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Akupunktur wirkt stark gegen Übelkeit und Erbrechen unter Chemotherapie.
 
Komplementärmedizin 30. Jänner 2013

Akupunktur hilft gegen Übelkeit

4. Februar - Weltkrebstag: Was onkologische Patienten und ihre Behandler sich von den Nadeln erhoffen dürfen.

Viele Krebspatienten nutzen Therapieformen der Komplementärmedizin. Zu den häufig angebotenen Verfahren gehört die Akupunktur. US-Forscher sind nun in einer Studie der Frage nachgegangen, was die Akupunktur bei Chemotherapie tatsächlich bringt.


In einem systematischen Review hat eine Arbeitsgruppe um Kay Garcia vom MD Anderson Cancer Center der University of Texas, Houston, jetzt mehr als 2500 einschlägige Publikationen zur Akupunkturtherapie von Krebspatienten gesichtet.

Nach Anwendung der Einschlusskriterien (prospektive randomisierte klinische Studie, Evaluation des Symptommanagements bei Krebspatienten, Verwendung von Akupunkturpunkten) blieben 41 Studien übrig, die sich mit acht Symptomen befassten.

Dazu zählten Schmerzen, Übelkeit/Erbrechen, Hitzewallungen, Fatigue, Xerostomie nach Radiatio, prolongiertem postoperativem Ileus, Angststörungen, affektive Störungen und Schlafstörungen (JCO 2013; 22. Januar).

Der Analyse dieser 41 Untersuchungen entsprang nur ein evidenzgesichertes Resultat: Akupunktur wirkt gegen Übelkeit und Erbrechen unter Chemotherapie, wobei der Effekt dieser ergänzenden Behandlung als stark zu bezeichnen ist.

Einzig für diese Indikation fand sich eine Studie, die ein geringes Risiko für statistische Verzerrung im Sinne eines systematischen Fehlers aufwies. Bei allen anderen untersuchten Symptomen war das nicht der Fall. Ein häufiger Mangel war, dass nicht angegeben war, wer jeweils das Setzen der Nadeln verantwortete - ob etwa ein und derselbe Therapeut unverblindet sowohl für die Verum- als auch die Scheinakupunktur zuständig gewesen war.

Job für erfahrene Akupunkteure


Beispielsweise hatten von elf Studien zur Schmerzakupunktur zehn ein hohes und eine ein unklares Verzerrungspotenzial gemäß den Cochrane-Kriterien. Obwohl die Untersuchung nur ein verlässliches Ergebnis zeitigte, sind die praktischen Konsequenzen durchaus zahlreich. "Von unseren Erkenntnissen ausgehend, sollten Ärzte ihre onkologischen Patienten zur Akupunktur überweisen, wenn diese an unkontrollierter Übelkeit bzw. Erbrechen leiden und sofern keine Kontraindikationen bestehen", schreiben Garcia und Kollegen.

Für andere Symptome wie Schmerzen, Hitzewallungen, Mundtrockenheit, Beklemmungen oder Fatigue untergrüben systematische Fehler der einschlägigen Studien den Wirknachweis. "Allerdings bedeutet das Fehlen von Beweisen nicht unbedingt auch einen fehlenden Effekt", betonen die Autoren.

Weitere Folgerungen laut Garcia: Nadeln setzen sollte nur ein dazu befähigter Akupunkteur. Niemals darf direkt in den Tumor oder in ulzerierte Bereiche gestochen werden. Gliedmaßen, die für Lymphödeme anfällig sind, sind grundsätzlich von Nadeln freizuhalten. Wird die Brustwand kachektischer Patienten akupunktiert, ist Vorsicht geboten, ebenso, wenn Patienten mit Neutropenie, Blutungsneigung, Schwangere, Patienten mit Krampfanfällen oder verwirrte Krebskranke behandelt werden.

Elektroakupunktur verbietet sich bei Patienten, die Herzschrittmacher oder implantierte Defibrillatoren tragen.

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