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Neonatologie 4. April 2007

Sonographie schützt Babys

Ursache des plötzlichen Kindstodes könnte eine lagebedingte Minderdurchblutung des Hirnstammes sein. Deutsche Experten setzen daher auf dopplersonographische Screenings.

Wie ein Blitz aus heiterem Himmel trifft das Sudden Infant Death Syndrom (SIDS), ein Phänomen, das sich fast ausschließlich im ersten Lebensjahr ereignet, jährlich viele Familien. Plötzlich und unerwartet liegen scheinbar gesunde Säuglinge leblos in ihren Betten. Eine exakte Ursache des plötzlichen Kindstodes konnte die Wissenschaft noch nicht identifizieren, wohl aber einige Risikofaktoren ausmachen. So wurde etwa das Rauchen der Eltern als wichtiger Grund erfasst, ebenso wie Kreislaufstörungen des Säuglings aufgrund Überwärmung oder Behinderung der Atmung durch falsche Schlafpositionen. Hierzu zählt auch eine Minderdurchblutung des Hirnstammes, dem Sitz des Atem- und Kreislaufzentrums, wie sie häufig bei einem zur Seite gedrehten Kopf in Bauchlage ausgelöst wird.
Dieser Hintergrund veranlasste Bamberger Forscher zu einer seit 1998 laufenden Studie mit rund 14.200 Säuglingen mit dem Ergebnis einer neuen Empfehlung: Eine Untersuchung mittels Ultraschall könnte Risikokinder rechtzeitig erkennen und sie durch eingeleitete Vorsorgemaßnahmen schützen.
Prof. Dr. Karl-Heinz Deeg vom Klinikum Bamberg verweist darauf, dass ein einfaches dopplersonographisches Screeningprogramm der Hirnbasisarterien genügt, um gefährdete Kinder auszusortieren. Bei dem Screening wird der Blutfluss in der A. basilaris untersucht, die den Hirnstamm versorgt. Laut Deeg ist bei 1,5 Prozent aller Kinder die Blutgeschwindigkeit aufgrund einer extremen seitlichen Kopfdrehung verlangsamt und somit das SIDS-Risiko erhöht. Die gefährdeten Säuglinge wurden im Bamberger Projekt mit einem Herzatemmonitor überwacht und die Eltern angehalten ihre Schützlinge umzubetten, sobald sie eine nachteilige Schlafposition einnehmen.

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