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Komplementärmedizin 3. November 2005

NADH-Gabe schützt vor freien Radikalen

Freie Radikale können Zellen angreifen, die Gabe von Antioxidantien wie NADH bietet einen nachweislichen Schutz vor Schädigungen.

„Freie Radikale sind extrem reaktive Atome oder Moleküle mit einem ungepaarten Elektron in der äußersten Elektronenhülle“, berichtete Prof. DDr. Jörg G. D. Birkmayer, Wien, Ende Februar 2005 beim Symposium der Wiener Internationalen Akademie für Ganzheitsmedizin „Säuren-Basen-Schlacken“: „Durch diese Eigenschaft können sie im Organismus Zellen angreifen und die Zellstrukturen empfindlich schädigen. Freie Radikale sind an der Entstehung zahlreicher chronischer Krankheiten wie Herz- und Gefäßerkrankungen, Krebs, Arthritis, Diabetes, Autoimmunerkrankungen und alkoholische Lebererkrankungen beteiligt. Außerdem beschleunigt die regelmäßige Einwirkung freier Radikale den natürlichen Alterungsprozess.“ Antioxidantien sind Moleküle, die gegen Oxidation schützen. Dabei wird zwischen chemischen Antioxidantien (wie Butylhydroxytoluol und Konservierungsmittel) und biologischen Antioxidantien (wie Selen, Glutathion, Coenzym 1 (NADH), Superoxiddismutase sowie Vitamin A, C und E) unterschieden. Antioxidantien wirken umso stärker, je höher ihr Reduktionspotenzial ist (Tabelle).
Aussagekräftige Antioxidantien-Tests betreffen die Glutathionperoxidase (photometrisch), Superoxiddismutase (photometrisch), Glutathion (HPLC), Vitamine A, C und E (HPLC), Selen, Zink und Molybdän (AAS), Malondialdehyd (HPLC) und NADH Verbrauchstest (ENMA-Test). Richard Passwater schrieb 1997 im Vorwort des Buches „NADH the Energizing Coenzyme“, es gebe zwar keine Substanz im menschlichen Organismus mit dem Prädikat „am wichtigsten“ oder „das wichtigste Antioxidans“, aber NADH komme diesem Anspruch sehr nahe.

Zell-Treibstoff NADH

NADH kommt in relativ hohen Konzentrationen im Herz, Hirn und in den Muskeln vor, weil diese Organe die meiste Energie benötigen. NADH ist die biologische Form von Wasserstoff, der mit dem Sauerstoff der Zelle unter Bildung von ATP-Energie und Wasser reagiert. Je mehr Energie eine Zelle hat, desto höher ist ihr ATP-Gehalt. NADH ist somit ein wichtiger Treibstoff der Energieproduktion in der Zelle. Es unterstützt die Reparatur von Zell- und DNA-Schäden, stimuliert das Immunsystem und steigert die Nitroxyd-Produktion (NO). Die neue Methode zur Bestimmung der ATP-Zell-Energie ist laut Birkmayer der ENMA-Test (Extracellular NADH Metabolization Assay). Der ENMA-Test misst, wie viel NADH von Blutzellen metabolisiert wird. Eine Untersuchung an Marathonläufern zeigte, dass die tägliche Einnahme von 30 mg NADH (Enada®) über vier Wochen im Vergleich zu Placebo zu einem deutlich gesteigerten NADH-Gehalt im Blut führte. Eine andere Untersuchung konnte nachweisen, dass die Gabe von NADH die Niere vor Zellschädigung durch Lipidperoxidation schützt. Die Inkubation von Myokardzellen mit NADH führt zu einer Zunahme von ATP innerhalb dieser Zellen.

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