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Atemberaubende Sauberkeit

Dass ausgeprägte Innenraumhygiene bei Kindern Asthma befördern kann, ist seit mehreren Jahren bekannt. Saisonale Rhinitis, die nach Etagenwechsel in allergisches Asthma resultieren kann, wird seit dem gehäuften Auftreten der Erkrankung Anfang des neunzehnten Jahrhunderts mit ausgeprägter Hygiene in der Kinderstube in Zusammenhang gebracht. Bisher glaubte man jedoch, die mangelnde Auseinandersetzung des kindlichen Immunsystems mit potenziellen Allergenen wäre dafür verantwortlich. Eine britische Kohortenstudie mit mehr als 7.000 Kindern im Alter von sieben bis acht Jahren (The Avon Longitudinal Study of Parents and Children: ALSPAC) führt aber auf eine andere Spur: Nicht die Sauberkeit an sich, sondern die exzessive Anwendung chemischer Reinigungs- und Putzmittel während der Spätschwangerschaft und der ersten Lebensmonate scheint die Asthmaneigung des Kindes zu fördern (Eur Respir J. 2008 Vol. 31, Nr. 3)
Dafür spricht die hoch signifikante Korrelation zwischen in diesem Zeitraum verbrauchten Putzmitteln und der späteren Verminderung der Lungenfunktion und den gleichzeitig gehäuften Keuchanfällen.

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