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Neonatologie 5. Juni 2008

Fehlbildungen häufiger bei Frühgeborenen

In einer groß angelegten Untersuchung, die in der Zeitschrift Maternal and Child Health Journal (2008; DOI 10.1007/s109950080348y) erschienen ist, bestätigen sich Ergebnisse aus früheren Studien: Frühchen kommen über zweimal häufiger mit Geburtsfehlern zu Welt. Ein Forscherteam von mehreren Institutionen – unter anderem der Hilfsorganisation March of Dimes und der Gesundheitsbehörde Centers for Disease Control and Prevention, CDC – untersuchten Lebendgeburten von der 24. bis zur 44. Woche im Zeitraum zwischen 1995 und 2000 in 13 amerikanischen Bundesstaaten, was etwa sieben Millionen Kindern oder 30 Prozent aller Geburten im fraglichen Zeitraum entspricht. Mehrlingsgeburten wurden dabei nicht berücksichtigt.
Es stellte sich heraus, dass die Wahrscheinlichkeit eines Geburtsfehlers bei Frühgeborenen mehr als doppelt so hoch war wie bei denjenigen Babys, die zum Termin geboren wurden. Waren es bei Letzteren etwa drei Prozent, so betrug der Anteil der mit Fehlbildungen geborenen unter denjenigen Kindern, die zwischen der 32. und der 36. Schwangerschaftswoche ausgetragen wurden, acht Prozent. Extreme Frühgeburten, also Geburten zwischen der 24. und 31. Schwangerschaftswoche, kamen mit einer fünfmal höheren Wahrscheinlichkeit von Geburtsfehlern zur Welt wie Normalgeborene. Die häufigsten Geburtsfehler in dieser Gruppe waren Beschädigungen des zentralen Nervensystems, wie Spina Bifida, und des HerzKreislaufsystems, wie Herzfehler (Loch im Herzen).
„Die Ursachen der meisten Geburtsfehler sind noch nicht bekannt”, so Dr. Margaret Honein vom National Center on Birth Defects and Developmental Disabilities des CDC, die die Studie geleitet hat. „Zwar ist es wahrscheinlich, dass die meisten allgemeinen Defekte durch eine Kombination aus genetischen Faktoren und Umwelteinflüssen verursacht werden, doch bleibt die Identifizierung von spezifischen Risikofaktoren im Fokus der Forschung und des öffentlichen Gesundheitswesens.”
Der Hilfsorganisation March of Dimes zufolge sind Frühgeburten, also Lebendgeburten vor Beendigung der 37. Schwangerschaftswoche, eine immer größer werdendes Problem für das nationale Gesundheitswesen. Geburtsfehler und Frühgeburten sind die hauptsächlichen Ursachen für Kindstod. ­„Diese Studie hebt die Bedeutung hervor, wie wichtig es ist, die möglichen gemeinsamen Ursachen und Risikofaktoren zu erforschen, die zu einer Frühgeburt bei den Kindern führen, die schwerwiegende Geburtsfehler haben”, erläuterte Dr. Joann Petrini, Leiterin des Perinatal Data Center der Hilfsorganisation March of Dimes und CoAutorin der Studie.

Quelle: www.springer.com

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