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Komplementärmedizin 4. Juli 2005

Antidyskratika für Säfte-Gleichgewicht

Antidyskratika beeinflussen durch ihre die Ausscheidung fördernde Wirkung einerseits die Niere und das gesamte Verdauungssystem einschließlich der Leber, andererseits humoral den ganzen Organismus.

Der Säure-Basen-Haushalt wird entscheidend durch den Verdauungsapparat geprägt. Der Magen als zentrales Organ produziert Salzsäure (HCl) und Natriumhy­drogenkarbonat (NaHCO3). Die bisherige alleinige Betrachtung der Bedeutung der HCl für die Verdauung ist zu einseitig, denn die Wirkung von NaHCO3 für den gesamten Stoffwechsel und besonders für die Grundsubstanz und deren Regulation sollte nicht übersehen werden. Das im Magen gebildete NaHCO3 durchwandert und reinigt die Grundsubstanz, bevor es über das Duodenum in den Verdauungstrakt zurückkehrt.

Säurebelastung erkennen

Erst durch die Miteinbeziehung dieser wichtigen Funktion ergibt sich ein umfassendes Bild der Säure-Basen-Regulation und ihrer Bedeutung für chronische Erkrankungen. Unter Einbeziehung der Säureelimination lassen sich auch die Einflüsse auf den Mineralhaushalt und speziell auf den Knochenstoffwechsel mit der Gefahr der Entwicklung einer Osteoporose als Störung der Säure-Basen-Regulation erklären. Die Säurebelastung zeigt sich durch klinische Zeichen wie Beläge im Mund- und Rachenraum, Zahneindrücke und Säurerisse auf der Zunge, Sudor, Foetor, Tränenstraßen, Parodontose, Parodontitis, Entzündungen und Verlust des Gewebetonus. Die Niere besitzt vier Möglichkeiten für die Säureelimination, zum Beispiel den Phosphatpuffer. Beim Nachschub von Phosphat wird allerdings auch Kalzium aus dem Knochen gelöst und somit die Osteoporose gefördert. Internationale Studien zeigen zum Beispiel an der Verminderung der Hydroxyprolin-Ausscheidung, dass eine Basentherapie der Entwicklung einer Osteoporose entgegenwirkt.

Basentherapie

Zur Basentherapie zählen ausreichende Bewegung, die Zufuhr von viel Flüssigkeit, Nikotinkarenz, ausgeglichene Ernährung in einem Säure-Basen-Verhältnis von 1 zu 2 mit viel Gemüse, Kartoffeln und Milch, aber wenig Fleisch, Fisch, Getreide, Zitrusfrüchten und Milchprodukten. Die orthomolekulare Basentherapie umfasst „Basenpulver“ und bei Mangel einen Ersatz von Zink, Kalzium und anderen Spurenelementen und Mikronährstoffen. Die Basentherapie, die HCl neutralisiert und damit das im Magen gebildete NaHCO3 dem Körper zur Verfügung stellt, sollte zwischen den Mahlzeiten durchgeführt werden. Als Antidyskratika zur Beseitigung des „Ungleichgewichtes der Säfte“ werden laut Dr. Heinz Schiller, Kneippkurhaus Bad Mühllacken, bei Entschlackungskuren die klassischen Kräuter Brennnessel, Löwenzahn und Wacholder eingesetzt. Bei der Brennnessel wirken das Kraut als Antidyskratikum, die Wurzel gegen Prostatahyperplasie und die Früchte als Stimulans. Entschlackungskuren mit Brennnesselkraut waren schon den alten Römern, Hildegard von Bingen (1098 – 1179) und Albertus Magnus (1200 – 1280) bekannt. Die Inhaltsstoffe des Krautes wirken als Antagonisten von Interleukin-1 und Tumornekrosefaktor-α, woraus sich eine Hemmung der Prostaglandinsynthese und des Knorpelabbaus ergibt. Zusätzlich hemmt der Auszug des Brennnesselkrautes zahlreiche Zytokine und wirkt diuretisch und Harnsäure senkend.

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