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Foto: Labo’Life

Die Kapseln der Labo‘Life Medikamente enthalten jeweils eine Tagesdosis mit homöopathischen Globuli.

Foto: Labo’Life

Dr. Renate Schied
Ärztin für Allgemeinmedizin und Naturheilkunde, Graz

 
Komplementärmedizin 5. Dezember 2011

Parodontitis und Mikroimmuntherapie

Parodontitis als Signal einer ganzkörperlichen Regulationsstörung – Behandlungsansatz der Mikroimmuntherapie.

Parodontitis ist heute zu einer Volkskrankheit geworden. Zwei von drei Erwachsenen über 40 Jahre leiden daran. Die Erkrankung ist für Kieferknochen, Zähne und auch für die allgemeine Gesundheit eine Gefahr. Wenn wir nun über die Bedeutung der Zähne Bescheid wissen, wird sehr schnell verständlich, welche Folgen, welche gesundheitlichen Probleme und welche Folgekosten diese entzündliche Erkrankung des Zahnhalteapparates nach sich zieht.

 

Unsere Autorin, Dr. Renate Schied, ist Ärztin für Allgemeimedizin und Naturheilkunde in Graz und befasst sich bei ihren Patienten im Sinne der ganzheitlichen Betrachtung mit dem Zusammenhang zwischen Parodontal- und Allgemeinerkrankungen.

Parodontitis ist kein rein zahn-medizinisches Problem

Per definitionem handelt es sich bei der Parodontitis um eine entzündliche Erkrankung des Halteapparates der Zähne, die zu Zahnfleischschwund und Abbau des Kieferknochens führt. All dies mündet letztendlich in den Verlust der Zähne. Pathophysiologisch entsteht durch Bakterien eine Plaquebildung, in der Folge kommt es zur Freisetzung von bakteriellen Stoffwechsel- und Zerfallsprodukten, die eine immunologische Reaktion hervorrufen. Parodontitis zählt zu den häufigsten Infektionskrankheiten der Mundhöhle. Die Erkrankung bleibt für den Laien lange unerkannt, weil sie anfangs keine Schmerzen verursacht. Zahnfleischbluten, -schwellungen und Mundgeruch sind typische Symptome von Parodontitis. Besonders betroffen sind Herzkranke, Diabetiker, Asthmatiker und werdende Mütter.

In der ganzheitlichen Zahnarztpraxis ist Parodontitis keine isolierte Erkrankung, sondern immer ein Symptom für eine generelle Störung im Organismus. Daher wird auch die Behandlung nicht auf die Mundhöhle reduziert bleiben.

Durch den Blutkreislauf können die Keime auch an andere Stellen des Körpers gelangen und hier Entzündungen bzw. Krankheiten auslösen. Die primär lokale Erkrankung kann sich zur Zeitbombe für den gesamten Organismus entwickeln. Es gibt Hinweise, dass chronische Bakterieninfektionen im Mundraum eine Ursache für Ablagerungen in Arterien sein können. Parodontitis kann das Risiko einer Herzerkrankung um das Doppelte erhöhen. Aktuelle Untersuchungen belegen die Gefahr eines Apoplex besonders bei Männern über 60 Jahre. Wenn das Immunsystem Bakterien aus Mundhöhle und Rachen nicht schnell genug eliminieren kann, kann die Entstehung einer bakteriellen Lungenentzündung begünstigt werden.

Parodontitiskeime produzieren Moleküle, die bei Schwangeren zu Frühgeburten führen können. Wechselwirkungen zwischen Parodontitis und Diabetes sind seit langem bekannt. Neuere Untersuchungen geben Hinweise darauf, dass eine Parodontalerkrankung Typ-2-Diabetes verschlechtern oder auslösen kann. Ist der Langzeitzucker-Wert beim Diabetiker nicht in den Griff zu bekommen, sollte beim Patienten in jedem Fall auch ein genauer Parodontalstatus erhoben werden.

Der ganze Mensch ist erkrankt

Eine richtig betriebene Hygiene ist für den Erfolg einer Parodontitis-Behandlung ein wichtiges Kriterium, die Erkrankung wird aber bei vielen Betroffenen dadurch nicht gestoppt.

Die Entstehung und der Verlauf werden durch verschiedene Faktoren begünstigt. Dazu gehören das Alter des Patienten, Allgemeinerkrankungen, Lebensbedingungen, Rauchen, Ernährungsgewohnheiten, psychische Belastungen etc.

Einen ganz zentralen Stellenwert nimmt das Immunsystem ein. Ist die Abwehr gestört, kann sich der Körper nicht gegen Entzündungen und Infektionen zur Wehr setzen. So kann auch eine Parodontitis aufgrund einer schwachen Immunabwehr entstehen. Ist die Darmflora gestört, spricht man von Dysbiose. Die Ursachen sind vielschichtig, Dauerstress, Fehl- bzw. Mangelernährung, Metall- und Umweltbelastungen, Übersäuerung oder Nikotingenuss können ebenso eine Rolle spielen wie hormonelle Schwankungen, Diabetes oder Stoffwechselstörungen. Wird das Immunsystem nicht stabilisiert, ist eine erfolgreiche Parodontitisbehandlung auf Dauer nicht möglich.

Diagnostik – Ursachenermittlung

Neben der Bestimmung der Blutungsneigung und der Erhebung des Parodontalstatus widmet sich die ganzheitliche Zahnmedizin der Frage, welche Faktoren dazu geführt haben, dass das Bakteriengleichgewicht in der Mundhöhle entgleist ist.

 

Übersäuerung: Erst in einem für Parodontitis-Bakterien günstigen Milieu kann sich die Erkrankung bilden. Der Umfang solcher Milieuentgleisungen lässt sich durch klassische Laboruntersuchungen oder komplexe Regulationstests wie Elektroakupunktur nach Voll, Regulationsthermographie oder Dermographie ermitteln.

 

Immunschwäche: Eine Parodontitis kann auch einen Hinweis auf eine Darmerkrankung geben. Eventuell sind Immun-Checks nötig, die zeigen, ob und in welchem Ausmaß die Störungen vorliegen. Eine Kooperation mit Zahnarzt, Immunologe und Labormediziner ist zielführend.

 

Umweltbelastungen: Neben falscher oder unzureichender Ernährung, Medikamenteneinnahme, Genussgiften und stressbedingten Belastungen muss auch an Belastungen durch Schwermetalle aus Brücken oder Kronen gedacht werden. Immunologische Testverfahren wie der LTT-Test können bei der Diagnostik zum Einsatz kommen.

Ganzheitliche Therapie durch Immunmodulation

Neben der konventionellen Methode der Keimreduzierung steht die Aktivierung der körpereigenen Abwehrkräfte an vorderster Stelle. Dazu gehören auch Darmsanierung, eine Ausleitungs- und Entgiftungstherapie, Stressmanagement und die Gabe therapeutischer Dosen antioxidativer Spurenelemente und Vitalstoffe.

Hauptrolle spielt also das IMMUNSYSTEM, das an der Beseitigung der Bakterien arbeitet. Eine sehr erfolgreiche Therapiemöglichkeit stellt die Mikroimmuntherapie (MIT) dar.

Die Wirkungsweise der Mikroimmuntherapie beruht auf einer Modulation des Immunsystems mit dem Ziel, dessen Gleichgewicht herzustellen. Dabei handelt es sich um eine sublinguale homöopathische Therapieform mit Zytokinen (Interleukinen, Interferonen, Wachstumsfak-toren) und unspezifischen und spezifischen Nucleinsäuren in hohen Verdünnungen. Die aktuellsten wissenschaftlichen Erkenntnisse der immunologischen Grundlagenforschung stellen die Basis der Mikroimmuntherapie dar.

 

Mikro-Immun-Therapie (MIT)

Langjährige Therapieerfahrung lässt uns in der MIT mit drei großen Verdünnungsreihen arbeiten.

  • Mit niedrigen Verdünnungen C4-C9, der og Botenstoffe, die eine Aktivierung und Stimulierung der jeweiligen Vorgänge bewirken.
  • Mit mittleren Verdünnungsreihen C9-C15, die ein Harmonisieren und Modulieren der abhängigen Reaktionen bewirken.
  • Mit hohen Verdünnungen C15-C30, die über Eindämmung und Bremsung wirken.

Zwei Mittel der Wahl

Die Firma Labo’Life bietet zur Parodontitis-Therapie vorrangig die beiden Mikroimmuntherapie-Komplexmittel 2L INFLAM und 2L OSTEO N an.

Ich möchte in aller Kürze das 2L OSTEO N besprechen. 2L OSTEO N ist grundsätzlich das Mittel zur immunologischen Behandlung der Osteoporose und kann in niedrigen Verdünnungen die Stoffwechselvorgänge und den Knochenaufbau aktivieren.

2L OSTEO N beinhaltet:

  • Bone Morphogenetic Factor 2 und 4
  • DNS und RNS (unspez.)
  • nsulin growth factor 1
  • Interleukine 1, 6, 11
  • Molgramostim
  • Natrium Silicofluoricum
  • Transforming growth factor
  • Tumornecrose faktor alpha sowie

- spezifische RNA und DANN in mittleren bis hohen Verdünnungen, um die entzündlichen Vorgänge zu modulieren und auch einzudämmen. Somit sollte es gelingen, überschießende, zerstörende Entzündungen zu verhindern, gleichzeitig dem Knochenabbau entgegenzuwirken und im Laufe der Therapie den Knochenaufbau wieder zu aktivieren.

Das 2L INFLAM ist bei akuten und chronisch schleichenden Entzündungen angezeigt und ermöglicht, am Beginn der Therapie und im Schub Entzündung noch effektiver abzufangen.

Beide Präparate können auch ohne Labor unspezifisch und jederzeit eingesetzt werden, immer in Kombination mit der entsprechenden zahnärztlichen Behandlung.

Die Mikroimmuntherapie kann und soll auch, wenn möglich, individuell und patientenspezifisch angewendet werden. Das umfasst eine Lymphozytentypisierung und eventuell bakteriologische und/oder virale Serologien, um vorhandenen Störungen des Immunsystems auf den Grund zu gehen.

Das Labor ermöglicht eine ganz spezifische Therapie, die die Behandlung vom Zahnhalteapparat auf den gesamten Körper mit all seinen Erkrankungen ausdehnen kann. So stellt die MIT (in einem Einführungsseminar erlernbar) eine umfassende ganzheitliche Therapieform dar, die mit jeder anderen Therapieform kombinierbar ist.

Durch den Einsatz von Mikrodosen ist die Mikroimmuntherapie gut verträglich, es sind keine unerwünschten Wirkungen bekannt. Die Anordnung der Kapseln in einer bestimmten Sequenz kommt den physiologischen Mechanismen und den immunologischen Reaktionsabläufen des Organismus am nächsten.

Da meiner Meinung nach Immunsystem und Darm die Pfeiler unserer Gesundheit sind, kann die Mikroimmuntherapie nachhaltig unsere Gesundheit, unsere Reaktionsfähigkeit auf Reize und Angriffe von außen und innen und unsere Lebensqualität erfolgreich positiv beeinflussen.

 

 Weitere Informationen:

www.ogemit.org

Von R. Schied , komplementärmedizin 4/2011

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