zur Navigation zum Inhalt
 
Komplementärmedizin 11. Juli 2005

Akupunktur kann bei Narbenneuralgie helfen

Narben nach Verletzungen oder Operationen können sowohl tief subkutan als auch auf der Oberfläche der Haut verhärten und eine chronische Narbenneuralgie auslösen.

Eine Narbenneuralgie kann sich bei einigen Patienten auch als diffuse Organbeschwerden äußern. Über gute Erfahrungen mit einer Akupunktur-Therapie bei einer jungen Patientin berichtet Dr. Ahmad Hakim-Meibodi aus Bad Arolsen, Deutschland. Hier ist sein interessanter Fallbericht:
Eine 36-jährige Patientin besucht unsere Schmerzambulanz, da sie seit Jahren erfolglos wegen hartnäckiger krampfartiger Oberbauchbeschwerden behandelt wird. Sie ist depressiv, ängstlich und sehr verzweifelt, da sie sich als Simulantin deklariert fühlt. Sie ist deswegen einem psychischen Zusammenbruch nahe. Bei der Inspektion des Abdomens fällt eine lange, über den Thorax bis unterhalb des Nabels verlaufende, teilweise hochrote Narbe mit vielen Ecken und Winkeln auf. Im Bereich der Narbe ist die Schmerzschwelle so niedrig, dass bereits eine leichte Berührung als extrem schmerzhaft empfunden wird. Die Patientin berichtet, dass sie als Säugling wegen eines großen Zwerchfelldefektes zweimal operiert werden musste. Bereits als Kind fingen dann die Oberbauchbeschwerden an. Wegen der krampfartigen Schmerzen wurden in den vergangenen 30 Jahren zwar mehrmals intensiv alle Abdomenorgane untersucht, doch kein behandelnder Arzt fand eine organische Erklärung für die Beschwerden. Auf die Narbe wurde bei den Untersuchungen nach ihren Angaben nie eingegangen.

Symptomlinderung bereits nach drei Behandlungen

Da der Bauch der Patientin so extrem berührungsempfindlich ist, kann keine tiefe Regionalanästhesie angewendet werden, wie sie sonst bei Narbenschmerzen häufig hilfreich ist, da alle aktivierten Narbenzonen damit erreicht werden können. Wir entschließen uns daher zu einer Akupunkturbehandlung mit einem Softlaser mit den Frequenzen A. B. F. (A ist antientzündlich, B fördert die Ernährung, F bessert die Narbenqualität). Bereits nach drei solcher Behandlungen lässt die Allodynie so nach, dass die aktiven Narbenpunkte in der Oberfläche und in der Tiefe mit einer Goldnadel akupunktiert werden können. Nach zehn solcher Behandlungen ist die Narbe blass und fast glatt geworden. Die Bauchschmerzen sind seither dauerhaft verschwunden. Eine tiefe Regionalanästhesie wurde gar nicht benötigt. Die Patientin erhält seit nunmehr über drei Jahren alle drei Monate vorsorglich eine Akupunkturbehandlung der Narbe und ist weiterhin beschwerdefrei.

Fazit

Aktive Narben können offenbar mit der Zeit Störfelder aufbauen, die zum einen unspezifische Organbeschwerden auslösen und zum anderen die Schmerzschwelle in betroffenen Bereichen extrem erniedrigen. Mit einer Softlasertherapie und einer tonisierenden Akupunkturbehandlung kann ein extremer Narbenschmerz so erfolgreich gelindert werden, dass eine tiefe Regionalanästhesie nicht mehr nötig ist.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben