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Kinder- und Jugendheilkunde 19. September 2006

Müdigkeit als Warnzeichen bei schnarchenden Kindern

Bei Vorsorge-Untersuchungen sollten Eltern immer auch gefragt werden, ob ihr Kind oft schnarcht. Wird die Frage bejaht, gilt es zu prüfen, ob eine Atmungsstörung, etwa ein obstruktives Schlafapnoesyndrom, vorliegt und ob behandelt werden muss.

Etwa zehn Prozent aller Kinder schnarchen häufig, wie Prof. Dr. Christian Poets aus Tübingen berichtete. Bei den meisten sei dies unbedeutend. Bei etwa jedem fünften ständig schnarchenden Kind müsse aber mit einer interventionsbedürftigen schlafbezogenen Atmungsstörung gerechnet werden. Der Verdacht auf ein Problem erhärtet sich, wenn Eltern zusätzlich zum Schnarchen weitere Auffälligkeiten angeben, sagte Poets beim Kongress der European Respiratory Society (ERS) in München. Verdächtig im Schlaf sind Atemstillstände, Anstrengungen beim Atmen oder Atmung mit ständig offenem Mund. Auch unübliche Schlafhaltungen wie überstreckter Nacken, Schlafen im Sitzen oder in Knie-Ellenbogen-Lage sind suspekt, ebenso vermehrtes Schwitzen, unruhiger Schlaf, Bettnässen, Alpträume und am Morgen Schwierigkeiten beim Wachwerden. Verdächtig am Tag sind Morgenmüdigkeit, morgendliche Verstimmungen, Kopfweh, trockener Mund und näselnde Sprache. Auch Konzentrationsstörungen, Hyperaktivität und schlechte schulische Leistungen können auf nächtliche Atmungsstörungen hinweisen. Bei schnarchenden, aber körperlich gesund erscheinenden Kindern mit solchen Auffälligkeiten rät Poets zu einer einfachen nächtlichen Pulsoximetrie zu Hause. Bei wiederholten hypoxischen Episoden sei eine Therapie angebracht. Wegen der geringen Sensitivität des Verfahrens sei ein negativer Befund bei Symptomen noch keine Entwarnung. Poets rät dann zu einer Polysomnographie. Bei einem auffälligen Befund mit einem RDI (respiratorischer Gesamtindex, Zahl von Apnoen und Hypopnoen pro Stunde Schlaf) über fünf sollte ebenfalls behandelt werden. Über die richtige Therapie bestehe noch kein Konsens. Nach Poets Angaben biete die Adenotonsillotomie die besten Ergebnisse. Bei 80 bis 90 Prozent aller Kinder ließen sich damit schlafbezogene Atmungsstörungen und ihre Folgen einschließlich schulischer Defizite anhaltend bessern, so Poets.

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