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Komplementärmedizin 4. Jänner 2010

Licht und Farbe in der Medizin

Ob die Kerzen am Christbaum, der Feuerregen zu Silvester oder ein Regenbogen am Gewitterhimmel: Die Wirkung von Licht lässt uns nicht kalt. Seit der Antike ist bekannt, dass verschiedene Farben unterschiedliche Wirkungen auf den Menschen haben. Schon damals nutzte man diese Erfahrungen zur Behandlung von körperlichen und seelischen Leiden. Doch erst 1975 machten Biophysiker eine revolutionäre Entdeckung, die zur Aufklärung der Wirkungsweise beitrug: Sie fanden Licht in den Zellen, so genannte Biophotonen, die, wie sich herausstellte, maßgeblich an der Steuerung von vielen Stoffwechselvorgängen beteiligt sind. Ein Kommentar von Dr. Christian Plaue, Arzt für Allgemeinmedizin in Wien.

Licht unterstützt Funktionen

Licht ermöglicht eine blitzschnelle Informationsübertragung durch den gesamten Organismus, weit schneller als biochemische Prozesse dazu imstande sind. Nur dadurch können viele der komplexen Vorgänge und Regelkreise im Körper mit der notwenigen Geschwindigkeit gesteuert werden.

Zudem stellte man fest, dass Licht verschiedener Wellenlänge, also Farbe, unterschiedliche Funktionen unterstützen können. Als „Antennen“ wirken z. B. die DNS, Hämoglobin oder Enzyme. Auch die Bildung von Vitamin D3 oder des für den Wach-/Schlafrhythmus wichtige Melatonin werden lichtabhängig im Körper produziert.

Photonen und Lichtquanten

Über die Augen, die Haut und die Nahrung. Unsere Nahrung enthält Licht, nämlich Energie und „Lebensinformation“ die in Form von Photonen/Lichtquanten in pflanzlichen und tierischen Zellen gespeichert sind.

Wir haben zu wenig Exposition gegenüber dem Sonnenlicht, zu wenig Aufnahmefläche durch Bekleidung und essen oft Nahrung, die zu wenige Biophotonen enthält.

Erste Lichtforscher 

Der erste Forscher, der sich mit der physiologischen Wirkung von Licht auf den menschlichen Organismus grundlegend befasste, war der dänische Arzt Finsen, der 1896 in Kopenhagen ein Institut zur Erforschung der Lichttherapie gründete. Er entdeckte die Wirkung von UV-Licht bei der Behandlung von Hauttuberkulose und erkannte die Einsatzmöglichkeit von roten und infraroten Strahlen für die bessere Heilung von Pockennarben.

1903 erhielt er für seine Arbeit sogar den Nobelpreis für Medizin. Viele der heute in der Dermatologie gebräuchlichen Lichtanwendungen basieren im Wesentlichen auf seinen Forschungen.

Therapeutischer Einsatz

UV Licht
UV-Licht wird erfolgreich bei Psoriasis, Neurodermitis und Altersjuckreiz eingesetzt, auch Vitiligo und die Polymorphe Lichtdermatose (Sonnenallergie) sind sinnvolle Einsatzgebiete.

Infrarot-Licht
Infrarotes Licht wird durch seine wärmeinduzierende Wirkung bei Beschwerden des Bewegungsapparates, bei rezidivierenden Infekten, Durchblutungsförderung und zur Entspannung bei psychischer Belastung verwendet.

Tageslichtleuchten
SAD (saisonal abhängiger Depression), PMS und Schlafstörungen können durch so genannte Lichtduschen oder Tageslichtleuchten zum Einsatz, welche das gesamte Spektrum des sichtbaren Lichts abdecken, entscheidend reduziert werden.

Farben
Durch die Verwendung einzelner Farben nutzt man deren spezifische Wirkung bei unterschiedlichen Indikationen. So ist BLAU gut zur Schlafförderung, unterstützend bei Wundheilung, entzündungshemmend und juckreizlindernd, VIOLETT wird unter anderem bei Neuralgien, Ekzemen und Akne eingesetzt, ORANGE hat einen aktivierenden und depressionslindernden Effekt, aber auch die anderen Farben des sichtbaren Spektrums haben ihre spezifischen Wirkungen.

Individuelle Lichttherapie
In jüngster Zeit wurde ein neuartige Anwendung von Farblicht entwickelt, bei der eine individuelle Kombination der Grundfarben ROT, GRÜN , BLAU und GELB zum Einsatz kommen. Bei dieser Lichttherapie wird dem Organismus unter kontrollierten Bedingungen sichtbares Licht "zugeführt“, dessen "optimale“ Wellenlänge zuvor in einer individuellen Farbtypanalyse für jeden Probanden bestimmt wird. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass jeder Mensch "sein“ individuelles Absorptionsspektrum aufweist, kann eine Lichttherapie effizienter gestaltet werden, wenn zuvor der individuelle Farbtyp bestimmt wird und das korrespondierende (Farb-)Licht angewendet wird.

Forschung

Erste Studien bei Wundheilungsstörungen und Schlafproblemen konnten positive Ergebnisse erzielen, weitere klinische Forschung ist in Planung.

Fazit

So zeigen die heute vorhandenen Daten und Erfahrungen, dass Farblicht in der Medizin zukünftig mehr Einsatzmöglichkeiten bieten wird. Farblichttherapie ist nahezu frei von Nebenwirkungen, wird von Patienten subjektiv als sehr angenehm empfunden und kann die Kosten im Gesundheitswesen reduzieren.

Siehe: "Farben sind sichtbar gewordene Klänge" - Farben gezielt nützen 

 

Korrespondenz: Dr. Christian Plaue Schmidgasse 16 1080 Wien Tel.: 01/409 84 84 E-Mail:
Fazit für die Praxis

Licht und Farben, gezielt zum Einsatz gebracht, wirken in jedem Fall in jeder Hinsicht und Situation. Voraussetzung ist das Interesse und das Wissen um ihre Wirkung. Damit kann jeder diese bereits im Alltag gezielt nützen.


Will man mehr über die Hintergründe und Einsatzbereiche von den heute zur Verfügung stehenden Farbenergiesystemen wissen und lernen damit um zu gehen, stehen viele qualifizierte Ausbildungsstellen im In- und Ausland dafür bereit. Grundlegend bleibt als Qualitätskriterium fest zu halten: Je umfangreicher und dadurch zeitintensiver Ausbildungen gehalten sind, umso eher ist davon aus zu gehen, eine durchdachte, ganzheitlich orientierte Ausbildung zu absolvieren. Als Beispiel dazu möchte ich den Aura-Soma Lehrgang erwähnen.


Wir haben mit vielen, heute zum Einsatz gebrachten Systemen die Möglichkeit, unsere aktuelle Situation zu beleuchten, Hintergründe zu erkennen und dann, wenn gewünscht, uns von ihnen unterstützen zu lassen. Wie eintönig wäre unsere Welt, könnten wir sie nicht in diesen vielfältigen, wunderschönen Farben wahrnehmen! Und noch schöner und faszinierender ist es, diese bunte Vielfalt gezielt für uns zu nützen.

Dr.Christian Plaue, komplementärmedizin 4/2009

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