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Dr. Holger Förster Homöopathischer Sportmediziner und regierender Ärzteweltmeister im 800m- und 1.500m-Lauf
Foto: Verena Ahne

Mag. Martin Peithner, MBA Geschäftsführer der Dr. Peithner KG

 
Komplementärmedizin 14. Juli 2009

Globuli statt Doping

Homöopathie soll vermehrt im Sport etabliert werden.

Während fast die Hälfte aller Österreicherinnen und Österreicher zumindest einmal pro Jahr zu einem homöopathischen Mittel greift, um – zumeist „banale“ – Erkrankungen wie Schnupfen und Husten zu behandeln, ist die Homöopathie im Sport kaum verankert. Die neue Woche der Homöopathie will hier Abhilfe schaffen und informierte darüber, was die Homöopathie in der Sportmedizin zu leisten vermag.

 

Seit 1994 lässt der österreichische Marktführer in der Homöopathie, die Dr. Peithner KG, im Drei-Jahres-Abstand eine repräsentative Umfrage unter rund 4.000 Personen über die Verbreitung von Homöopathie in Österreich durchführen. Wie Mag. Martin Peithner, Geschäftsführer der Dr. Peithner KG, bei einem Pressegespräch Ende März in Wien über „Homöopathie in der Sportmedizin“ informierte, ist bis zum Jahr 2000 die Zustimmung zu Globuli, Tröpfchen und Komplexmitteln nach Hahnemann’scher Zubereitungsart in der Bevölkerung stetig gestiegen und hält sich seither auf stabilem Niveau. Fast die Hälfte aller Befragten gab an, zumindest einmal pro Jahr ein homöopathisches Mittel zu kaufen und somit das in Anspruch zu nehmen, was 2,7 Prozent aller in Apotheken verkauften Packungen ausmacht bzw. 1,4 Prozent des Gesamt-Pharmamarktes.

Vor allem „banale“ Erkrankungen wie etwa Husten, Schnupfen und Heiserkeit werden gerne homöopathisch behandelt. Weniger bekannt und verbreitet sei, so Peithner, die Homöopathie für sportassoziierte Beschwerden. Nur sieben Prozent nehmen bei Verletzungen und zehn Prozent bei Gelenk- und Kreuzschmerzen Homöopathika. Peithner wies hier auf eine möglicherweise falsche Wahrnehmung hin: Denn gerade für diese Indikationen werde mit großem Abstand am häufigsten Traumeel® eingesetzt, nur den wenigsten sei bewusst, dass das eine homöopathische Salbe ist.

Im Spitzensport hingegen ist die Homöopathie inzwischen fest etabliert. Ob Thomas Muster, Hermann Maier oder Benni Raich – sie alle schwören auf homöopathische Unterstützung. Das hängt mit der Doping-Problematik zusammen: Denn schon die einfachsten Mittel etwa gegen Husten können Dopingalarm auslösen; Homöopathika hingegen sind – mit Ausnahme alkoholischer Zubereitungen oder Infusionen über 50 ml – problemlos anwendbar.

Homöopathischer Grippecocktail

So setzt Dr. Andreas Lotz, Sportmediziner und Teamarzt beim Österreichischen Skiverband, homöopathische Präparate sowohl für Sportverletzungen wie auch zur Behandlung akuter Erkrankungen wie grippaler Infekte ein. „In der Behandlung von Muskel-, Sehnen-, Bänder- und Gelenksverletzungen kommen vor allem die Komplexpräparate Traumeel® und Zeel® in unterschiedlichen Kombinationen mit weiteren Präparaten und in allen Darreichungsformen und Verwendungsbereichen von der intraartikulären Injektion bis zur topischen Auftragung zur Anwendung“, erklärte Lotz anlässlich der Woche der Homöopathie 2009. Zur Behandlung grippaler Infekte habe sich der sogenannte „Grippecocktail“ (mit je einer Ampulle Gripp-Heel, Engystol, Lymphomyosot, Echinacea forte, Multivit-B, Bepanthen und Cevitol als i.v. Mischinjektion) seit Jahren bewährt – nicht nur im Spitzensport, sondern für alle Patienten.

Vom Lampenfieber bis zu Knochenbrüchen

Auch der Sportmediziner, Kinderarzt und Spitzensportler Dr. Holger Förster verweist auf die guten Erfolge der Homöopathie bei Sport und Bewegung: Die Anwendungsgebiete reichen von den erwähnten banalen Infekten über die Behandlung von Krämpfen bis hin zur Anwendung bei Verletzungen und Brüchen als Heilungsbegleitung. „Auch für Lampenfieber vor Veranstaltungen oder die Regeneration nach Wettkämpfen ist die Homöopathie wertvoll. Und wer Misserfolge verarbeiten will, hat mit homöopathischer Unterstützung gleich gute Erfolge wie mit einer Psychotherapie“, zeigt sich Förster von dem bestehenden homöopathischen Angebot überzeugt.

Wie immer in der Homöopathie ist eine möglichst detaillierte Schilderung der Beschwerden die Grundlage der Behandlung. Es gilt, für jeden Einzelnen die individuell optimale Arznei zu finden – und dafür seien sportliche Menschen geradezu prädestiniert. Förster: „Wer Sport betreibt, ist sich über den eigenen Körper meistens sehr bewusst und weiß genau Bescheid, was wann wo weh tut und in welcher Form sich die Beschwerden äußern.“

Mit Geduld und Spucke

Das richtige, umsichtige Trainieren könne freilich auch die beste Homöopathie nicht ersetzen. „Spitzensport ist und bleibt ungesund“, gibt der regierende Ärzteweltmeister im 800- und 1500-Meter-Lauf zu. Für weniger Sportliche gilt es, hierin sind sich Förster und Lotz einig, durch gezieltes Training vor allem die mangelnde Koordinations- und Stabilisationsfähigkeit zu erhöhen – einer der häufigsten Gründe für Verletzungen –, Muskelkraft aufzubauen und Haltungsschäden auszugleichen. Wichtig seien auch richtiges Aufwärmen und „Abkühlen“. Sportlich sehr aktive Menschen wiederum müssten sich immer wieder in Geduld üben: Vor allem sollten sie auf ausreichend Zeit zur Regeneration von Muskeln und Bändern achten, besonders nach Verletzungen. Die Homöopathie könne hier in jedem Fall hilfreich begleiten.

Homöopathische Arzneien sind bei guter Lagerung – Zimmertemperatur, keine direkte Sonneneinstrahlung oder Erwärmung über 40ºC – unbeschränkt haltbar.
Die Dosierung von Globuli ist beliebig, da es keine Dosis-Wirkungs-Relation gibt, sondern es vor allem um den Impuls geht. Ein Globuli könnte zu wenig (Information auf der Schleimhaut) sein, doch zwei oder drei reichen allemal.
Die häufig gehörte Anweisung, homöopathische Mittel nur mit Holz- oder Plastiklöffel zu verabreichen, stammt aus Hahnemanns Zeiten, als Löffel noch aus Zink, Zinn oder Silber bestanden. Moderne Löffel sind kein Problem.
Magnetische Strahlung, etwa durch Handys, Mikrowelle, Musikboxen, alte Röhrenfernseher oder Computer (Abstand <0,5 m), scheinen die Wirksamkeit auszulöschen. Dazu gehört auch die Großgepäckdurchleuchtung auf Flughäfen, während die Handgepäckdurchleuchtung unproblematisch ist. Quelle: Dr. Holger Förster und Mag. Martin Peithner
Kasten 1:
Umgang mit Homöopathika
Die zehn wichtigsten Arzneien für Sportverletzungen sind (Indikationen jeweils nur eine kleine Auswahl):
• Aconitum (Schockzustände, Angst, Panik)
• Arnica (erstes Mittel bei allen akuten, oberflächlichen Verletzungen, nach Operationen, Brüchen, Verrenkung, Verstauchung etc.)
• Bellis perennis (Verletzungen der Weichteile, Blutergüsse)
• Bryonia (schmerzhafte Gelenke, Hexenschuss, sich „langsam“ entwickelnde Schmerzen)
• Hypericum (Verletzungen an Stellen mit vielen sensiblen Nerven, z.B. Hand, Lippe, Zehen)
• Ledum palustre (Verletzungen durch spitze Schläge)
• Rhus toxicodendron (Gliedmaßen-, Bänder-, Sehnen- und Muskelverletzungen)
• Ruta graveolens (Beschwerden durch Überanstrengung: Knorpel, Sehnen, Bänder, Verrenkung, Verstauchung)
• Symphytum (Knochenverletzungen)
• Veratrum album (Ohnmacht, Schock, Kollaps) Quelle: Dr. Gloria Kozel, Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für homöopathische Medizin (www.homoeopathie.at), und Dr. Holger Förster
Kasten 2:
„Die homöopathische Sport- Hausapotheke“*

Von Mag. Verena Ahne, Ärzte Woche 28 /2009

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