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Komplementärmedizin 3. November 2005

Den Organismus entschlacken

Einen aktuellen Wissensüberblick über neueste diagnostische Möglichkeiten, antioxidative Maßnahmen sowie zum sinnvollen Umgang mit Basentherapeutika und ausleitenden Verfahren gab ein internationales Symposium „Säuren – Basen – Schlacken“, das von der Wiener Internationalen Akademie für Ganzheitsmedizin (GAMED) veranstaltet wurde.

„Für den menschlichen Organismus stellt sich das Problem, den pH-Wert in den Körperflüssigkeiten trotz wechselnder Belastungen durch Säuren und Basen aus der Nahrung und dem Stoffwechsel in einem bestimmten Bereich konstant halten zu müssen“, eröffnete Prof. Dr. Wolfgang Marktl, Präsident der Wiener Internationalen Akademie für Ganzheitsmedizin, Wien, das zweitägige Symposium „Säuren – Basen – Schlacken“, das von der Wiener Internationalen Akademie für Ganzheitsmedizin (GAMED) am 25. und 26. Februar 2005 im Jugendstiltheater auf der Baumgartner Höhe zu Ehren des 80. Geburtstages ihres Gründers und Ehrenpräsidenten Prof. DDr. Alois Stacher veranstaltet wurde. Prof. DDr. Manfred Herold, Klinische Abteilung für Allgemeine Innere Medizin, Universitätsklinik Innsbruck: „Chemisch gesehen bedeutet Übersäuerung einen Überschuss an sauer reagierenden Substanzen und ist messtechnisch einfach zu bestätigen. Ganzheitsmedizinisch wird Übersäuerung als deskriptiver Begriff zur Erklärung unterschiedlicher Krankheitssymptome und deren Beeinflussung durch Nahrung verwendet.“ Die extrazelluläre Matrix (ECM, Grundsubstanz) ist ein jeder Zelle vorgeschaltetes Molekularsieb aus Proteoglykanen (PG) und Glykosaminoglykanen (GAG), Strukturglykoproteinen (Kollagen, Elastin) und Vernetzungsglykoproteinen (Fibronektin, Laminin). Sie ist über Kapillaren und vegetative Nervenfasern an das Hormonsystem und das zentrale Nervensystem angeschlossen. Jedes somato-psychische und psycho-somatische Ereignis spiegelt sich daher in der Organisation der ECM wider. Durch die Bindung von Kieselsäure (Si) an die PG/GAGs erhält die ECM die Funktion einer „Nanokompositenmembran“. Dadurch bekommen kleine wie große Moleküle die gleichen Diffusionsmöglichkeiten. Si hat Halbleitereigenschaften, die zum Abfangen von Radikalen unter Aussendung von Photonen geeignet sind.

Redoxaktive Makromoleküle

Die PG/GAGs-Si-Komplexe stellen laut Prof. Dr. Hartmut Heine, Neuhausen, BRD, redoxaktive Makromoleküle dar, die außerordentlich empfindlich gegen Verunreinigungen sind. Sie werden von einem monomolekular „gespannten“ Wasserfilm überzogen („streched water“), dessen Energiestatus viele Katalysen bewirken kann. Stress führt zu einem erhöhten Katecholaminspiegel mit reaktiver qualitativer und quantitativer Veränderung der ECM-Komponenten. Durch Sauerstoffradikale (ROS) entsteht eine proinflammatorische Situation. Im Rahmen von chronischen Entzündungen werden durch ROS AGEs (advanced glycation endproducts) unter Einschluss von Lipiden zu großen unlöslichen Molekülen polymerisiert. Dieser als „Verschlackung“ der ECM zu bezeichnende Vorgang mündet in eine positive Rückkopplung mit der Gefahr der Entwicklung chronischer Krankheiten und Tumoren. Viele Lebensumstände, zum Beispiel basenarme Ernährung und chronische Krankheiten, führen zu einer erhöhten Sympathikusaktivität mit vermehrter Entzündungsbereitschaft und latenter Azidose. Heine: „Zirkadianrhythmisches Säure-Basen-Fluten in der ECM stehen miteinander als physiologische Basis des Zellstoffwechsels in Rückkopplung. Die ECM ist dabei über den Kochsalz-Natriumhydrogenkarbonat-Kreislauf der Puffer, der die Verhältnisse so aufeinander einstellt, dass der lebensnotwendige Leberrhythmus erhalten bleibt. Abweichungen von diesen Rückkopplungen sind immer mit einer latenten Azidose als Ausgangspunkt der Verschlackung der ECM verbunden. Messbar ist dies an einem chronisch sauren pH des Harns. Therapeutisch steht daher die exogene Basenzufuhr im Mittelpunkt.“

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