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Mikroskopische Untersuchungen helfen einen tieferen Einblick in die biochemischen Prozesse des Körpers zu bekommen.
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Gesundes Blut

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Belastetes Blut

 
Komplementärmedizin 7. April 2010

Krankheit als dynamischer Vorgang

Die Biologische Medizin integriert Methoden aus Schulmedizin, Physik und tradierten Heillehren.

Kennzeichnend für den biologisch-medizinisch tätigen Arzt ist die Kombination verschiedener Lehren – er beschränkt sich nicht auf eine bestimmte Methode. Der Mensch wird als ein empfindliches, sich ständig erneuerndes Reaktionssystem betrachtet, das eröffnet einen neuen Blick auf Krankheiten. Der Fokus liegt auf dem ganzen Menschen, nie auf dem einzelnen Organ.

Die Biologische Medizin möchte einen umfassenderen Blick auf den Menschen richten, als das die Schulmedizin tut. Das Leben in seiner Gesamtheit soll im Mittel- punkt stehen. Die schulmedizinischen Kenntnisse, Physiologie und Biochemie und immer mehr die modernen Erkenntnisse der Nanophysik bilden die Grundlage der Biologischen Medizin, dazu kommen besonders die Photonenphy-sik und Erkenntnisse über Magnetismus sowie über elektronische Ladungen der Zellen und Flüssigkeiten. Die Biologische Medizin integriert aber auch diverse andere Heillehren, die sich teils schon seit Jahrtausenden bewährt haben. Kennzeichnend für den biologisch-medizinisch tätigen Arzt ist die Kombination verschiedener Lehren – er beschränkt sich nicht auf eine bestimmte Methode.

Der Mensch und jedes Tier sind intensiv in Rhythmik und Reaktio- nen mit der Natur verbunden und unterliegen einem ständigen Wechsel. Die Biologische Medizin betrachtet den Menschen daher als Ganzes, nie bloß das einzelne Organ. Im Mittelpunkt des Interesses stehen zunächst nicht die Symptome, sondern gestörte Funktionen und Ursachen, deren Folgen sich in Symptomen zeigen. Die Krankheiten werden also als dynamische Vorgänge gesehen.

Das Milieu als Voraussetzung

Ein sehr wichtiges Element zusätzlich zu den konventionellen Naturheilverfahren und der Schulmedizin ist das strikte Milieu-Denken. Dabei geht es um das mesenchymale Milieu, das die fließenden Vorgänge im Menschen, jeden Stoffumsatz und jedes Anpassen eines Steady-State-Zustandes beeinflusst. Damit Stoffwechsel und Zellen ihre Funktionen erfüllen können, benötigen sie bestimmte chemische Voraussetzungen. So erfolgt beispielsweise der Austausch des Sauerstoffes aus den Erythrozyten nur bei einem bestimmten Säuregrad des Blutes, denn das Hämoglobin, das den Sauerstoff transportiert, wird zur Pufferung des Blutes benötigt. Kommt es zu einer Übersäuerung, wird die Sauerstoffversorgung der Gewebe vermindert, was verschiedenste Krankheiten zur Folge haben kann. Während die Schulmedizin in diesem Fall versucht, die Durchblutung zu fördern, setzt die Biologische Medizin bei dem Säure-Basen-Haushalt an und versucht durch dessen Regulierung die Sauerstoffaufnahme in die Erythrozyten zu verbessern.

Permanente Symbiose mit Bakterien und Mikroorganismen

Der Mensch befindet sich in ei-ner permanenten Symbiose mit einer Bakterien- und Mikroorganismenwelt, die sich entsprechend dem Milieu, der Ernährung und dem Säure-Basen-Zustand des Menschen auch ständig ändert. So wechseln die Bakterien in der Natur und im Menschen ihre Pathogenität in Abhängigkeit vom Stoffwechselmilieu. Als Konsequenz daraus müssen Bakterien, Viren und Pilze nicht als fremdartig, sondern als Teil unseres Selbst beurteilt werden. Durch Korrektur des inneren Milieus können sie in ihrer Pathogenität verändert werden. Das Milieu wird geprägt von:

  • der Säuren-Basen-Situation
  • dem Mineralstoffgehalt (elektrischer Widerstand)
  • dem Eiweißgehalt (u. a. Gehalt an freien Radikalen)
  • dem Redoxpotenzial (d. h. freie verfügbare Elektronen)

Die intensive Verflechtung zwischen Bakterien und menschlichem Organismus findet sich beispielhaft in der Flora des Dünn- und Dickdarms. Die Darmbakterien als wichtige Träger der Aufbaukräfte, der Erneuerungskräfte und des parasympathischen Systems des menschlichen Körpers sind repräsentativ für den ganzen Organismus. Hier wird deutlich, dass sich der Bakterienkosmos und der Komplex der menschlichen Gewebe nicht trennen lassen und dass folglich jeder Arzt die Darmflora mitbehandeln sollte!

Die Lehre des Pleomorphismus von Prof. Günther Enderlein, der dieses Wechselspiel zwischen Mensch und Natur zugrunde liegt, bietet eine dynamische Sichtweise menschlicher Integrität. Sie zeigt auf, dass ein intensiver Austausch mit der Umwelt Grundlage von Gesundheit und Reifung ist. Bakterien und Viren sind demnach nicht unbedingt „schädlich“ und „gefährlich“ und „auszurotten“, sondern nur bei starrem, blockadeninduzierendem Fehlmilieu. „In der Mikrobiologie gibt es damit keinen Tod, sondern nur Wandel.“

In diesem Zusammenhang muss betont werden, dass orthomolekulare Substanzen und Säure-Basen-Regulatoren wesentlich für eine gute Therapie sind. Damit lassen sich Blockaden, die durch Mineralstoffdefizite, Übersäuerung oder Schwermetallbelastung entstanden sind, beseitigen.

Die häufigsten Regulationsblockaden

  • Schwermetalle: Quecksilber (Hg), Blei (Pb), Palladium (Pd), Aluminium (Al). Häufigste Quellen für Schwermetalle sind Zahnfüllungen und Zahnersatzmaterialien, welche Quecksilber oder Palladium enthalten. Die hoch toxischen Schwermetalle werden in den Körper aufgenommen, wo sie eine Langzeitwirkung haben und sehr viele wichtige chemische Stoffwechselreaktionen behindern. Sie wirken als Antagonisten gegenüber wichtigen Spurenelementen wie z. B. Zink, Selen oder Mangan.
  • Tote Zähne und bakterielle ostitische Herde im Kiefer: Jeder wurzelbehandelte Zahn ist ein toter Zahn und befördert hoch toxische Leichengifte ins Mesenchym und in die Lymphe. Zusätzlich birgt jeder wurzelbehandelte Zahn bakterielle Herde, wobei diese Bakterien einen blockierenden Einfluss auf das Immunsystem, aber auch auf den zugehörigen Meridian und dessen Organe haben.
  • Dysbiose der Därme (= fehlerhafte Darmbakterien-Besiedelung): Die Darmbakterien sind unsere Hauptentgifter und schützen auch vor anderen pathogenen Bakterien. Fehlen die physiologischen Bakterien, so vermehren sich pathogene Bakterien und Pilze, welche Toxine freisetzen. Fehlernährung, endobiontische Belastung sowie Nahrungsmittelallergie sind mögliche Ursachen für eine Dysbiose.
  • Spurenelementmangel: Selen, Zink, Mangan, Magnesium, Chrom etc. Ursachen hierfür sind Fehlernährung und Darmschleimhautatrophie. Spurenelemente haben eine biochemische und eine katalytische Wirkungsweise, daher sind sie in Niederpotenzen und orthomolekular nötig.
  • Fettsäuremängel und Zellmembranschäden: Die ungesättigten Fettsäuren Omega-3 und Omega-6 sind die wichtigste Bestandteile der Zellmembran und schützen vor freien Radikalen (oxydativer Stress).
  • Übersäuerung und „Übereiweißung“: durch falsche Ernährung, Stress und Mineralstoffmangel.
  • Psychische Dauerbelastungen
  • Chemische Einwirkungen wie Antiphlogistika, Steroide, Konservierungsmittel etc.

Unterschiedliche Ansatzpunkte im Rahmen der Milieutherapie

Die Milieutherapie umfasst folgende Schritte und muss langfristig durchgeführt werden:

  • Regulationsblockaden und Heilhindernisse beseitigen: Die toxischen oder „blockierenden“ Stoffe führen zu einer falschen Abwehrreaktion (Autoimmunprozess) oder zum Erlahmen des Zellstoffwechsels, also zu vorzeitiger Alterung der Zellen oder sogar zur Tumorentstehung. Der Zellstoffwechsel vermindert sich, die Zellen entarten oder degenerieren.
  • alkalisierende Maßnahmen: Basen-Therapien und anabolisierende Therapien
  • Beachtung einer regulationsfördernden und eiweißarmen Ernährung: Der Körper muss entlastet, die Stoffwechselfunktionen angeregt und der Organismus entgiftet werden. Dadurch werden die Aufbaukräfte der Gewebe, die hormonelle Leistung der Drüsen und v. a. die reinigenden Fähigkeiten der Leber und Niere deutlich verbessert. Heilungskräfte und das Immunsystem werden gestärkt. Ein Großteil der chronischen Krankheiten ist durch lang andauernde Fehlernährung bedingt, insbesondere durch zu eiweißreiche und Säure bildende Kost. Mit einer vom Arzt zusammengestellten Kostumstellung wird dem Körper ermöglicht, wieder reaktionsfähiger zu werden, was die Voraussetzung für jede wirkliche Heilung ist.
  • Aufbau der Darmflora

 

Dr. Thomas Rau ist Ärztlicher Leiter der Paracelsus Klinik Lustmühle in Lustmühle bei St. Gallen in der Schweiz (www.paracelsus.ch).

 

Weitere Informationen zu den Seminaren mit Dr. Rau und zur Dunkelfeldmikroskopie erhalten Sie auf der Gesundheitsakademie Wien: http://www.gesundheitsakademie.at

Dunkelfeld-Mikroskopie als Diagnosehilfe und Therapiekontrolle
Dunkelfeldmikroskopie ist eine spezielle Variante der Lichtmikroskopie. Besonders durchsichtige und kontrastarme Objekte können damit ohne Färbung untersucht werden. Auf diese Weise kann der Arzt Vitalblut („lebendes Blut“) untersuchen, tiefere Einblicke in die biochemischen Prozesse des Körpers bekommen und bei Belastungen rechtzeitig ein grundlegendes Therapiekonzept entwickeln.
Durch die mikroskopische Beurteilung der Blutzellen können präzise individuelle Informationen zu folgenden gesundheitlichen Fragestellungen gegeben werden:
• Zustand des inneren Milieus: sauer/alkalisch
• Zustand und Funktionsfähigkeit der Blutzellen
• Aktivität des Immunsystems
• Befall mit Krankheitserregern (Bakterien, Viren, Pilze)
• Stoffwechselstörungen
• Degenerative Krankheitsprozesse bis hin zur Tumorgefährdung
• Umweltbelastung: Freie Radikale, Schwermetalle, Umweltgifte
• Ernährungsbedingte Störungen, z. B. Eiweiß- und Fettüberbelastung
• Kontrolle der Auswirkungen von schulmedizinischen und naturheilkundlichen Therapien u. v. m.

Von Dr. Thomas Rau, Ärzte Woche 14 /2010

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