zur Navigation zum Inhalt
Foto: MedUni Wien
Federführend: Herbert Watzke (links) und Klaus-Felix Laczika, hier mit einem Gerät, das für die Messungen im Rahmen des Projektes eingesetzt wird.
 
Komplementärmedizin 21. März 2012

HAUTNAH begleiten

Musikmedizin und -therapie an der Palliativstation der Medizinischen Universität Wien.

Die Palliativmediziner an der MedUni Wien im AKH Wien haben alle ihre Bemühungen einem Ziel verschrieben: „Es geht um die Verbesserung der Lebensqualität in der den betroffenen Menschen verbleibenden Zeit“, sagt Prof. Dr. Herbert Watzke von der Universitätsklinik für Innere Medizin I. Dazu zählt auch der Einsatz der so genannten Musikmedizin, bei der es um die Wirkung von Tönen auf die Patienten geht, die an einer unheilbaren Erkrankung leiden. Das Ergebnis: „Musik wirkt heilsam, auch wenn keine Heilung im engeren Sinn möglich ist.“

 

Mit Hilfe des Künstlers Konstantin Wecker, dessen Mutter auch lange Zeit in einer palliativmedizinischen Abteilung gepflegt worden ist, soll die Musikmedizin in der Palliativstation an der MedUni Wien im AKH Wien gefördert werden: Wecker gab am 17. März 2012 im musikalischen Dialog mit Klaus-Felix Laczika (Klavier) und Thomas Staudinger (Gesang) ein Konzert mit dem Titel „HAUTNAH begleiten“. Der Reinerlös dieser Veranstaltung fließt zu 50 Prozent in die Abteilung, um notwendige Anschaffungen zu tätigen. Die andere Hälfte kommt Caritas-Projekten zu Gute. „Zudem erhoffen wir uns, dass Weckers Beispiel Schule macht. Dieses Projekt soll eine Fortsetzung mit anderen Musikern haben“, sagt Prof. Dr. Klaus-Felix Laczika von der Universitätsklinik für Innere Medizin I.

Musik auf der Intensivstation

Der Internist Laczika arbeitet seit drei Jahren mit Musiktherapie und Musikmedizin auf der Intensivstation. Bei der Musiktherapie handelt es sich um eine „Dreierbeziehung“ zwischen Therapeut, Patient und der Musik. Bei der Musikmedizin sucht sich der Patient die Musik aus, beim Hören wird die Wirkung gemessen.

Studie: Musik wirkt

Laczika hat experimentell die Atmung und die Herzfrequenzvariabilität von Mitgliedern der Wiener Philharmoniker und des Publikums bei einem Mozart-Konzert gemessen. „Jedes Mozart-Klavierkonzert ist eine Hochschaubahn sämtlicher menschlicher Existenzzustände, von Ekstase bis zu Friede und Humor, die mittels modernster Stressforschungstechnik sichtbar gemacht werden können“, erklärt Laczika.

Dieses Sichtbarmachen von Stress und Entspannung ist auch bei schwerkranken Krebspatienten auf der Palliativstation möglich. „Auch bei ihnen ist Musik ganz allgemein in der Lage, Körper und Geist je nach Vorgabe in einen entspannten oder stimulierten Zustand zu versetzen und damit die Lebensqualität zu heben“, sagt Watzke, der Österreichs einzige Professur für Palliativmedizin besetzt.

Konstantin Wecker hatte sich übrigens bereit erklärt, sich vor und während des „musikalischen Dialogs“ auf der Bühne verkabeln zu lassen; seine Daten fließen nun in die Studie ein.

 

Quelle: Presseinformation der MedUniWien, 15. 2. 2012

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben