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Neonatologie 26. November 2007

Zu klein, zu groß, gerade richtig

Im klinischen Alltag werden in Österreich immer noch Kurven aus den 1980er Jahren verwendet, welche sich mitunter aus Geburtsdaten Neugeborener aus den 1960er und 1970er Jahren ableiten. Es erscheint daher notwendig, neue aktuelle Normwerte zur Beurteilung des somatischen Entwicklungsstands österreichischer Neugeborener festzulegen.

 Gewicht

Die Bewertung biometrischer Parameter des Neugeborenen in Bezug zum Gestationsalter ermög­licht unter Zuhilfenahme entsprechender Perzentilenkurven eine Aussage über den somatischen Entwicklungsstand Neugeborener und hilft, Risikofälle zu erkennen. Durch die Änderung der Vorsorgemedizin hat das durchschnittliche Geburtsgewicht in Österreich zugenommen.
Zur Definition der Diagnose „small for gestational age“ (SGA) bzw. „intrauterine growth restriction“ (IUGR), die eine zugelassene Indikation für eine Therapie mit bio­synthetischem Wachstumshormon darstellen, sind statistisch validierte Referenzwerte bei der Geburt notwendig. Weiter ist es wichtig, Neugeborene mit einem sehr geringen Geburtsgewicht zu identifizieren, um Defizite bei der neurologischen Entwicklung dieser Kinder rechtzeitig zu erkennen. Sowohl bei SGA- als auch bei „large for gestational age“- (LGA-) Neugeborenen besteht zudem ein erhöhtes Hypoglykämierisiko mit damit verbundener Gefahr einer Gehirnschädigung.
Die Berechnung der Perzen­tilenwerte erfolgte über Mittelwert und Standardabweichung. Es wurden in dieser Arbeit die 1., 2., 3., 4., 5., 10., 25., 50., 75., 90., 95., 96., 97., 98. und 99. Perzentilenwerte sowie ±2 SDS-Werte für das Geburtsgewicht, die Länge und das längenbezogene Geburtsgewicht für Knaben und Mädchen für vollendete 21 bis 43 Schwangerschaftswochen berechnet.

Ergebnisse

Das durchschnittliche Geburtsgewicht neugeborener Mädchen beträgt 3.276±512g, das der Knaben 3.408±548g. Mädchen sind im Schnitt knapp einen Zentimeter kleiner als Jungen. Die Frühgeborenenrate Letzterer liegt jedoch höher als bei Mädchen. Auch das längenbezogene Geburtsgewicht liegt bei den Mädchen unter jenem der Knaben. Die Rate Neugeborener mit niedrigem Geburtsgewicht (kleiner/gleich 2.499g) liegt bei Mädchen bei 5,5 Prozent und bei Knaben bei 4,7 Prozent.

Originalbeitrag mit allen Daten: Monatsschr Kinderheilkd 2007 DOI 10.1007/s00112-007-1545-2
© Springer Medizin Verlag 2007

Von Dr. Michael Mayer, PD DDr. Manfred Voigt, Prof. Dr. Klaus Schmitt

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