zur Navigation zum Inhalt
Abb. 1 Ultraschallgesteuerter Kammerscheidewand-Defekt-Verschluss
 
Kinder- und Jugendheilkunde 31. August 2015

Echokardiografie: Ultraschall erspart den Kindern belastende Eingriffe

Das „Herzecho“ wird mit zunehmendem technischem Fortschritt immer präziser. 

Etwa eines von 100 Babys kommt  mit einem Herzfehler zur Welt. Die  Fehlbildungen reichen von kleinen  Löchern in der Herzscheidewand bis  hin zu falschen Anlagen der Herzgefäße, die unbehandelt zum Tod  führen. Doch heute erreichen bis zu  90  Prozent aller herzkranken Kinder  das Erwachsenenalter. Angeborene  Herzfehler erkennen und untersuchen Ärzte meist mittels Ultraschall.  Die „Echokardiografie“ schont nicht  nur die kleinen Patienten, sie ist auch  technisch hoch entwickelt. Wie Kindern mit Herzfehlern damit zunehmend belastende Eingriffe  erspart bleiben, erklärten Experten  der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) auf  der Pressekonferenz im November  2014 in Berlin.

Kinder, die mit einem  Herzfehler auf die Welt kommen,  müssen oftmals direkt nach der Geburt oder in den ersten Lebenswochen behandelt und häufig auch  operiert werden. „Zur Planung der  Therapie brauchen wir möglichst  exakte Informationen über den Herzfehler“, erklärt DEGUM-Expertin Dr.  med. Ulrike Herberg, Kinderkardioogin am Universitätsklinikum Bonn.  Und dabei kommt der Untersuchung  des Herzen mit Ultraschall eine entscheidende Rolle zu. „Nahezu alle  Herzfehlbildungen können heute  mittels Ultraschall korrekt diagnostiziert werden“, so Herberg. Statistiken  zeigen, dass diagnostische Herzkatheteruntersuchungen an Bedeutung verlieren. Anders als Kernspintomografie  und Herzkatheter, die ebenfalls der  Diagnose von Herzfehlern dienen,  kann der Ultraschall – wenig zeit- und  kostenintensiv – überall durchgeführt  werden. Die Kinder brauchen weder  eine Narkose, noch sind sie – anders  als bei der Katheteruntersuchung –  dem Risiko durch Röntgenstrahlung  ausgesetzt. Auch bei Operationen  oder Eingriffen mittels Herzkatheter  nutzen die Ärzte die Echokardiografie. „Die Ultraschall-Steuerung trägt  dazu bei, mit möglichst wenig Strahlung oder sogar gänzlich ohne Röntgenstrahlung auszukommen“, erklärt  Herberg. Das Bild, das die Ärzte beim „Herzecho“ auf dem Bildschirm sehen,  wird mit zunehmendem technischen  Fortschritt immer präziser. Dadurch  erkennen die Spezialisten die Details des Herzens wie Herzklappen,  Herzscheidewand oder zu- und abführende Blutgefäße. Sie sehen live  wie das Herz pumpt und wie sich  die Herzklappen öffnen und schließen. Mit der sogenannten Dopplerfunktion des Gerätes können sie  den Blutfluss sichtbar machen. Die  dreidimensionale Echokardiografie  ermöglicht es Ärzten heute, Fehlbildungen plastisch darzustellen und  sogar Situationen im Operationssaal  zu simulieren. „Für uns Kinderkardiologen ist  die Behandlung von Kindern mit  angeborenen Herzfehlern ohne die  Echokardiografie undenkbar“, so  Herberg.   

pup3_abb2_ultra

Abb. 2 Kammerscheidewanddefekt vor Verschluss

pup3_abb3_ultra

Abb. 3 Kammerscheidewanddefekt nach Verschluss
(c) beide: Universitätsklinkum Bonn

 

Quelle: Deutsche  Gesellschaft für  Ultraschall in der  Medizin,  9. 11. 2014;  www.degum.de

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben