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Komplementärmedizin 30. Juni 2005

Mit Biofeedback gegen Hautblüten

Neurodermitiker mit stark ausgeprägter psychosomatischer Komponente der Dermatose können erfolgreich mit Biofeedback-Verfahren behandelt werden. Biofeedback ist dabei Hilfe zur Selbsthilfe: Patienten lernen, Körperfunktionen bewusst zu steuern und etwa Juckreiz zu unterdrücken.

"Physiologische Parameter, wie Hautwiderstand oder die Körpertemperatur, werden gemessen, verstärkt und dem Patienten in einer für ihn verständlichen Form so zurück gemeldet (Biofeedback), dass dieser Veränderungen dieser Funktionen wahrnehmen kann", so Privatdozent Dr. Rüdiger Schellenberg aus Hüttenberg bei einer Fortbildungsveranstaltung der Akademie für Ärztliche Fortbildung in Bad Nauheim.
"Das funktioniert erfahrungsgemäß bereits nach zwei bis drei Therapiesitzungen", sagte Schellenberg. Ein gleichzeitiges Entspannungstraining bewirkt bewusstes Meiden von Stressoren oder Reizen, die zum neuen Krankheitsschub führen könnten.

Der Facharzt für klinische und pathologische Physiologie behandelt in seiner Praxis seit Jahren Neurodermitis- und Schmerzpatienten mit dieser Methode, darunter auch Kinder. Schellenberg schilderte exemplarisch die Krankengeschichte einer jungen Neurodermitis-Patientin, die bereits zwei Jahre lang relativ erfolglos mit Medikamenten behandelt worden war.

Auslöser der Erkrankung waren bei ihr extreme private und berufliche Veränderungen gewesen. Bereits nach zehn Therapiesitzungen waren die Effloreszenzen verheilt. Juckreiz trat nur noch selten auf - und wenn doch, konnte ihn die Patientin gezielt selbst unterdrücken.

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