zum Internationalen Ayurveda Kongress nach Roermond, in Holland. Auf einer der größten Versammlungen von Ayurveda-Experten außerhalb Indiens diskutierten namhafte indische und westliche Ärzte und Wissenschaftler über ihre Forschungsarbeiten und ihre Erfahrungen aus der medizinischen Praxis. Auch das indische Ministerium für Ayurveda, Yoga und Naturheilkunde (AYUSH) entsandte eine dreiköpfige Delegation unter der Leitung von Staatssekretär Mr. Anurag Srivastava.

Maharishi Vedische Medizin

Ayurveda Medizin ist ein natürliches, Nebenwirkungs-freies, Vorsorge-orientiertes und ganzheitliches Gesundheitssystem des alten Indien. Es hat eine Jahrtausende-alte Tradition und wird auch als „die Mutter der Heilkunde“ bezeichnet. Durch die bedeutende Arbeit des Vedischen Gelehrten Maharishi Mahesh Yogi in Zusammenarbeit mit ayurvedischen Ärzten Indiens und westlichen Medizinern wurde Ayurveda auf seine traditionellen Wurzeln zurückgeführt und von mystischem Beiwerk befreit. Diese moderne, ganzheitliche und Evidenz-basierte Form des Ayurveda hat sich inzwischen in Fachkreisen als Maharishi AyurVeda, bzw. Maharishi Vedische Medizin etabliert.

Auf der Grundlage dieser Entwicklung bekommt die Ayurveda Medizin in den letzten drei Jahrzehnten zunehmende weltweite Aufmerksamkeit. Mit über 500.000 praktizierenden Ärzten in Indien ist der Ayurveda neben der traditionellen chinesischen Medizin das am weitesten verbreitete Naturheil- verfahren.

Kongress in Roermond

Dass sich die ayurvedische Medizin als ganzheitliches und präventiv orientiertes Gesundheitssystem profiliert hat, wurde u.a. auch auf dem Kongress in Roermond deutlich: der Untertitel auf der Kongress-Einladung lautete „Bewährte, wissenschaftlich überprüfte Lösungen für die Gesundheitsprobleme unserer Zeit - Ayurveda für eine gesunde Welt“.

Die zwei größten Ayurveda Organisationen Indiens (All India Ayurvedic Congress, AIAC und International Academy of Ayurveda, IAA) haben gemeinsam mit der International Maharishi AyurVeda Foundation (IMAVF) den Kongress organisiert. Den Kongressvorsitz führten die Präsidenten dieser Organisationen: Padma Bhushan Vaidya Dr. Devendra Triguna, Präsident des AIAC und Prof. Dr. Subhash Ranade, Präsident der IAA. Dr. Rainer Picha, Kardiologe aus Österreich und Vorsitzender der International Maharishi AyurVeda Foundation repräsentierte die westlichen Ayurveda-Ärzte.

Der Schirmherr des Kongresses, der Neurophysiologe Tony Nader, M.D., Ph.D. sprach in seinem Festvortrag über „Ganzheit in der Gesundheit“ - „Health is Wholeness“. Diese Ganzheit in jedem Menschen zu entfalten, ist die ureigenste Aufgabe jedes Arztes.

„Veda“ ist der Begriff für dieses ganzheitliche Wissen; es ist die Weisheit der Natur, die dem Leben innewohnt und das gesamte Universum „verwaltet“. Es ist das primäre Ziel der Vedischen Medizin diese in jedem Menschen innewohnende umfassende natürliche Intelligenz zu aktivieren, d.h. die Selbstheilungskräfte des Organismus zu stärken.

Die wissenschaftlichen Arbeiten von DDr. Nader haben bestätigt, dass die menschliche Physiologie ein direkter Ausdruck des Veda und der Vedischen Literatur ist. Es besteht eine direkte Beziehung zwischen der Struktur und Funktion der Vedischen Urklänge und der Struktur und Funktion der menschlichen Physiologie - unser Körper ist manifestiertes Bewusstsein (Human Physiology - Expression of Veda and the Vedic Literature, T. Nader, M.D., Ph.D., ISBN 90-71750-14-0). In jedem Menschen ist das gesamte Know-how (die Gesamtheit aller Naturgesetze) über die Funktionsweise des menschlichen Organismus auf der Ebene Transzendentalen Bewusstseins gespeichert - Ayurveda ist Bewusstsein-basierte Medizin. Wenn wir in der modernen westlichen Medizin von den großen Fortschritten sprechen, die durch die Basis-Wissenschaften wie z.B. Genetik, Biochemie und Pharmakologie entstanden sind, so müssen wir gleichzeitig erkennen, dass im ganzheitlichen Wissen der Vedischen Wissenschaft das vollständige Wissen über alle Lebensvorgänge im gesamten Universum zur Verfügung stehen - die Vedischen Urklänge sind die „transzendente Ur-Genetik“ des Lebens an sich.

Und diese Erkenntnisse haben weitreichende Auswirkungen auf die Therapie. Spezielle Vedische Urklänge können z. B. gezielt dort eingesetzt werden, wo sich der entsprechende manifestierte Teil des Organismus im Ungleichgewicht befindet (Vedische Urklangtherapie).

DDr. Nader hob auch die große Bedeutung hervor, die der Ayurveda angesichts des Rufs nach weltweiter Gesundheitsvorsorge spielt: „Mein Lehrer Maharishi Mahesh Yogi setzte sich weltweit dafür ein, dass der Ayurveda wieder in einer Form genutzt wird, der alle Wissensgebiete dieses ganzheitlichen Gesundheitssystems mit einschließt“ - im Sinne einer umfassenden „Wissenschaft des Lebens“.

Ayurveda Medizin wird in einem effizienten, kostengünstigen modernen Gesundheitssystem eine wichtige Rolle spielen. Dazu ist es notwendig, die Ausbildung auf einem hohen medizinischen Standard zu halten und die Zusammenarbeit mit der konventionellen Schulmedizin zu fördern - im Sinne einer ganzheitlichen Medizin, die die wissenschaftlich orientierte Medizin und die Erfahrungsheilkunde als gleichberechtigte Partner integriert.

Breitgefächert war die Themenpalette, die die Podiumsdiskussionen behandelten: Perspektiven des Ayurveda in der modernen Welt; Quantenphysik und Genetik; Kräuterheilkunde; und Chronotherapie. Forschungsergebnisse über die Entgiftungs- und Entschlackungstherapien (Panchakarma) sorgten ebenso für Aufmerksamkeit wie Berichte über Diagnoseverfahren, die an Hand der Herzratenvariabilität (HRV) die Wirkung ayurvedischer Therapieansätze nachweisen können (Dr. Wolfgang Schachinger, Österreich).

Mehrere Redner hoben die entscheidende Rolle hervor, die die Technik der Transzendentalen Meditation (TM) im Bezug auf ganzheitliche Gesundheit spielt. Umfangreiches wissenschaftliches Studienmaterial bestätigt die positiven Wirkungen auf die körperliche und seelische Gesundheit der einzelnen Menschen und auf die „Kollektiv-Gesundheit“ der gesamten Gesellschaft. 2013 veröffentlichte die Amerikanische Kardiologen-Gesellschaft (American Heart Association - AHA) das Ergebnis einer Arbeitsgruppe, betr. der Anwendung komplementärmedizinischer Methoden zur Behandlung von Hypertonie-Patienten. Auf Grund des fundierten Studienmaterials wurde speziell der Einsatz der TM-Technik empfohlen - sowohl präventiv, als auch kurativ (Hypertension, 2013; 61:1360-1383, Zusammenfassung unter www.ayurveda.at/aha.pdf).

Weitere Themen waren: Ayurveda als psychische Gesundheitsvorsorge und als Ansatz zur Behandlung von Angststörungen; patientenorientierte Betreuung; Verdauung als Schlüssel für Gesundheit und Wohlbefinden; Behandlung von Infertilitätsstörungen, Anwendungsmöglichkeiten der Aromatherapie in der Frauenheilkunde, etc.

Einstimmig wurde beschlossen, den Kongress als regelmäßige Einrichtung in Zukunft alle zwei Jahre abzuhalten; für 2017 liegt bereits eine Einladung aus Brasilien vor.

Fazit des Kongresses

Der Kongress machte u.a. deutlich, dass die Zeit der strikten Trennung zwischen Evidenz-basierter Medizin und Erfahrungsheilkunde vorbei ist. Unsere Zeit erfordert neue, ganzheitliche und innovative Lösungsansätze - auch und besonders im Gesundheitswesen; dies kann nur durch die Zusammenarbeit aller beteiligten Experten erfolgen und scheint der einzig sinnvolle Weg zu sein, um die Effizienz der Gesundheitssysteme und ihre Finanzierung auf Dauer zu sichern und dem Ziel der Vedischen Medizin näher zu kommen: eine krankheitsfreie, friedliche Gesellschaft zu schaffen.

Korrespondenz:

Dr. Lothar Krenner, Arzt für Allgemeinmedizin

Österreichische Ärzte-Gesellschaft für Ayurveda Medizin - Maharishi Vedische Medizin

Piaristengasse 1, A-1080 Wien

E-Mail:

Internet: www.ayurveda.at

Links

• http://internationalayurvedacongress.com/?lang=de

• www.IMAVF.org

• http://ayushportal.nic.in

• www.dharaonline.org/Forms/Home.aspx

Lothar Krenner, komplementärmedizin 2/2015

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