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Komplementärmedizin 1. Juli 2007

Analyse des Gehalts langkettiger ω-3 Fettsäuren in Fischölpräparaten

HINTERGRUND: In zahlreichen Studien wurden die verschiedensten vorteilhaften Effekte von mehrfach ungesättigten Omega 3 Fettsäuren auf Atherosklerose, Arrhythmie und Hypertriglyzeridämie nachgewiesen, was zahlreiche Gesundheitsorganisationen dazu veranlasst hat, einen täglichen Verzehr von einem Gramm Omega 3 Fettsäuren täglich für antiatherosklerotische sowie antiarrhytmische Wirkungen oder zwei bis vier g/d Omega 3 Fettsäuren zur Senkung der Plasmatriglyzeride zu empfehlen. Es sind zahlreiche Präparate auf dem Markt erschienen, welche die ω-3 PUFA-arme westliche Ernährung in Form von Kapseln ergänzen. Da diese Präparate beträchtlichen Variationen des Gehalts an langkettigen ω-3 PUFAs unterworfen sein können, haben wir neun kommerziell erhältliche Produkte bezugnehmend auf ihre Fettsäurekomposition getestet. METHODEN: Neun kommerziell erhältliche ω-3 PUFA Nahrungsergänzungsmittel wurden mittels kapillärer Gaschromatographie auf ihren Gehalt an langkettigen ω-3 PUFA untersucht. ERGEBNISSE: Die neun von uns getesteten Präparate zeigen hinsichtlich der Konzentration an langkettigen ω-3 PUFA große Unterschiede von bis zu 63,7 ± 1,58 mol % (p = 0,002) und die Meisten scheitern daran, die empfohlene Tagesdosis von einem Gramm zu erzielen, selbst wenn sie in der höchsten vom Hersteller angegebenen Dosierung verabreicht werden. Acht der Präparate enthalten entweder gleiche oder signifikant höhere langkettige ω-3 PUFA Mengen als vom Hersteller angegeben und ein Hersteller macht keine Angabe. Die höchsten Anteile an Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) wurden in Omacor® (95,80 ± 0,63%) und Percucor® (76,8 ± 7,11%) vorgefunden. KONKLUSION: Verabreichung von langkettigen ω-3 Fettsäurepräparaten kann in großen Unterschieden der tatsächlich konsumierten Menge resultieren. Daher ist es empfehlenswert, die am höchsten standardisierten und gereinigten Produkte zu verwenden.

Tobias Tatarczyk, Julia Engl, Christian Ciardi, Markus Laimer, Susanne Kaser, Karin Salzmann, Ruth Lenners, Josef R. Patsch, Christoph F. Ebenbichler, Wiener klinische Wochenschrift

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