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Abb. 1: Bildschirmperspektiven: links: Trainer, rechts: Patient
Foto 2x: MMag. Ingrid Pirker-Binder

Abb. 2: Darstellung der Feedbackzeiten

 
Komplementärmedizin 24. August 2010

Konzentrationstraining mittels HEG-Biofeedback


Ein Erfahrungsbericht 

In meiner Einrichtung gehe ich täglich mit Kindern um, die Probleme in der Bewältigung des Schulalltages haben. Einer dieser Schüler ist ein elfjähriger, gescheiter Junge, der mit seiner Mutter zu mir in die Einrichtung kam, da er laut Schulpädagogen an Konzentrationsstörungen leidet. Die Schule beschwerte sich darüber, dass der Schüler nicht aufmerksam am Unterricht teilnimmt und durch seine motorische Unruhe andere Mitschüler stört. Die erste HEG-Neurofeedbacksitzung ergab, dass er seiner Meinung nach die ganze Zeit voll konzentriert gewesen sei, tatsächlich stellte sich dieses am Bildschirm jedoch völlig anders dar. Ich entschied mich daher für folgendes Training:


Der Anfang besteht aus einer zweiminütigen Entspannungsphase, in der dem Schüler ein ihn entspannendes Bild gezeigt wird. Danach folgt eine zehnminütigen Konzentrationsphase, in der als Belohnung für Phasen der Konzentration eine Achterbahn am Fahren gehalten werden soll. Abgeschlossen wird das Training mit einer zweiten zweiminütigen Entspannungsphase.


Zusätzlich werden während des Trainings weitere physiologische Daten, wie Atmung, BVP-Amplitude, Hautleitwert und Motilität aufgezeichnet. Zur Artefaktbeseitigung wird gleichzeitig ein Video vom Klienten aufgezeichnet.


Die anfänglichen Sitzungen bestanden aus vielen kurzen Konzentrationsphasen. Der Unterschied zwischen Phasen der Konzentriertheit und Phasen der Unkonzentriertheit war ihm jedoch noch nicht bewusst. Anschließend lernte er, diese Phasen zu unterscheiden, ohne jedoch zu verstehen, wie diese zu verändern sind. Im nächsten Schritt lernte er, wie man bewusste Phasenübergänge herbeiführt, um dann möglichst lange Phasen der Konzentriertheit zu erreichen.


Im nächsten Schritt soll der Schüler lernen, mit Hilfe eines Intervalltrainings gezielt den Wechsel zwischen Aktivierung und Deaktivierung zu trainieren um Ressourcen sparend in der Schule arbeiten zu können. Der oben beschriebene Schüler sagte mir dazu einmal: 


„Das ist wie bei meinem Laptop. Wenn er nicht gebraucht wird, schaltet er in den Energiespar-Modus, um, wenn er gebraucht wird, ganz schnell wieder hochzufahren!“n

1 Angelika Henkel ist Biofeedbacktrainerin, Legasthenie- und Dyskalkulietrainerin aus Deutschland, Schule für Legasthenie und Dyskalkulie, D-35578 Wetzlar
www.dyskalkulie-wetzlar.de


Frau Henkel hat ihre Ausbildung zur Biofeedbacktrainerin in Wien, bei der Gesellschaft für Biofeedback & Psychophysiologie absolviert und arbeitet sehr erfolgreich mit HEG Biofeedback (MMag. Ingrid Pirker-Binder, Vizepräsidentin); Nächster HEG-Biofeedbacktermin: 18./19. September 2010; Infos unter

von Angelika Henkel 1, komplementärmedizin 2/2010

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