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Neonatologie 24. April 2007

Steiermarks Bemühungen um Säuglingssterblichkeit

In der Steiermark tragen die großen Bemühungen zur Prävention des plötzlichen Säuglingstod Früchte. Im Jahr 2006 verstarb kein einziger Säugling an SIDS.

Aus der Steiermark kommen gute Nachrichten zum Thema plötzlicher Säuglingstod (SIDS): Erstmals seit der Erfassung von Säuglingstodesfällen ist im Jahr 2006 kein einziger steirischer Säugling an SIDS verstorben, verlautbarte Prof. Dr. Reinhold Kerbl, Leiter der Steirischen Arbeitsgruppe für SIDS-Prävention in einer Pressemeldung. Damit katapultiert sich die Steiermark international ganz nach oben.

Konsequente Aufklärung

Mit ausschlaggebend für diesen Erfolg sei eine konsequente Aufklärung der Bevölkerung. Freilich gibt es den universellen Ratschlag nicht, denn trotz ausgiebiger Forschungsbemühungen wurde bis dato keine fixe Ursache identifiziert. Mittlerweile weiß man allerdings, dass eine Kombination von Regulationsschwächen des Säuglings und Umgebungsfaktoren das SIDS-Risiko deutlich steigern. Parallel mit der Sensibilisierung der Eltern für diverse Gefahrenmomente werden auch die Risikofaktoren minimiert.

Multidisziplinäre Kooperation

Durch einen von Prof. Dr. Christa Einspieler entwickelten Fragebogen, der seit 20 Jahren steiermarkweit verwendet wird, konnte erstmals eine deutliche Reduktion der SIDS-Zahlen erreicht werden. Die Bevölkerung erreichten die Initiatoren des Projektes durch eine interdisziplinäre Zusammenarbeit. Dabei arbeiteten Experten, wie etwa Pädiater, Frauenärzte, Gerichtsmediziner, Psychologinnen, Kinderkrankenschwestern, Hebammen sowie Mitglieder der Selbsthilfegruppe zusammen und nahmen desgleichen Plakate, Aufklärungsbroschüren und Videos in Anspruch. Die von der steirischen Arbeitsgruppe seit fast 30 Jahren gesammelten relevanten Informationen wurden zu einem Vorsorgeprogramm zusammengefasst und können auf der Website www.sids.at abgerufen werden. Online kann der Interessierte etwa erfahren, dass männliche Säuglinge ein rund eineinhalb erhöhtes Risiko für SIDS trifft, das sich insbesondere in der kalten Jahreszeit erhöht. Aber auch andere Gefahrenfaktoren werden ausführlich besprochen: Bauchlage und Überwärmung im Schlaf sowie Nikotinbelastung (siehe Kasten). Wichtig ist es außerdem, für eine optimale Schlafumgebung zu sorgen.

 detail

Kostenlose Kurse:
„Umgang mit dem Heimmonitor und Erste Hilfe bei Atemstillstand“ am Institut für Physiologie, Medizinische Universität Graz. Anmeldung: +43-676-78 353 11.
„Säuglingswiederbelebungskurse“,
(Österr. Rotes Kreuz) an der Univ.-Klinik für Kinderchirurgie Graz,
Anmeldung: 0316-47 1555-16419

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