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Die Erfahrung von Yoga ist die Erfahrung absoluter Stille und gleichzeitig absoluter Wachheit (ruhevolle Wachheit).
 
Komplementärmedizin 30. März 2011

Serie Ayurveda, Teil II:

Yoga - transzendentale Meditation

Die praktische Erfahrung des Grundzustandes des Bewusstseins – des Veda, der transzendenten Ebene der Intelligenz der Natur.

In Teil I unserer „Serie Ayurveda: Maharishi Vedische Medizin“ lasen Sie über den Grundzustand des Bewusstseins – die Bedingungsebene für ganzheitliche Gesundheit. Teil II informiert Sie nun über Yoga und transzendentale Meditation.

 

„Die abendländische Kultur ist mehr von der Reflexion, die asiatischen Kulturen sind mehr von der Meditation bestimmt. Die Begegnung beider erscheint mir manchmal als das eigentliche weltgeschichtliche Ereignis der gegenwärtigen Jahrhunderte.“

(Carl Friedrich von Weizsäcker, Physiker und Philosoph)

 

Yoga ist eine der vierzig Disziplinen der Vedischen Wissenschaft. Yoga bedeutet „Einheit“ – das In-sich-zur-Ruhe-Kommen in der transzendenten, unmanifesten Ebene des eigenen Selbst (Atma) und „Eins-Sein“ mit allem – mit der Grundlage des gesamten Universums.

Die Erfahrung von Yoga ist die Erfahrung absoluter Stille – Gedankenfreiheit – und gleichzeitig absoluter Wachheit (ruhevolle Wachheit): die Grunderfahrung des Lebens. Dieser Zustand wird im Yoga – neben Wachen, Träumen und Schlafen – als der 4. Hauptbewusstseinzustand bezeichnet (Turiya Chetana, Transzendentales Bewusstsein).

Man unterscheidet verschiedene Wege des Yoga:

  • Sankhya Yoga, den Weg des Wissens
  • Karma Yoga, den Weg der Handlung
  • Bakti Yoga, den Weg der Hingabe
  • Hatha Yoga, den körperlichen Weg des Yoga (Körper-Stellungen = Yoga Asanas)
  • Dhyana Yoga, den Weg der Medi- tation

Die anstrengungsloseste Form des Yoga ist die Technik der Transzendentalen Meditation (Originalmethode nach Maharishi Mahesh Yogi) – sie wird daher auch als der „königliche Weg“ bezeichnet.

Die TM-Technik, wie sie abgekürzt bezeichnet wird, hat wie Yoga selbst eine jahrtausendealte Tradition. Sie ist Teil der Vedischen Wissenschaft mit ihren 40 Disziplinen, neben Yoga und Meditation u.a. Ayurveda Medizin, Vedische Astrologie und Vedische Architektur. Über lange Zeit haben die vedischen Gelehrten (Rishis und Maharishis) das vollständige Wissen über Bewusstsein und Bewusstseinsentwicklung von Generation zu Generation weitergegeben. In unserer Generation war es Maharishi Mahesh Yogi, der die vedische Wissenschaft in ihrer Ganzheit neu „geschaut“ und weltweit unterrichtet hat. Der traditionellen Bewusstseinstechnologie, um den Zustand von Yoga (den Grundzustand des Bewusstseins) erfahren zu können, gab Maharishi den Namen „Transzendentale Meditation“. Sie wird nach Anleitung von Maharishi Mahesh Yogi von speziell ausgebildeten und autorisierten Lehrern für Transzendentale Meditation unterrichtet.

Das Erlernen der TM-Technik ist nicht an bestimmte Glaubensinhalte, eine bestimmte Weltanschauung, bestimmte intellektuelle Fähigkeiten, ein besonderes Konzentrationsvermögen oder eine bestimmte körperliche oder psychische Verfassung gebunden. An die Wirkungen der TM-Technik muss man nicht glauben, um sie erfahren zu können.

Mechanismus der TM-Technik

Während der Ausübung der Technik der Transzendentalen Meditation erfährt der Geist anstrengungslos feinere Stadien des Denkens. Er überschreitet – transzendiert – den feinsten gedanklichen Impuls und ruht in einem Zustand vollkommener Stille, bei gleichzeitiger innerer Wachheit (Transzendentales Bewusstsein).

Die Fähigkeit, diese Meditationstechnik auszuüben, ist unserer Physiologie angeboren. Der Vorgang, der während der TM-Praxis abläuft, ist anstrengungslos und unterscheidet sich grundsätzlich von dem der Konzentrations- und Kontemplationstechniken. Die TM-Technik wird zweimal täglich 15 - 20 Minuten praktiziert. Man sitzt dabei bequem auf einem Stuhl und hat die Augen geschlossen.

Während des Vorgangs der Meditation wird der Geist still, bleibt dabei jedoch vollkommen wach. Es kommt zu einer tiefen Entspannung von Geist und Körper. In dieser tiefen Ruhe der Meditation, die nach wissenschaftlichen Untersuchungen etwa doppelt so tief ist wie die des Tiefschlafes, kann der Organismus Stress, Verspannungen und Blockaden abbauen; er kann sich regenerieren und „ordnen“, das heißt gesund werden.

Transzendieren – der Grund- prozess des Lebens

Der Vorgang des Transzendierens wird in den unterschiedlichen Kulturen als der zentrale Prozess des Lebens beschrieben – als „Erkenne dich selbst“ (Die Erkenntnis der „Innenwelt“ dient als Zugang zur Problemlösung in der „Außenwelt“), als „religare“, „rück-verbinden“, „wieder-vereinigen“ mit dem Göttlichen im Menschen, mit der umfassenden Intelligenz (Veda), die alle Vorgänge in der Natur steuert. Die bewusste Verbindung mit diesem grundlegenden Intelligenzfeld garantiert den Aufbau und die Erhaltung von Kohärenz und Ordnung. Gesundheit ist daher ein Ordnungszustand, der sich nur von innen heraus entwickeln kann. Die Maharishi Vedische Medizin bietet für die Aufrechterhaltung der Verbindung mit diesem transzendenten, absoluten, innersten Bereich des Menschen, seinem Selbst (Atma), spezielle Bewusstseinstechnologien an – in erster Linie die Technik der Transzendentalen Meditation, die damit den zentralen Ansatz zur Förderung und Aufrechterhaltung ganzheitlicher Gesundheit darstellt.

Die TM-Technik unterstützt im Zusammenhang mit diesem grundlegenden Verständnis des Begriffes „religare“ jede Form menschlichen Bemühens, umfassendes Wissen über das Leben zu erhalten und dem eigentlichen Ziel des Menschen näher zu kommen, ein gesundes, harmonisches Leben im Einklang mit der Natur leben zu können – unabhängig davon, ob man den Weg der Wissenschaft, der Kunst oder der Religion beschreitet. Auswirkungen der TM-Technik – wissenschaftliche Studien

 

In den letzten 40 Jahren wurden mehr als 600 wissenschaftliche Studien über die Technik der Transzendentalen Meditation und TM-Fortgeschrittenentechniken an über 250 Universitäten und Forschungsinstituten in 27 Ländern durchgeführt. Allein das amerikanische Nationale Gesundheitsinstitut (NIH) hat einige dieser Forschungen mit insgesamt über 24 Mill. US-Dollar gefördert (speziell in den Bereichen improving brain functioning and cardiovascular health).

Die Arbeiten wurden in mehr als 100 Wissenschaftsjournalen weltweit publiziert und sind in den Bänden 1 – 6 der Scientific Research on Maharishi’s Transcendental Meditation and TM-Sidhi Programme: Collected Papers zusammengefasst. Die Ergebnisse dieser Arbeiten belegen sehr deutlich die überaus positiven Auswirkungen in den Bereichen individueller und kollektiver Gesundheit.

 

Beispiel:

Blood Pressure Response to Transcendental Meditation; James W. Anderson, ed al.; American Journal of Hypertension, March 2008; Volume 21:310-316

This study was a meta-analysis examining the effect of all published randomized, controlled clinical trials on the effects of the Transcendental Meditation program on blood pressure, comprising nine studies with 711 subjects. The Transcendental Meditation Programme was found to have a statistically significant impact of reducing both systolic and diastolic blood pressure.

Weitere Informationen zu wissenschaftlichen Studien über die TM-Technik erhalten Sie im Sekretariat der ÖGAM, Ordination Dr. Krenner, 1080 Wien, Piaristengasse 1, bzw. im Internet unter www.mum.edu/physiology/research.html; und www.ayurveda.at/research.htm, sowie www.ayurveda.at/kollektives-bewusstsein/research/frm_start.htm.

Gesundheit ist Ganzheit

Unser modernes Gesundheitssystem erfordert Technologien, die der Ganzheitlichkeit des Lebens gerecht werden. Probleme – nicht nur im Gesundheitswesen – entstehen durch zunehmende Isolierung, Fragmentierung und Spezialisierung in Teilbereichen. Wir machen enorme Fortschritte in diesen Teilbereichen, verlieren jedoch die einheitliche und ganzheitliche Basis aus unserem Blickfeld. Dieser isolierte Ansatz bedeutet, dass einige Naturgesetze entdeckt und benützt, andere dabei aber verletzt werden. Das heißt: die traditionellen schulmedizinischen Therapien haben unbestreitbar große Erfolge gebracht, ihr Schwachpunkt liegt jedoch in dem immer größer werdenden Bereich der „Nebenwirkungen“. Dies führt unter anderem dazu, dass die traditionelle Schulmedizin selbst zu einem nicht unwesentlichen „Risikofaktor“ für die Gesundheit geworden ist – unser primär auf die Schulmedizin gestütztes Gesundheitssystem wird mit zunehmendem „Fortschritt“ teurer bei gleichzeitig abnehmender Akzeptanz und Compliance durch die Bevölkerung.

Das vollständige Wissen über die Gesetze des Lebens ist in der einheitlichen und ganzheitlichen Basis des Lebens – im transzendenten Grundzustand des Bewusstseins – gespeichert. Um diesen Zustand in unser Denken und unsere Handlungen zu integrieren, ist es erforderlich, ihn erfahrbar zu machen. Transzendieren ist daher ein zentraler Prozess des Lebens – er muss jedoch, genauso wie das Gehen und Sprechen, erlernt werden. Es wäre sinnvoll und notwendig, die Technik der Transzendentalen Meditation als wesentlichen Bestandteil in unser modernes Gesundheits- und Erziehungssystem einzufügen.

Die anwachsenden Probleme unseres modernen Gesundheitssystems erlauben es nicht mehr länger, nachgewiesenermaßen die Gesundheit fördernde Maßnahmen den Menschen vorzuenthalten, nur weil das theoretische Konzept, das dahinter steht, zwar mit modernen quantenphysikalischen Modellen erklärbar, aber durch unser gegenwärtiges traditionelles medizinisches Weltbild nicht erfassbar ist (Hagelin J.S., Is consciousness the unified field? A field theorists perspective; Modern Science and Vedic Science, 1, 29-87, 1987).

Bei der Beurteilung der Technik der Transzendentalen Meditation geht es nicht nur um die Sinnhaftigkeit von Entspannungsmaßnahmen, sondern im weiteren Sinne um einen grundlegenden Lebensprozess – das Transzendieren und das Erfahren des eigenen Selbst, also der absoluten, stillen, geordneten, kosmischen Ebene des Bewusstseins jedes Menschen – der Grundlage für die Entwicklung von Gesundheit.

Der zentrale Ansatzpunkt eines modernen Gesundheitssystems der Zukunft sind einfache, effiziente und ganzheitliche präventiv-medizinische Maßnahmen. Die Maharishi Vedische Medizin bietet vollständiges Wissen und einfache Technologien an, um Vorsorgemedizin im eigentlichen Sinn betreiben zu können, das heißt der Entstehung von Krankheiten vorzubeugen. Sie aktiviert die in jedem Menschen innewohnende Weisheit der Natur.

LITERATUR beim Verfasser 1 Arzt für Allgemeinmedizin, Österreichische Ärzte-Gesellschaft für Ayurvedische Medizin Maharishi Vedische Medizin Mitglied des Dachverbandes Österreichischer Ärztinnen und Ärzte für Ganzheitsmedizin 25 Jahre Österreichische Ärztegesellschaft für Ayurvedische Medizin Korrespondenz: Dr. med. Lothar Krenner E-Mail: Internet: www.ayurveda.at (Hauptseite) www.ayurveda.at/krenner (Ordination) www.ganzheitsmed.at (Dachverband für Ganzheitsmedizin)
Serie Ayurveda Vorschau
Teil III:
Definition einiger Begriffe der Ayurveda Medizin: Konstitutionslehre, Verdauung, Ernährung, Entschlackung

Von Dr. Lothar Krenner1, komplementärmedizin 1/2011

  • Frau Christa Gabanyi, 19.04.2011 um 14:08:

    „Gratuliere zu diesem sachlichen und umfassenden Bericht eines Phänomens das weltweite Aufmerksamkeit verdient.
    Wer oder was bietet heute und hat das Potential einen Zustand ganzheitlicher Gesundheit zu verwirklichen ? d.h. nicht nur die Abwesenheit von Krankheiten sondern vollkommene Gesundheit - den Zustand der Erleuchtung, in dem Geist und Körper voll entfaltet sind - das Resultat: ein Leben frei von Fehlern und Problemen.
    Klingt utopisch ??? Nein, das wird unsere Zukunft sein.
    Die Wissenschaft hilft uns, das zu verstehen; erfahren kann es jeder selbst.“

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