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Fotos (5): Mag. Wenzel Müller
Grau in grau: So präsentiert sich die Wiener Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie noch von vielen Seiten.

Grünbereich mit Hängematte: Prof. Dr. Max H. Friedrich führt das neue Objekt Stadträtin Mag. Sonja Wehsely vor. ################### ############################.

Die Hoffnung stirbt zuletzt: Einmal wird der Baum den Blick auf die Betonfassade verdecken.

Der „Weg zum Wohl-er-
gehen“. ############################.

Bäume mit „Mascherl“: Neu im Therapiegarten.

 
Komplementärmedizin 28. Mai 2009

„In der Natur begegnen sich innere und äußere Welt“

Die Wiener Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie wertet ihren Grünbereich auf.

Ein Betonbau neben dem anderen. So präsentiert sich das Wiener Allgemeine Krankenhaus. Doch nun ist im Südtrakt ein Therapiegarten dazugekommen.

 

Hinterher ist man immer schlauer. Heute würde wohl niemand mehr das Allgemeine Krankenhaus in Wien so bauen, wie es gebaut worden ist – mit Räumen, wo Ärzte den ganzen Arbeitstag lang kein einziges Mal Tageslicht zu Gesicht bekommen.

Wie es ist, muss es ja aber nicht bleiben. Fehler lassen sich korrigieren – oder vorsichtiger formuliert: Nachbesserungen lassen sich vornehmen. Das ist nun geschehen, die Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie hat einen Therapiegarten erhalten. Der Grünbereich zwischen den Betonbauten ist aufgewertet worden, der Außenbereich hat an Qualität gewonnen.

Den alten Weg aus Betonplatten gibt es zwar nach wie vor, doch dazugekommen ist der „Weg zum Wohl-er-gehen“. Der vorwiegend aus Rindermulche bestehende Untergrund fühlt sich gleich viel angenehmer an. Der Boden gibt bei jedem Tritt sanft nach, das entlastet das Sprung-, Knie- und Hüftgelenk. Wer barfuß geht, verschafft sich selbst eine Fußreflexzonenmassage. Patienten können hier ihren Gleichgewichtssinn und ihre Bewegungskoordination trainieren.

Auch für das Medizinpersonal

Dieser in Zusammenarbeit mit der Österreichischen Gartenbaugesellschaft neu geschaffene Bereich soll nicht nur den Patienten zugute kommen, sondern auch dem medizinischen Personal. „Hier im Freien können Ärzte und Pfleger tief durchatmen und einen Schritt zurücktreten“, sagte Oberschwester Friederike Kral bei der Eröffnung im Mai. Der Garten als Prophylaxe vor dem Burn-out-Syndrom.

Energieplatz

Was hat der Garten außer dem „Wohl-er-gehen-Weg“ zu bieten? Eine Hängematte. Walking-Stöcke. Einen Gemüsegarten, den Patienten zusammen mit Pflegern betreuen. Und nicht zuletzt einen Naschgarten, wo Brom-, Him- und Johannisbeeren gepflückt werden können – doch dazu muss es erst Sommer werden. Also ein Naturerlebnis der besonderen Art mitten in der Großstadt.

„In der Natur begegnen sich innere und äußere Welt“, schrieb Novalis. Ein Aspekt, der gerade bei Patienten mit psychischen Störungen wichtig sei, sagte Prof. Dr. Siegfried Kasper: „Hier lernen unsere Patienten über die Gartenarbeit die Verbindung zur Außenwelt wieder herzustellen. Der sensuelle Umgang stellt eine große Bereicherung für sie dar.“

Nicht zuletzt weist der Gartenbereich nun auch einen „Platz aufladender Energie“ auf. Ein Ort, den der Vorsitzender der Österreichischen Gartenbaugesellschaft, DI Dr. Peter Fischer-Colbrie, mit Hilfe der Radiästie vulgo der Wünschelrute ausfindig gemacht hat. Doch das wird auf der Hinweistafel nicht erwähnt, denn das könnten ja einige allzu strenge Schulmediziner als Affront auffassen.

Von Mag. Wenzel Müller, Ärzte Woche 22 /2009

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