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Neonatologie 18. Mai 2012

Fakten zum Stichwort "Frühchen"

Von einer Frühchengeburt spricht man, wenn das Baby kommt, bevor die 37. Schwangerschaftswoche beendet ist. Als sehr kleine Frühgeburten gelten sie, wenn sie vor Vollendung der 32. Woche zur Welt kommen oder unter 1.500 Gramm wiegen. Das sind etwa 1,4 Prozent der geborenen Kinder in Deutschland, wie der Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin in Fulda, Reinald Repp, sagte.

In Deutschland liegt die Rate der Frühgeburten laut der Weltgesundheitsorganisation bei 9,2 pro 100 Neugeborene. Den Babys drohen wegen ihrer nicht abgeschlossenen Entwicklung gesundheitliche Probleme. In Deutschland ist die Zahl der Frühgeburten laut Statistischem Bundesamt stabil.

Überleben - unter Umständen mit Spätfolgen

Nach Angaben der Europäischen Stiftung für Neugeborene EFCNI liegt die Überlebensrate bei Kindern mit einem Geburtsgewicht von unter 1.000 Gramm bei 66 Prozent. Die häufigsten Spätfolgen sind laut der Stiftung Entwicklungsverzögerungen, chronische Atemwegserkrankungen, motorische Störungen und Aufmerksamkeitsstörungen.

Von 200 Frühchen, die zwischen 1993 und 1998 mit einem Gewicht von unter 1.000 Gramm im Kinderkrankenhaus auf der Bult in Hannover geboren wurden, haben 173 überlebt. Eine Langzeitstudie zeigt, dass fast die Hälfte von ihnen sich normal entwickelt hat, ein gutes Drittel aber Entwicklungsdefizite hat. 16 Prozent sind heute schwerbehindert.

Jüngstes Frühchen Europas

Das in Fulda im November 2010 nach nur 21 Wochen und fünf Tagen geborene Frühchen Frieda ist laut Ärzten das jüngste Frühchen Europas. Es sei sogar weltweit kein jüngeres Neugeborenes bekannt, das überlebte. 1987 kam ein Junge in Kanada ebenfalls nach 21 Wochen und fünf Tagen zur Welt.

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