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Dr. Erfried Pichler, Präsident der ÖGHM, LKH Klagenfurt
 
Komplementärmedizin 12. Oktober 2012

Kompetente Anwendung der Homöopathie durch erfahrene Schulmediziner

Dr. Erfried Pichler, neuer Präsident der ÖGHM über den Einsatz der Homöopathie in Österreich.


Der Allgemeinmediziner und Leiter der homöopathischen Ambulanz an der Abteilung für Kinderonkologie des LKH Klagenfurt, Dr. Erfried Pichler, wurde nun zum Präsidenten der Österreichischen Gesellschaft für Homöopathische Medizin (ÖGHM) gewählt. Somit löst er Dr. Gloria Kozel, die das Amt lange Jahre geleitet hat, ab. Sie bleibt der ÖGHM allerdings weiterhin an der Spitze des Medienteams erhalten. Pichlers Ziel: Die Homöopathie als wissenschaftliche medizinische Behandlungsmethode weiter zu etablieren.


Die Homöopathie ist eine Regulationstherapie, die sowohl bei akuten als auch chronischen, körperlichen, psychischen und psychosomatischen Krankheiten erfolgreich eingesetzt werden kann. In Österreich ist eine kompetente Anwendung durch erfahrene Schulmediziner mit einer qualifizierten Homöopathieausbildung sichergestellt. Die Ärzte erstellen – nach einer ausführlichen Anamnese - zuerst eine Diagnose und entscheiden dann, welche Therapieform notwendig, erfolgversprechend und nebenwirkungsarm ist. Sie führen auch eine Erfolgskontrolle der jeweiligen Behandlung durch. Die homöopathische Medizin ist vor diesem Hintergrund nicht als Alternative, sondern als eine ärztliche Therapiemethode unter mehreren Möglichkeiten zu sehen. Im Vordergrund stehen der individuelle Patient und dessen aktueller Zustand.

Sicher, wirksam & nebenwirkungsarm


Die Wirkung der Homöopathie wurde mittlerweile in zahlreichen Studien nach höchsten wissenschaftlichen Standards nachgewiesen. So zeigte eine am Wiener Allgemeinen Krankenhaus durchgeführte randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie an 70 Intensivpatienten mit schwerer Sepsis („Blutvergiftung“), dass die zweimal tägliche Gabe eines klassischen homöopathischen Arzneimittels in der Potenz C200 zusätzlich zur intensivmedizinischen Medikation deutliche Vorteile brachte.

In der Schweiz fand ein Expertenteam in 22 medizinischen Datenbanken 107 auswertbare wissenschaftliche Arbeiten. Von vier Meta-Analysen und 18 Systematischen Reviews mit dem höchsten Evidenzgrad (Ia) belegten fünf Arbeiten die Wirksamkeit der Homöopathie. Im Indikationsbereich „Infekte und allergische Reaktionen der oberen Atemwege“ wurden 29 Studien identifiziert, die an über 5.000 Probanden durchgeführt worden sind. 24 dieser 29 Studien kamen zu positiven Ergebnissen für die Homöopathie.


Literatur: „Homöopathie in der Krankenversorgung – Wirksamkeit, Nutzen, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit“, von Bornhöft G, Matthiessen PF. HTA-Bericht zur Homöopathie im Rahmen des Programms Evaluation Komplementärmedizin in der Schweiz. VAS – Verlag für Akademische Schriften, Frankfurt 2006, ISBN 978-3-88864-419-1)

Hohes Kosteneinsparungspotenzial


Im Zuge der zunehmenden Unfinanzierbarkeit unseres Gesundheitssystems kommt dem gesundheitsökonomischen Potenzial von komplementärmedizinischen Therapiestrategien
eine wachsende Bedeutung zu. Mehrere Studien belegen bereits, dass speziell durch die homöopathische Medizin die Gesamtbehandlungskosten deutlich reduziert werden können. So zeigt eine große aktuelle Untersuchung, die von einem niederländischen Versicherungsunternehmen bei 150.000 Versicherten durchgeführt wurde, dass homöopathisch betreute Patienten um bis zu 25 Prozent weniger kosteten als konventionell behandelte Patienten. Besonders ausgeprägt war die Kostenersparnis für Medikamente (bis 33 %) und Krankenhausaufenthalte (bis 38 %).

Fazit

Die Homöopathische Medizin ist eine komplementärmedizinische Heilmethode mit 200-jähriger Tradition, die weltweit erfolgreich angewandt wird. In Indien und etlichen Staaten Südamerikas ist sie Teil des staatlichen Gesundheitssystems. In Deutschland haben mehr als die Hälfte der Krankenkassen einen Kostenübernahmevertrag mit dem Deutschen Zentralverband homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) abgeschlossen. In der Schweiz wurde die Behandlung mittels homöopathischer Medizin per Volksentscheid wieder in das Grundversorgungssystem aufgenommen. Die homöopathische Medizin kann wesentlich dazu beitragen, das Gesundheitssystem finanziell zu entlasten.

Die Österreichische Gesellschaft für Homöopathische Medizin (ÖGHM) ist die größte Vereinigung homöopathischer Ärzte Österreichs. Ziele der ÖGHM sind die Aus- und Weiterbildung von Ärzten auf Europastandard, die Repräsentation der Homöopathie gegenüber Öffentlichkeit und Medien, die EU-weite Vertretung auf politischer und wirtschaftlicher Ebene sowie die Förderung von Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der Homöopathie. Die ÖGHM wurde 1953 gegründet und hat ca. 900 Mitglieder. 

 www.homoeopathie.at  



Literatur:

Kooreman P, Baars EW: Patients whose GP knows complementary medicine tend to have lower costs and live longer. Eur J Health Econ DOI 10.1007/s10198-011-0330-2.
www.springerlink.com/content/j045w2v427006670  

Frass M, Linkesch M, Banyai B, Resch G, Dielacher C, Löbl T, Endler C, Haidvogl M, Muchitsch I, Schuster E: Adjuncitve homeopathic treatment in patients with severe
sepsis: a randomized, double-blind, placebo-controlled trial in an intensive care unit. Homeopathy (2005) 94, 75-80.

E. Pichler, springermedizin.at

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