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Komplementärmedizin 12. April 2010

„Durch vernetztes Agieren zu 
mehr Effizienz“


Interview mit Dr. Wilhelm Schein zum Forum Integrativmedizin

„Fachübergreifendes, vernetztes Denken, Kommunizieren und Handeln ist sinnvoll und notwendig. Integrativmedizin stellt eine unabdingbare Ergänzung zum ebenso unverzichtbaren Spezialistentum dar“, ist die Überzeugung von Dr.med. Wilhelm Schein, Leiter des Forum Integrativmedizin, einer Initiative der Hilde-Umdasch-Privatstiftung.


Wie definiert sich die Integrative Medizin?


SCHEIN: Der Begriff „integrativ“ geht für uns über den rein interdisziplinären Aspekt weit hinaus und umfasst die Einbindung aller heilkundlich tätigen Personen sowie Institutionen und selbstverständlich auch der Patienten. Die Zusammenführung unterschiedlicher medizinischer Bereiche schafft einen Mehrwert an Gesundheitskapital. Gemeinsam sind viele Talentierte und Engagierte besser. Durch die Forcierung neuer Partnerschaften entstehen neue Teams mit manchmal unkonventionellen Lösungen für alte Probleme. Zur Integrativen Medizin gehören meines Erachtens auch neue Forschungszugänge, diagnostische Verfahren und therapeutische Abläufe. 


Wie ist es zur Gründung des Forum Integrativmedizin gekommen?


SCHEIN: Das Forum Integrativmedizin versteht sich als vernetzende Plattform für alle Bereiche, die der Heilkunde gewidmet sind. Es war die Intention von Frau KR Hilde Umdasch, die zahlreiche soziale Projekte unterstützt, auch vernetzende und zusammenführende Aktivitäten in der Medizin zu fördern. 


Mir persönlich ist die Umsetzung interdisziplinärer bzw. integrativer Konzepte aus der Berufserfahrung heraus seit vielen Jahren ein Anliegen. In dieser Zeit ist auch ein Netzwerk daran interessierter Personen entstanden.


Sie haben am Europäischen Kongress für Integrative Medizin in Berlin teilgenommen. Welche Eindrücke konnten Sie mitnehmen?


SCHEIN: Dieser Kongress hat gezeigt, dass sich die Notwendigkeit, vernetzt bzw. integrativ zu denken, Generationen übergreifend in den Köpfen manifestiert. Aus den vielfältigen Vorstellungen und Möglichkeiten kondensiert sich allmählich ein verbindendes Schema. An der organisatorischen Ausformung der „integrative community“ muss noch gearbeitet werden. Die Gründung einer europäischen Fachgesellschaft sowie eines wissenschaftlichen Journals für Integrative Medizin ist ein wichtiger Schritt dazu.


Welche Aktivitäten sind im Rahmen des Forum Integrativmedizin in Österreich geplant?


SCHEIN: Wir entwickeln und fördern Projekte zur Verbesserung der Kommunikation zwischen Teilbereichen der Medizin, aber auch für eine effizientere Patientenbetreuung. Visionären Ideen und Forschungsprojekten mit integrativem Ansatz soll ebenso Raum gegeben werden wie bis dato von der etablierten Medizin wenig beachteten Heilmethoden – natürlich nach kritischer Betrachtung.


Wir wollen helfen und Fronten abbauen. Das gemeinnützig tätige Forum Integrativmedizin steht allen an dieser Thematik Interessierten offen.n




Kontakt für weitere Informationen: 
 



Das Interview führte Herbert Hauser.

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