zur Navigation zum Inhalt
 

Der Frühling kommt!

Saisonale Allergien manifestieren sich bereits früher  im Jahr, die Symptome persistieren länger – daher:  Therapie rechtzeitig beginnen!

Am 20. März ist Frühlingsanfang. Pollenallergiker sollten sich jetzt schon wappnen, und Ärzte sollten daran  denken, die Medikation rechtzeitig hochzufahren. 

Wer allergisch gegen Frühblüher  ist, konnte dieses Jahr schon im Januar  den  Frühling  spüren.  Schon  blühen   Hasel und Erle, bald werden die Birken  (Foto) folgen und Pollenallergiker in die  Sprechstunden  treiben,  wie  Professor   Joachim  Saloga  von  der  Universitätsklinik Mainz im Gespräch mit Springer  Medizin berichtete.

Diagnostik und Therapie  

An  warmen  Tagen  rechnet  der  Allergologe  mit  einer  weiteren  Zunahme   des Pollenflugs. Saloga empfiehlt entsprechend  sensibilisierten  Patienten,   „rechtzeitig die Medikamente hochzu- fahren“.  Das  sei  günstiger,  als  den  Beschwerden  hinterherzuhängen,  wenn   sich  die  Entzündung  bereits  deutlich   verschlimmert habe. Damit die Patienten so gezielt reagieren könnten, müsse jedoch im Vorfeld eine entsprechende  Allergiediagnostik  durchgeführt  werden, so Saloga.

Sensibilisierung und Zunahme von  Allergenen

Städte  sind  für  Pollenallergiker  übrigens  nicht  notwendigerweise  die  „sichereren“ Aufenthaltsorte als das Land.  Laut Saloga gibt es Hinweise, dass Pollenallergene  unter  dem  Einfluss  von   Umweltgiften   vermehrt   freigesetzt   werden. Das  Zusammenwirken  von  Schadstoffen  und  Pollen  könne  außerdem  Sensibilisierung  und  Allergiesymptome verstärken. Der  Experte  warnt  vor  einer  generellen  Zunahme  von  Allergenen.  Auch ganzjährige  Allergene,  etwa Milben,  würden  sich  durch  die immer wärmeren  Wohnräume   zunehmend  aus breiten. Hinzu  kommen  neuartige  Allergene wie die Pollen des Beifußblättrigen  Traubenkrauts (Ambrosia  artemisiifolia). Angeheizt wird die Situation durch  die  Klimaerwärmung:  Immer längere Blühperioden bewirken, dass die Allergiesaison  sich  nach  vorne  und  hinten  ausdehnt.

Allergie ist keine Kinderkrankheit

Die  veränderte  Dauer  allergischer  Erkrankungen  betrifft  auch  die  Lebenszeit: Früher galten Allergien als Krankheit des jungen Menschen. Auch heute  beginnt die Erkrankung typischerweise  im (frühen) Schulalter. Etliche Patienten entwickeln jedoch  erstmals im Alter über 60 Jahren Symptome  einer  Allergie,  die  nachweislich  auf eine Sensibilisierung zurückgehen.  Saloga  macht  die  Zunahme  ungünsti- ger  Umwelteinflüsse  und  die  verbesserte  Hygiene  für  diese  „Spätentwickler“  verantwortlich.  Eine  Rolle  spielt  wohl  auch  die  zunehmende  Vitalität   älterer Patienten, deren Immunsystem  länger aktiv bleibt.

Spezifische Immuntherapie

Ob jemand schon in der Schulzeit oder  erst  in  der  Rente  erkrankt,  macht  für   die  Allergietherapie  prinzipiell  keinen  Unterschied.  Das  gilt  sogar  für   die  spezifische  Immuntherapie,  die   idealerweise zu Beginn einer Allergie -  „Das  chronologische  Alter  ist  kein   Hindernis  für  eine  Hyposensibilisierung“, so Saloga. 

Quelle:  Ärzte Zeitung Erstpubliziert am  17. 3. 2014  Autorin: Beate Schumacher  karriere  durchgeführt  werden  sollte.   

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben