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Neonatologie 1. Jänner 2008

Ultraschall-Screening bei Neugeborenen zur Diagnose der kongenitalen Hüftdysplasie: eine populations

ZIEL: Der bildgebende Ultraschall ist eine anerkannte Methode für die Diagnose der Entwicklungs-Dysplasie der Hüfte (EDH) bzw. für das Management dieser Erkrankung. Ziel der vorliegenden Studie war es, die Ergebnisse der Daten des Neugeborenen-Screening-Programms, welches in Marburg von 1997–2005 durchgeführt wurde, zu evaluieren und mit den früher publizierten Daten aus unserer Region, in der das Programm 1985 eingeführt wurde, zu vergleichen. PATIENTEN UND METHODEN: Von den 17846 in der 9-jährigen Beobachtungsperiode in unserer Frauenklinik geborenen Neugeborenen wurden 17393 in die Studie aufgenommen. Alle Hüften wurden mittels Ultraschall in der 1. Lebenswoche untersucht. Von 2,5% der Neugeborenen waren die Daten nicht verfügbar. Die Inzidenz der sonographisch erhobenen Hüfttypen nach der Methode von Graf wurde analysiert. Außerdem wurde die Geschlechtsverteilung bzw. die Seite der Hüftpathologie erhoben. ERGEBNISSE: 34786 Hüften wurden sonographisch untersucht. 84,9% waren bei der ersten Untersuchung reif (Graf Typ Ia und Ib), 14,1% wurden als unreif (Graf Typ IIa) klassifiziert und in 1,1% wurde ein pathologischer Befund (Graf Typ IIc oder schlechter) festgestellt. Mädchen wiesen häufiger (3,9:1) einen pathologischen Befund als Knaben. Die linke Hüfte war etwas häufiger betroffen als die rechte (1,2:1). Während des Beobachtungszeitraums nahm die Anzahl der erhobenen pathologischen Befunde (Graf Typ IIc oder schlechter) um das 7-Fache ab (von 2,1% in 1997 auf 0,3% in 2005). Diese Verteilung der Hüfttypen führte zu einer durchschnittlichen Behandlungsrate von 18 Neugeborenen auf 1000 Lebendgeborene im Jahr 1997 (von 42 behandelten Hüften auf 1000 im Jahr 1997 zu 6 Hüften auf 1000 im Jahr 2005). Im gesamten Beobachtungszeitraum benötigten nur 19 Patienten eine operative Therapie der Hüftdysplasie vor dem Alter von 3 Jahren. SCHLUSSFOLGERUNG: In unserer Region scheint ein allgemeines Neugeborenen-Screening auf EDH die Gesamt-Behandlungsrate wirksam zu senken. Die Zahl der operativen Korrekturen blieb während der Beobachtungs-periode von 9 Jahren stabil, war aber in dieser Zeit niedriger als in der Zeit vor Einführung der Ultraschalluntersuchung.

Milena Treiber, Tomaž Tomažič, Andreja Tekauc-Golob, Jože Žolger, Bojan Korpar, Silva Burja, Iztok Takač, Aleksander Sikošek, Wiener klinische Wochenschrift

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