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Foto: pixelio.de / Mike Frajese
 
Komplementärmedizin 15. Juni 2009

Bachblüten wirken gleich wie Placebos

Systematisches Review widerlegt therapeutische Wirkung.

Eine aktuelle Studie des Departments für Evidenzbasierte Medizin und Klinische Epidemiologie der Donau-Universität Krems zeigt, dass Bachblüten zwar eine Verbesserung von psychischen Problemen bewirken können, allerdings just so wie auch Placebos.

 

Die Bachblütentherapie ist eine alternative Behandlungsmethode, bei der einzelne oder mehrere Blütenessenzen eingenommen werden, um psychische Probleme zu lindern. Die Wirkung dieser Therapie ist umstritten, da klinische Studien bisher nicht nachweisen konnten, dass die Wirksamkeit von Bachblüten die von Placebo übersteigt. Die Forscher und Forscherinnen des Departments für Evidenzbasierte Medizin und Klinische Epidemiologie wollten es genauer wissen. Sie untersuchten, ob eine Therapie mit Bachblüten einen (positiven) Effekt auf psychische Probleme – konkret Prüfungsangst oder Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) – hat. Dies wurde anhand eines systematischen Reviews überprüft. Für das Review wurden drei Studien herangezogen, die sich mit der Wirksamkeit von Bachblüten gegen Prüfungsangst befassten, und eine, die die Wirkung gegen ADHS behandelte.

Alle vier Studien zeigten, dass Bachblüten nicht besser gegen Prüfungsangst oder ADHS wirken als Placebo. Bei allen therapierten Schülern und Studenten zeigte sich zwar eine Verbesserung, aber diese Verbesserung stellte sich sowohl bei der Einnahme von Bachblüten als auch Placebo ein. Ein weiteres Ergebnis des Reviews ist, dass im Zuge aller Bachblütentherapien nur vereinzelt Nebeneffekte auftraten. „Viele Menschen stehen Medikamenten skeptisch gegenüber und bevorzugen ‚natürliche’ Therapien wie Bachblüten. Unsere Arbeit zeigt aber klar, dass wissenschaftliche Studien keinen Nachweis für die Wirksamkeit von Bachblüten bei Prüfungsangst gefunden haben. Bachblüten als effektives therapeutisches Mittel zu verkaufen, ist daher meiner Ansicht nach eine Täuschung der Patienten“, resümiert Studienautorin Dr. Kylie Thaler.

„Bachblüten wirken bei Prüfungsangst zwar nicht besser als Placebo, das bedeutet aber nicht, dass sie völlig nutzlos sind. In psychisch belastenden Situationen sprechen viele Menschen sehr gut auf Placebo an. Da Bachblüten weitgehend nebenwirkungsfrei sind, können sie daher für manche Personen weiterhin ein gutes Mittel sein, der Prüfungsangst beizukommen. Insofern helfen sie, den missbräuchlichen Einsatz von pharmakologischen Beruhigungsmitteln zu reduzieren“, ergänzt Departmentleiter Prof. Dr. Gerald Gartlehner, MPH. 

 

Nähere Informationen unter www.donau-uni.ac.at/ebm

Donau-Uni/KK, Ärzte Woche 24 /2009

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