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Komplementärmedizin 3. November 2005

Fernöstliche Methoden der Ausleitung

Reinigungsstrategien finden in verschiedenen fernöstlichen Gesundheitsschulen breite Anwendung. Nach diesem Denken bleibt ihre Wirkung nicht auf die Beeinflussung körperlicher Prozesse beschränkt, sondern reguliert auch das seelische Gleichgewicht.

Zum eigenen Verständnis der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) gehört die Kenntnis über die Bedeutung der Fließeigenschaften des Blutes, wie Dr. Fritz Friedl, Chefarzt der Klinik Silima, Gut Spreng, Riedering, BRD, Ende Februar 2005 im Rahmen des GAMED-Symposiums „Säuren – Basen – Schlacken“ im Wiener Jugendstiltheater berichtete. Überlegungen zur Qualität des Blutes und des dazu gehörenden Blutstoffwechsels stellen deshalb eine Notwendigkeit dar und erlauben Parallelen zu anderen naturheilkundlichen Systemen. Der Blutfluss kann sowohl in dynamischer als auch in stofflicher Hinsicht gestört sein. Die Auswirkungen gehen dabei weit über „Durchblutungsstörungen“ hinaus. Reinigungsstrategien spielen deshalb bei sehr vielen Krankheitsbildern der Haut, des Darmes und der Leber sowie bei Tumorerkrankungen und Infarkten eine wesentliche Rolle. Friedl: „So wird beim ‚postoperativen Syndrom’, das häufig nach schweren Operationen auftritt, ein Konglomerat von Symptomen festgestellt, die üblicherweise zusammenhanglos und symptomatisch behandelt werden.“ Nicht so in der TCM: Körperliche und seelische Symptome reagieren auf die gleiche pflanzliche Rezeptur, die gleichzeitig Depressionen, Schmerzen, Schlafstörungen, gastrointestinale Symptome und Wundheilungsstörungen beseitigen kann (Kasten 1). „In unserer Klinik werden Ausleitungsstrategien angewendet, die zu einer Reduktion von Arzneimittelanwendungen und zur Entwicklung neuer ‚alter’ Therapiestrategien genutzt werden können“, so Friedl.

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Ayurvedische Ausleitung

Die Ayurveda-Medizin beschreibt die Bildung von Schlackenstoffen als ein nicht vollständiges Verdauen von materieller Nahrung und/oder geistigen Informationen und Prozessen, wie Sinneseindrücke und Gefühle. ­Ayurvedische Entschlackungsmaßnahmen haben zum Ziel, das Ama (Schlacken) zu reduzieren und gleichzeitig das Agni (Verdauungskraft) zu stärken. Angepasst an die individuelle Konstitution, die Stärke von Agni und das Ausmaß der Ama-Belastung, umfassen sie Diät (Kasten 2), Heilkräutermischungen, Entschlackungskuren (Panchakarma), Urklangtherapie und Meditation (Yoga). Dr. Lothar Krenner, Arzt für Allgemeinmedizin mit Spezialisierung auf Maharishi-Vedische Medizin, Wien: „Ayurveda amritanam – Derjenige, der Ayurveda kennt, ist in Unsterblichkeit gegründet.“

Schlackenbildung in Körper, Geist, Gefühl und Seele

Entsprechend dem Weltbild der Maharishi-Ayurveda-Medizin ist das Thema „Säuren, Basen, Schlacken“ nicht primär eine Frage der Messung und des Ausgleichs des sauren Milieus im Intra- und Extrazellulärraum des Körpers; Schlacken (Ama) entstehen durch unvollständig durchgeführte „Verdauungsprozesse“ auf der Ebene des Körpers, des Geistes, des Gefühls und der Seele. Erst wenn die innerste Intelligenzebene des Organismus – der Veda – völlig wach ist, können Transformationsvorgänge fehlerfrei ablaufen. Das Ziel der Maharishi-Ayurveda-Medizin ist daher das „in Einklang Kommen mit sich selbst“ – die Bewusstwerdung der innersten, trans­zendenten, stillen und wachen Ebene des Selbst (Atma). Dies erreicht man einerseits durch die Anwendung bestimmter Yogamethoden, im Besonderen der Technik der Transzendentalen Meditation, und andererseits durch Ernährungsempfehlungen (einschließlich spezieller Gewürz- und Kräutermischungen) abgestimmt auf die individuelle Konstitution (Praktiti/Vikriti) und Verdauungskraft (Agni), ergänzt durch entschlackende Maßnahmen wie zum Beispiel die Panchakarma-Kurbehandlung. Umfangreiches Studienmaterial in den Bereichen „free radical scaving“ und „Cholesterin­abbau“ liegt vor. Weitere Informationen befinden sich auf der Webseite der Österreichischen Ärztegesellschaft für Ayurvedische Medizin bzw. Maharishi-Vedische Medizin unter www.ayurveda.at.

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