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Das neue Buch basiert auf der Wissenschaftstheorie der TCM. Im Bild: Naturstoffe bilden die Basis für die chinesische Kräutertherapie.
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Akupunktur und Moxibustion – die beiden Therapieverfahren finden ihren Niederschlag im neuen Lehrbuch.

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Prof. Dr. Mag. Gertrude Kubiena Präsidentin der MedChin, Medizinische Gesellschaft für Chinesische Gesundheitspflege

Grundlagen der Traditionellen Chinesischen Medizin Gertrude Kubiena Wilhelm Maudrich Verlag – Eine Abteilung der Facultas Verlags- und Buchhandels AG, 2011 ISBN 978-3-85175-925-9

 
Komplementärmedizin 16. Juli 2011

Grundlagen der Traditionellen Chinesischen Medizin

Interview mit Prof. Dr. Mag. Gertrude Kubiena über ihr neues, gleichnamiges Buch.

Sehr geehrte Frau Professor, wir freuen uns, mit Ihnen über Ihr neuestes Werk sprechen zu dürfen.

 

Wie kam es zu diesem Buch?

Kubiena: Ich wollte bestimmte Informationen einfach transportieren; Dinge, die mir in meiner Ausbildung niemand gesagt hat, die aber in der Zwischenzeit schon ziemlich selbstverständlich sind. Vor 17 Jahren schrieb ich das Buch Chinesische Syndrome verstehen und verwenden. Darin wurden die Syndrome ausführlich und die Grundlagen sozusagen als Anhang mit behandelt. Das ist nicht mehr zeitgemäß: Heute haben viele Anwender bereits ein gutes Grundlagenwissen und interessieren sich ausschließlich für die praktische Umsetzung der Syndrome. Andere wieder brauchen die Grundlagen mehr als dringend. Also habe ich den Inhalt geteilt und dieses neue Grundlagenbuch in leicht verständlicher Form verfasst.

 

Welches Ziel verfolgen Sie mit diesem Buch?

Kubiena: Das Buch soll klarstellen, dass TCM weder eine abgehobene „Medizin für Eingeweihte“ noch eine „Medizin nach Gefühl“ ist, sondern sich auf handfeste Tatsachen stützt. Es wird gezeigt, dass die Grundtheorien der TCM trotz aller kulturellen Unterschiede sehr wohl auch für rein westlich-konventionell orientierte Leute verständlich und nachvollziehbar sind. Und ich wünsche mir, dass die Anwender dadurch besser verstehen, was sie tun.

 

Wie ist Ihr Buch aufgebaut?

Kubiena: Das neue Buch basiert auf der Wissenschaftstheorie der Traditionellen Chinesischen Medizin. Grob gesprochen, geht es dabei um das Verständnis von Yin und Yang, der „Substanzen des Lebens“ und der fünf Elemente durch Umsetzung in Beispiele des modernen Lebens.

Nach diesem Anfangsteil geht es darum, wieso man überhaupt krank wird und wie die doch sehr unterschiedlichen Funktionen der inneren Organe in der chinesischen Vorstellung beschrieben werden. Es folgt ein sehr ausführlicher Diagnostikteil: Worauf könnte was hinweisen? Letztlich enthält das Buch auch Wissenswertes über Akupunktur und Moxibustion. Die verschiedenen Meridiankategorien, von denen man sonst relativ wenig hört, und Akupunkturpunkte verschiedener Kategorien werden behandelt. Und letztlich: Wie verwerte ich die diagnostischen Hinweise, um zu einem vernünftigen Akupunkturprogramm zu kommen?

Kann ein westlich ausgebildeter Mediziner ohne TCM-Vorwissen von diesem Buch profitieren, oder ist es ein Buch für „TCM Insider“?

Kubiena: Für einen Mediziner, der beginnt, sich für TCM zu interessieren, ist dies ein ideales Buch. Der Überbau der TCM ist so faszinierend, dass es möglich sein muss, mit Hilfe von logischen Vergleichen das Interesse eines rein westlich orientierten Mediziners zu wecken und ihm das Wissen nahe zu bringen. So viel die moderne westliche Medizin auch kann – manche Phänomene kann sie nicht erklären, die TCM hingegen schon; z.B. die Wetterfühligkeit.

 

Ihr Buch ist relativ schlank. Wie haben Sie es geschafft, das umfangreiche Wissen der TCM auf ein angenehm zu lesendes Volumen zu straffen?

Kubiena: Das war mein Wunsch, den ich mir durch die Teilung des Stoffes erfüllt habe. Die Syndrome kommen ja als eigenes Buch heraus, und zwar weit ausführlicher als in der ursprünglichen Fassung: Man wird darin nicht nur Hinweise auf die Akupunktur, sondern auch auf die Anwendung der Chinesischen Arzneitherapie finden.

 

Welchen Lesern empfehlen Sie Ihr kürzlich erschienenes Buch?

Kubiena: In erster Linie allen Leuten, die wissen wollen, worum es geht, vor allem natürlich Ausübenden der TCM und solchen, die es werden wollen. Darüber hinaus ist es zweifellos interessant für Patienten, die wissen wollen, was mit ihnen eigentlich passiert und warum ihr TCM-Arzt so viele merkwürdige Fragen stellt.

 

Planen Sie weitere Bücher in dieser Art?

Kubiena: Das vorhin erwähnte Syndrome-Buch soll im Juni heraus- kommen.

 

Das Gespräch führte Dr. Renate Höhl.

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