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Kinder- und Jugendheilkunde 31. Oktober 2015

Homöopathie wird in Deutschland immer beliebter

Die Vorliebe der Deutschen für homöopathische Arzneimittel  hat in den vergangenen Jahren kontinuierlich zugenommen. 

Homöopathika machen inzwischen einen merklich Anteil am Umsatz rezeptfreier Arzneimittel in Apotheken  aus. So entfielen nach Zahlen des Bundesverbandes der Arzneimittelhersteller (BAH) im Jahr 2013 acht Prozent  auf diese Präparategruppe, insgesamt 482 Millionen Euro.

Rezente Umfrage

Die Beliebtheit von Homöopathika  spiegelt sich auch in einer aktuellen bevölkerungsrepräsentativen Studie  des Instituts für Demoskopie Allensbach wider, die der BAH in Auftrag gegeben hat. Dabei wurden 1503 Personen zu Bekanntheit, Verwendung und Image von homöopathischen Arzneimitteln befragt. Zusammenfassend lässt sich aus der Umfrage ablesen, dass der Kreis der  Nutzer in den vergangenen fünf Jahren  von 53 Prozent auf 60 Prozent der Bevölkerung gewachsen ist. Selbst unter  den 40  Prozent derjenigen Befragten,  die noch keine Homöopathika genommen haben, sind 28 Prozent mögliche  Anwender und nur zwölf Prozent entschiedene Ablehner.

Bekanntheit  

Richte man den Blick noch weiter zurück in die Vergangenheit, werde die zunehmende Verbreitung homöopathischer Arzneimittel noch deutlicher,  so Dr. Steffen de Sombre vom Allensbacher Institut bei der Vorstellung der Studie beim BAH in Bonn: „1970 nutzten in Westdeutschland gerade einmal 24  Prozent Homöopathika. Von Homöopathika gehört hatten vor rund  45 Jahren etwa 76 Prozent, inzwischen  sind es über 90 Prozent, und zwar in allen untersuchten Teilgruppen  Männer wie Frauen, Ostwie Westdeutsche, Jüngere wie Ältere, gut oder weniger  gut Gebildete.“ Ähnlich geblieben wie vor fünf Jahren bei einer vergleichbar angelegten Befragung ist das Ergebnis, dass überdurchschnittlich viele Frauen zu den Nutzern von Homöopathika gehören. Im Vergleich zu 2009 gestiegen  ist de Sombres Ausführungen zufolge wiederum der Anteil derer, die von persönlichen positiven Heilerfahrungen berichten. Fast neun von zehn Verwendern haben demnach entsprechende Präparate schon geholfen, darunter 48  Prozent, die dies ohne Einschränkung zu Protokoll gaben.  

Vor allem gegen Erkältungen

Bezogen auf die Gesamtbevölkerung  sind das 29 Prozent versus 24 Prozent vor fünf Jahren. Mit Abstand am häufigsten erfolgreich eingesetzt wurden Homöopathika gegen Erkältungen  und grippale Infekte. Bei der genaueren Betrachtung  der überzeugten Anwender zeigte  sich wieder, dass sich darunter überdurchschnittlich viele Frauen befinden sowie Personen zwischen 45 und  59 Jahren, viele Anwender aus Bayern  und Baden-Württemberg sowie viele Menschen mit höherer Schulbildung  und mit GKV- plus privater Zusatzversicherung. Insgesamt zeigte sich auch gut ein Drittel der Befragten überzeugt,  dass homöopathische Arzneimittel in Deutschland in Zukunft noch an Bedeutung gewinnen werden (35  Prozent), nur zwei Prozent gehen von einer geringeren Bedeutung aus.

Gut wirksam, nebenwirkungsarm

„Zur weiteren Verbreitung von Homöopathika dürften zum einen die bereits gemachten vielen positiven Heilerfahrungen beitragen und zum anderen, dass der Weg zu diesen Arzneimitteln  zumeist über persönliche Empfehlungen aus dem nahen Bekanntenkreis führt noch vor der Verordnung durch  Arzt oder Heilpraktiker oder die Empfehlung aus der Apotheke“, folgert  de Sombre aus den Daten. Zu diesem Multiplikatoreffekt komme hinzu, dass homöopathische Arzneimittel als besonders nebenwirkungsarm (65  Prozent), gut verträglich (51  Prozent) und auch für Kinder gut geeignet  (45  Prozent) in der Bevölkerung wahrgenommen würden. Unter den Anwendern ist der Anteil derjenigen, die dieser Ansicht sind, sogar noch deutlich höher. 

Erstpublikation: Ärzte Zeitung,  29. 10. 2014  Redakteurin: Ruth Ney

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