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Foto: Ayurveda Verein
Abb. 1: „In meiner Praxis hat sich gezeigt, dass die Patienten durch die Behandlung mit Abhyanga (Ölanwendung – im Bild) wesentlich berührt werden.“
Foto: AyurvedaVereinNexenhof

Abb. 3: Ayurvedische Psychoonkologie ist zutiefst spirituell, zutiefst umfassend, sie bewegt sich aber auch auf sehr „einfachen“ Pfaden der täglichen Routine.

Foto: Katrin Meister

Abb. 2: In vielen Fällen ist der größte „Erfolg“ der ayurvedischen-psychoonkologischen Behandlung das Erlangen eines tiefen, inneren Friedens, die Aussöhnung mit dem eigenen Leben und letztendlich das Annehmen der eigenen Sterblichkeit und des bevorstehenden Todes.

 
Komplementärmedizin 29. März 2010

Ayurveda und Psychoonkologie


Die Einheit von Körper, Geist und Seele wird stets beachtet. 

Der Mensch ist eine Schöpfungsform, die sich mehr oder weniger bewusst mit der Frage der Dualität beschäftigt. Gut – böse, richtig – falsch, oben – unten, gesund – krank, lebendig – tot, Krieg und Frieden. Wir sind entweder da oder dort, oben oder unten. Innerhalb dieser Dualitätsprinzipien haben wir auch die Kausalitäten entdeckt, wir brauchen für alle Symptome eine Ursache. Am liebsten sind uns eindeutige, lineare, hierarchisch einordenbare Ursachen. Umfassende, systemische Gedankengänge finden erst langsam ihren Weg in die westliche Wissenschaft.


PsychoNeuroImmunologie


Auf den Spuren von Aristoteles hat nun die PsychoNeuroImmunologie (PNI) seit den 60er Jahren scheinbar neue Denkweisen eröffnet, nämlich eine emergenztheoretische Sicht, die das Erkennen von größeren Zusammenhängen zum wissenschaftlichen Thema macht.


Der Kernaussage dieser PNI ist, dass die Eigenschaften des „Endproduktes“ nur bis zu einem gewissen Grad mit den Eigenschaften seiner Einzelteile übereinstimmen, dass erst durch das Zusammenspiel der Einzelteile die letztendliche Wirkung zustande kommt. 


In der ayurvedischen Medizin und Psychologie gibt es den multidimensionalen Zugang schon seit altersher. In dieser empirischen Wissenschaft vom guten, langen Leben gilt seit tausenden von Jahren, dass der Mensch eine untrennbare Einheit von Körper, Geist und Seele ist, dass alles voneinander abhängig ist und alles einander beeinflusst. Nichts kann nur auf einer Ebene geschehen. 


Ayurveda 


Ayurveda ist eine der umfassendsten, intelligenten Energielehren, die uns bekannt ist, und es wird sehr sinnvoll sein, sie in unser westliches Denken zu integrieren, denn in der Behandlung von Krebspatienten hat sich hier eine unheilige Trennung vollzogen. Wieder scheint es, als ob der Körper, der Tumor, den Ärzten gehört, die Psyche den Psychotherapeuten und die Seele den Priestern.


In der Tridoshalehre des Ayurveda steht das energetische Prinzip Vata für Bewegung, Pitta für Transformation und Kapha für die Struktur, die Fruchtbarkeit. Das Gleichgewicht der drei Dosha-s Vata, Pitta und Kapha ist die Grundlage für gute Gesundheit. Krebs entsteht erst nach einem sehr hohen Ungleichgewicht aller Dosha-s. 


Eine emotionale Krankheit


Im Ayurveda wird Krebs als eine emotionale Krankheit beschrieben. Eine umfassende Behandlung des so schwer erkrankten, völlig aus seinem Gleichgewicht gefallenen Menschen, ist dem ayurvedischen Verständnis nach absolut notwendig. Ayurveda schreibt der Entstehung von Krebs verschiedenste Ursachen zu:


  • Geistige Ursachen:

  • Unerfüllte Lebensperspektive: Menschen, die keinen Sinn oder keine Aufgabe in ihrem Leben erkennen können und voller Angst und Unbewusstheit nicht wissen, was sie tun sollen, versuchen oft auf einer inneren Ebene durch schwere Krankheit Sinn zu kreieren.

  • Unbewusstes Wachsen wollen: Die Seele/die Psyche hat Sehnsucht nach innerem, persönlichem Wachstum. Wird diesem starken, inneren Auftrag aber keine Folge geleistet, kann der Wunsch nach Wachstum sich nur auf einer somatischen Ebene ausdrücken, es kann zu einem ungeregelten Wachstum von Zellen kommen, zu Tumorbildung.

  • Die Aura ist durchlöchert: Durch Drogen- und anderen Missbrauch kann es zur Zerstörung der sogenannten Aura, eines messbaren Energiefeldes, das alle Lebewesen umgibt, kommen. Dies erlaubt zerstörerischen, negativen astralen, aber auch Erdenergien, in den Körper einzudringen.

  • Karma: Ayurveda sieht auch im Karma (Bedingungen) aus vorherigen Leben mögliche Ursachen für Krebs.

  • Als emotionale Ursachen werden Lethargie, unterdrückte Emotionen, emotionale Stagnation, Depression, Angst, Furcht, Sorgen, Ungeduld, Ärger, Hass, Reizbarkeit, Groll, Neid, Missgunst u. a. gesehen, auch ein Mangel an spirituellem Eingebundensein wird im Ayurveda als mögliche Ursachen für ein stark gestörtes Gleich-
gewicht bewertet.

  • Prajnaparada ist das Handeln gegen das eigene bessere Wissen (ja, man weiß eh, aber …) dieses wird auf der Ebene der schlechten „daily routine“ eine Rolle spielen. Alkoholabusus, Nikotinsucht, Drogen (in unserem Sinn), zu viel, zu wenig oder gestörter Schlaf, Stress, schlechte Essgewohnheiten, wie unregelmäßig, zu viel oder zu wenig, zu heiß oder zu kalt essen 

  • Schlechte Lebensmittel, wie Junk food, mit Herbiziden, Pestiziden, Insektiziden, Hormonen, Antibiotika u. a. „behandelte“, raffinierte, verdorbene oder künstliche Lebensmittel werden ebenso als Gründe für die Entstehung von Ungleichgewicht angesehen wie Umweltverschmutzung in Form von Pollution, Schwermetallbelastungen und Kontaminationen

  • Asatmya indriyartha samyoga bedeutet, die Sinnesorgane falsch zu nutzen: z. B. zu viel, zu wenig, zu laut, zu schrill, zu grell, zu hart, zu weich, zu guter Letzt kann auch 

  • Kala: die natürlichen Zeitrhythmen (Alter, Jahres, Tageszeiten) die Dosha-s stören und so das Ungleichgewicht zusätzlich erhöhen.


Die primären Tumorbildungen finden in den einzelnen Dosha-s statt und hier wiederum in den, der jeweiligen konstitutionellen Mischung entsprechenden energetischen Prinzipien (Doshas). 


Z. B.: Menschen, die im Vata Probleme haben, werden eher in Vata-dominierten Bereichen, wie Kolon, Knochen oder Haut, die „Pitta“-Typen eher in Haut, Leber, Milz, Magen, Dünndarm oder Blut manifestieren, und Menschen mit großem Kapha-Ungleichgewicht neigen zu Kapha bezogenen Tumoren, die sich in der Lunge, Brust, Gebärmutter, Schleimhäuten und Körperhöhlen manifestieren. Die Behandlungen sind entsprechend Dosha-bezogen zu gestalten.


Der Ayurveda sagt, dass sogenannte „tridosha Tumore“ unheilbar sind. Das würde z. B. bedeuten: Primärtumor in der Brust = Kapha, wenn dieser sehr aggressiv ist = Pitta, wenn sich Metastasen bilden, muss das dem Vata zugerechnet werden, so haben wir die Manifestation in allen drei Dosha-s.


Ayurvedische Psychoonkologie


Die Psychoonkologie, die sich auf 
ayurvedische Einsichten bezieht, kann nur mit einem ebenso umfassenden „Behandlungsprogramm“ arbeiten wie Ayurveda selbst. Die medizinische Ebene ist dabei nur eine der vielen Ansatzebenen. 


Ayurveda sieht den Menschen als untrennbare Einheit von Körper, Geist und Seele. Die Psychoonkologie, als psychotherapeutischer Ansatz bei der Behandlung von Krebspatienten, kann dann wirklich sinnvoll werden, wenn sie diese Tatsache anerkennt. Sie sollte sich nicht „nur“ auf die psychische Ebene beziehen, sondern immer die Bedingtheit aller Ebenen als Grundlage jeder therapeutischen Intervention bedenken, diese erkennen und zumindest berücksichtigen können.


In der Ayurvedischen Psycho-
onkologie gilt als wichtiges Gebot, den kranken Menschen genau dort abzuholen wo sein zutiefst innerer Glaube sitzt. Die Bereitschaft zur Veränderung der „daily routine“ ist allerdings Voraussetzung für eine umfassende ayurvedische Krebstherapie. So wird es in Europa schwieriger sein, eine vollkommene, ayurvedische Krebstherapie zu gestalten. Hier kann und wird diese meist nur als Zusatztherapie anwendbar sein.


Die Krebspatienten, die in eine 
ayurvedische psychoonkologische Behandlung kommen, suchen Alternativen. 


Die Frage nach der „richtigen“ Lebenshaltung steht dabei an erster Stelle. Die entsprechende Ernährung, nach den Grundregeln der Doshalehre ist ein absolutes „must“ und muss von der Psychotherapeutin beherrscht werden. Sie muss wissen, in welchem Dosha die Hauptstörung liegt, entsprechend der Krebsart, und sie muss wissen wie die schwere Gesamtstörung mit Ernährung ausbalanciert werden kann. Das Verhalten im Alltag ist als erstes zu bearbeiten, auf ganz einfachen Ebenen. Wenn jemand 50 Zigaretten im Tag raucht oder irgendeine andere chronische, krankmachende „daily routine“ lebt, ist die Persönlichkeitsstörung schon an diesen „Äußerlichkeiten“ zu erkennen. Eine psychotherapeutische Arbeit, auf welcher Ebene immer, wird keinen großen Sinn machen, solange der Mensch seinen Alltag nicht bereinigt und sich einer tieferen Einsicht seiner Persönlichkeitsstruktur stellt. In diesem Zusammenhang habe ich oft gehört: „Wenn ich das (z. B. Rauchen, krankmachende Beziehung) aufgeben muss, sterbe ich lieber.“


Die psychische Reaktion auf die Diagnose


Die meisten Krebspatienten sind von ihrer Diagnose zutiefst betroffen, und man könnte davon ausgehen, dass diese tiefe Verunsicherung per se genügen müsste, um die Bereitschaft für Veränderung zu aktivieren, allerdings reagieren alle sehr verschieden, wohl auch entsprechend ihrer prakriti/vikriti Situation (Grundkonstitution/Störung). Zwischen der Einengung des Geistes, in der nur mehr „mein Krebs und die Behandlungen“ wahrgenommen werden, bis hin zur Öffnung des Geistes, die sich im Ayurveda durch Meditation, Pranayama, Mantrasingen und viele andere spirituellen Übungen erreichen und verstärken lässt, ist eine unendliche Vielzahl an menschlichen Verhaltensweisen erkennbar. 


Manche verschließen die psychische Ebene noch rigider als vorher, werden sehr technisch und sehen eine Alternativbehandlung aus der gleichen technischen, eben noch zusätzlich zur „normalen“ schulmedizinischen Behandlung zu absolvierenden Ebene. Manche fühlen sich hilflos, ausgeliefert und ängstlich, manche verleugnen schlichtweg, alles soll so sein wie „vorher“, andere öffnen sich einer tiefen spirituellen Ebene, und für diese wird die Frage nach dem Sinn des Lebens und des Sterbens ins Zentrum rücken. 


Ayurvedische Anwendungen 


In meiner Praxis hat sich gezeigt, dass die Patienten durch die Behandlung mit Abhyanga (Ölanwendung) wesentlich berührt werden (Abb. 1). Diese Anwendung wird nach einer schulmedizinischen Behandlung durchgeführt und ist nicht mit „normalen“ Massagen zu verwechseln. Gleichzeitig von vier liebevollen Händen mit warmem Öl von oben bis unten und hinten und vorne sanft berührt zu werden, öffnet in fast allen Menschen eine tiefe frühkindliche Ebene, es ist wie im Mutterbauch, es gibt keine Forderung und keine sexuellen Verknüpfungen. Die Berührung und das warme Öl geben ein Gefühl des Wohlbefindens im eigenen Körper und eine Wahrnehmung der eigenen Lebendigkeit, sie schenken ein Gefühl der absoluten Geborgenheit, gleichzeitig von Mutter und Vater berührt zu werden, sie verbindet einerseits ein erotisch-unsexuelles Sein im „Hier und Jetzt“ mit der möglichen Öffnung zu einer spirituellen, freudvollen Erfahrung durch den eigenen Körper. Diese Behandlung kann in vielen Patienten eine tiefe Trauer auslösen, da sie vielleicht niemals so berührt worden sind, gleichzeitig ist aber eine Heilung dieses Mangels dadurch möglich, dass die Therapeuten eine lange Zeit, nämlich ca. 45 Minuten da bleiben und unbeirrt ihre Berührung fortsetzen. 


Diese Behandlung muss mit einer ayurvedischen-psychoonkologischen Therapie Hand in Hand gehen. Der erfahrene Psychotherapeut wird im Stande sein, diese leichte, „ölige“ Öffnung aufzunehmen und den Krebspatienten zu der eigenen, tief inneliegenden psychischen Problematik zu führen. Dieser Prozess erfolgt in den meisten Fällen unglaublich schnell, wozu man in einer „normalen“ Psychotherapie oft Jahre braucht, kann innerhalb einiger Tage geschehen. Und Krebspatienten haben es meist eilig.


Heilung geschieht sowohl auf der psychischen wie seelischen und vielleicht auch auf der körperlichen Ebene. Ich habe hier nur eine der vielen ayurvedischen Anwendungen he-
rausgegriffen.


Das gute Sterben


In vielen Fällen ist der größte „Erfolg“ der ayurvedischen-psychoonkologischen Behandlung das Erlangen eines tiefen, inneren Friedens, die Aussöhnung mit dem eigenen Leben und letztendlich das Annehmen der eigenen Sterblichkeit und des bevorstehenden Todes. Ayurveda, als die Lehre vom guten Leben, muss aus sich heraus auch die Lehre vom guten Sterben sein, denn das Bewusstsein des Ayurveda ist umfassend, ganzheitlich, und dazu gehört Kommen und Gehen, Ein- und Ausatmen und Geburt und Tod.


In der westlichen medizinischen und psychotherapeutischen Onkologie jedoch herrscht der Kampf vor.


Der Krieg gegen den Krebs


Der Krieg gegen den Krebs, der Kampf gegen die Krebszellen, der Kampf gegen den Tod, er wird gewonnen oder verloren. Jedes Jahrzehnt bringt neue Mittel gegen den Krebs, als „die letzte Geisel der Menschheit“ hervor, die versprechen, dass der Krebs bald endgültig besiegt sein wird. Krebszellen sind die „Anarchisten“ in unserem Körper, sie halten sich an keine althergebrachten Regeln und Grenzen, sie wollen grundlegende Veränderungen, sie können nur siegen, indem sie die Regierung stürzen. Die Regierung überlebt nur eine Weile, außer sie integriert die Forderungen der Revolution. Wenn ich nun als Krebspatientin sage, all das, was sich da in mir, in meinem Körper an Kämpfen (Kriegen) abspielt, hat nichts mit mir persönlich zu tun, ich hole eine Weltmacht (Schulmedizin) zu Hilfe, die soll eingreifen und Ordnung schaffen, dann tut diese das mit ebenso kriegerischen, aggressiven Mitteln, wie die Symptome im eigenen Körper anzuwenden scheinen. 


Wenn wir aber davon ausgehen, dass Symptome verkörperte Schattenanteile, in den Körper gestürzte Anteile einer Persönlichkeit sind, die dringend – und bei Krebs unüberhörbar – Anteilnahme fordern, dann könnte man auch den friedlichen Weg, den Weg der inneren Anteilnahme, gehen.


Ayurveda ist keine Kampftherapie 


Ayurveda ist wie die gute Mutter, die hält und wiegt, die heilt und akzeptiert. Was immer der Betroffene letztendlich durch die eigene Erkrankung erfahren will, kann nicht als Sieg oder Niederlage des Ayurveda gewertet werden. 


Symptome entstehen an Grenzen von Persönlichkeitsanteilen und Bewusstseinsebenen, gerade dort, wo man eben noch verstehen könnte. Alle Symptome versuchen, Grenzen zu erweitern.


Grenzen sollen immer schützen und bekanntes Territorium umgeben. Das heißt, das was ich in mir als bekannt integriert habe, umgebe ich mit einer Grenze: So weit kann ich gehen, denken, fühlen, sehen, verstehen und handeln, alles darüber Gehende macht Angst und wird vermieden. Da ist eine Grenze. 


Dazwischen: Das kann ich nicht, das spüre ich nicht, das weiß ich nicht …


Die alten Griechen hatten eine riesige, schreckliche Bewusstseinsschlange. Sie lag um den kleinen, bewussten Bereich eines jeden Menschen herum und schütze diesen. Auch in unserer Mythologie, in unseren Märchen, behütet der Drache die Prinzessin – alles Symbole für Grenze und Bewachung, Kampf und Sieg. Der stärkste mutige Mann (Prinz), der die neue Ebene des Bewusstseins, die Prinzessin, erobert, erreicht damit ein neues Königreich. Das „neue Königreich“ ist aber das Reich der Bewusstheit, in dem nicht Kampf und Krieg, sondern Gleichgewicht und Balance, Liebe und Akzeptanz herrscht.


Ayurvedische Psychoonkologie ist zutiefst spirituell, zutiefst umfassend, sie bewegt sich aber auch auf sehr „einfachen“ Pfaden der täglichen Routine.


Warum gerade ich?


In den Ayurvedischen Psychoonkologie Gruppen und in der Einzelarbeit taucht die Frage: „Warum gerade ich?“ immer wieder auf.


Diese Frage kann als Vorwurf, aber auch als tiefe Frage an das eigene Leben verstanden werden. Die Antworten, die jeder Mensch letzten Endes selbst finden muss, sind der Weg zur Heilung, zum Heil Sein.


Charaka beschreibt, dass geistige Krankheit durch Stärkung der Erinnerung, Wille & Entscheidungskraft (dhi, dhrti, smrti) und durch Aufbau von Achtsamkeit, mentaler Stärke und Konzentration (Meditation) geheilt wird (Charaka Sutrasthan I, 58).


Krebs als Kampf, als Krieg oder Überfall zu sehen, mag zu einem Sieg führen, aber nicht zur Heilung. Krebs als Ausdruck des persönlichen, höchsten Ungleichgewichtes zu erkennen und als Chance, dieses zu bereinigen, ist der ayurvedische Weg.


Nie ist man dem Geheimnis des Lebens so nahe wie in den Augenblicken von Geburt und Tod, dem Anfang und dem Ende einer Lebensreise. Und wer würde bei einer Reise das Ankommen, das ans Ziel kommen, wirklich als Niederlage beklagen wollen? 


Die Ayurvedische Psychoonkologie tut es nicht. n

1 Mag. pharm. Renata Mörth 
Psychotherapeutin, Psychoonkologie, Ayurvedin, Gründerin und Seniorleiterin des Ayurveda-Vereins Nexenhof, Mitglied des Beirates für Traditionelle Asiatische Medizin(TAM) im Gesundheitsministerium


Fazit für die Praxis
Die ayurvedische Psychoonkologie ist ein umfassendes, psychotherapeutisches Konzept, das die Einheit von Körper, Geist und Seele niemals außer Acht lässt und alle Verhaltensformen des Krebspatienten berücksichtigt. Die Ausgeglichenheit aller Ebenen, ist ein wesentliches Therapieziel. Es konnten nur einige Anwendungen beschrieben werden. Die ayurvedische Energielehre ist einem Weltkulturerbe gleichzusetzen, sie gehört niemandem und daher allen, und es wird eine Aufgabe der Zukunft sein, sie in eine moderne, europäische Energielehre zu transformieren.

Von Mag. pharm. Renata Mörth1, komplementärmedizin 1/2010

  • Frau Ayuverda und Psychoonkologie Ute Reh, 07.06.2016 um 10:46:

    „Wer hat diesen Artikel geschrieben?
    Bin an Brustkrebs erkrankt, lebe zur Zeit in England und möchte mich gerne mehr mit der ayurverdischen Onkologie beschäftigen.
    Danke und Grüße
    Ute“

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