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Was als Entspannung beginnt, kann als Stress enden.
 
Komplementärmedizin 13. Jänner 2013

Umkehr des Entspannungseffekts

Aromatherapie schädlich für Herz und Gefäße?

Weltweit entspannen sich Millionen Menschen im Nebel von Duftkerzen und -ölen. An Mitarbeitern von Wellness-Einrichtungen untersuchte eine taiwanesische Studie jetzt, welche Wirkung ätherische Öle auf Herz und Gefäße haben.

Ätherische Öle enthalten hunderte aromatische Verbindungen. Werden diese in der Luft verbreitet, können sie Stress mindernd wirken. Allerdings gibt es auch Untersuchungen, in denen Zusammenhänge mit Asthma, chronischer Bronchitis und negative Einflüsse auf die Fruchtbarkeit sowie auf Herz und Kreislauf gesehen wurden. Wie Herz und Gefäße unmittelbar auf ätherische Öle reagieren, wurde an 100 gesunden Mitarbeitern mit einem Durchschnittsalter von 22,5 Jahren in verschiedenen Spa-Zentren in Taipei untersucht (Chuang KJ et al. European Journal of Preventive Cardiology, online 29. November 2012). Die Probanden wurden über zwei Stunden ätherischen Öldämpfen aus einem Ultraschallzerstäuber ausgesetzt. In drei Versuchsreihen wurden jeweils in 15-minütigen Intervallen Ruhepuls und Blutdruck bestimmt.

Dabei ergab sich folgendes Bild: 15 Minuten nach Expositionsstart begannen Blutdruck und Herzfrequenz signifikant gegenüber dem Ausgangswert zu sinken (RR –0,81/–0,45, –1,62/–0,72, –2,10/–1,30mmHg; Herzfrequenz: –0,11, –1,08, –2,21 Schläge/min). Dieser entspannende Effekt hielt etwa eine Stunde an. Danach allerdings kehrte sich die Wirkung um: Zwischen 75 und 120 Minuten nach Versuchsbeginn stieg der Blutdruck um 0,23/0,02, 1,4/1,10 und 1,83/1,45 mmHg und erreichte nach 120 Minuten eine Steigerung von 2,19/1,76 mmHg. Auch die Herzfrequenz stieg nach 75 Minuten kontinuierlich und lag nach 120 Min. 1,7 Schläge/min über dem Ausgangswert.

Die Ergebnisse bestätigen frühere epidemiologische Studien, bei denen sich bereits ein Zusammenhang zwischen der Exposition gegenüber flüchtigen organischen Verbindungen und kardiovaskulären Effekten gezeigt hatte. Detailliertere Untersuchungen zu diesem Thema wären laut Autoren wünschenswert.

 

springermedizin.de, Ärzte Woche 1/2/2013

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