zur Navigation zum Inhalt
 

Kosmetik transparent-Studie 2015

Das Bewusstsein der Österreicher für Sonnenschutz steigt. 

Sonnenschutz hat für die Österreicher einen hohen Stellenwert. 32 Millionen Euro gaben sie 2014 für Sonnenkosmetik aus. Dennoch zeigt eine  Studie von Kosmetik transparent,  dass der Wissensstand über den richtigen Umgang mit der Sonne lückenhaft ist.  

Markt für Sonnenkosmetik  weiterhin stark  

Der Markt für Sonnenkosmetik verzeichnet 2014 im Vergleich zum Vorjahr ein leichtes Minus von rund einem  Prozent. Allerdings ist der Markt in den  Vorjahren um bis zu sieben Prozent  gestiegen und befindet sich auf einem  hohen Niveau. „Das deutet auf ein zunehmendes Bewusstsein der Österreicher für Sonnenschutz hin. Die Österreicher greifen außerdem vermehrt zu  Produkten mit höherem Lichtschutzfaktor (LSF). Waren vor zehn Jahren  Präparate mit einem durchschnittlichen LSF zehn gebräuchlich, sind es  heute Produkte mit einem Faktor zwischen 20 und 30“, betont Ing. Gerhard  Gribl von Kosmetik transparent, einer  Informationsplattform der Markenkosmetik-Hersteller.  Das zeigt auch die aktuelle Studie:  Rund 40 Prozent der Österreicher verwenden Sonnenschutzprodukte mit  einem hohen Lichtschutzfaktor von  30 bis 50, etwa ein Drittel bevorzugt  Produkte mit einem LSF von 15 bis 25.

Gebräunte Haut ist noch immer „in“

Die aktuelle Studie macht außerdem  deutlich: Noble Blässe ist „out“, gebräunte Haut steht hoch im Kurs. So  gefallen sich 42  Prozent der Österreicher braun gebrannt am besten.  Und für jeden Zweiten gehört Sonnenbräune zum Urlaub dazu. Doch  die Zeiten des ungeschützten Bratens in der Sonne sind vorbei: Rund  die Hälfte der Befragten gibt an, sich  vor dem Sonnenbaden immer gut  einzucremen, ein Drittel tut dies zumindest teilweise. Und immerhin ein  Viertel verwendet Sonnenschutz bei  allen Aktivitäten außer Haus während  der warmen Jahreszeit. Jeder zweite  Österreicher meidet die Mittagssonne und 22 Prozent liegen generell nur  im Schatten. Auffallend ist, dass der  Sonnenschutz der Kinder einen höheren Stellenwert hat, als der eigene:  So cremen 70  Prozent der Befragten  ihre Kinder immer gut ein, aber nur  47 Prozent denken dabei an den eigenen Schutz vor der Sonne.

UVA- und UVB-Symbol weitgehend  unbekannt

Rund zwei Drittel der Österreicher  kennen das UVA- und UVB-Symbol auf  Sonnenschutzprodukten  nicht. „Damit  hat sich der Wissensstand der Österreicher zur UVA- und UVB-Kennzeichnung stark verschlechtert“, so Gribl.  In einer Kosmetik transparent Studie  2011 kannten „nur“ rund 33 Prozent die  Zeichen nicht. Gribl: „Grundsätzlich gilt:  UVA-Filter schützen vor langfristigen  Schäden, Sonnenallergien und frühzeitiger Hautalterung, UVB-Filter vor Sonnenbrand. Der UVA-Schutzfaktor muss  mindestens ein Drittel des UVB-Schutzfaktors betragen. Sonnenschutzprodukte, die dieses Verhältnis aufweisen,  dürfen das UVA-Siegel tragen.“  

Eigenschutz der Haut ist nicht  ausreichend

Im Sommer führt die Sonneneinstrahlung zu einer Verdickung der Hornschicht, die Pigmentierung nimmt zu  und wird als Bräune sichtbar. Damit  erhöht die Haut zwar ihren Eigenschutz, doch UV-Strahlung, Salzwasser und Wind trocknen die Haut aus,  wodurch UV-Licht intensiver in die  Haut eindringen kann. Daher ist es  wichtig, dass effektive Produkte während und nach der Sonne neben der  reinen UV-Filterleistung auch eine  optimale Hautpflegeleistung bieten.  „Weltweit steigt die Rate für weißen  Hautkrebs jährlich um zehn Prozent.  

Die Gefahr, daran zu erkranken, korreliert sehr hoch mit der Anzahl an  Sonnenbränden, insbesondere in der  Kindheit. Daher ist Vorbeugung besonders wichtig“, so Dr. Ludger Kolbe,  Chief Scientist Photobiology Beiersdorf, Beiersdorf AG.  

Anwendungsfehler

Der häufigste Anwendungsfehler  ist das Auftragen einer zu geringen  Menge an Sonnenschutz. In der Praxis wird meist nur die Hälfte der empfohlenen 2 mg/cm² genützt. Damit  kann der angegebene Schutz nur zu  einem Bruchteil gehalten werden.  Das Auftragen eines Sonnenschutzes  verhindert wohl gut die lichtbedingte  Rötung, sodass die Verweildauer in  der Sonne zunimmt. Andere schädliche Konsequenzen, etwa des UVA- Bereichs, bleiben oft unbeachtet.  Sonnenschutz sollte immer eine  Ergänzung zu einem vernünftigen  und maßvollen Umgang mit der Sonne bleiben. Hinzu kommt, dass oft zu  wenig nachgecremt wird. Ein gewisser Verbrauch durch Schweiß, Abrieb  und die Hauterneuerung ist stets  gegeben. Deshalb sollte regelmäßig  nachgecremt werden. Die errechnete Verweildauer verlängert sich da - durch aber nicht, sondern wird nur  gesichert. „Auch wenn Sonnenschutz  sofort wirkt, sollte man sich Zeit zum  sorgfältigen Auftragen und Verteilen  des Produktes nehmen. Idealerweise  sollte die Textur vor dem Ankleiden  bereits eingezogen sein“, erklärt Dr.  Veronika Lang, Allgemeinmedizinerin  und Med.-Wissenschaftliche Leitung  L’Oréal Österreich, Division Cosmétique Active.

Sonnenschutz für Kinder

Kinderhaut ist aus mehreren Gründen äußerst sonnenempfindlich: Die  Haut ist wesentlich dünner als  die  der Erwachsenen. Die Fähigkeit, eine  schützende Lichtschwiele und ausreichend Pigment zu bilden, muss  sich erst noch im Laufe der Jahre  entwickeln. Im ersten Lebensjahr  sollten Kinder der Sonne überhaupt  nicht ausgesetzt werden, sondern mit  Kleidung und Sonnenschirm vor direkter Sonnenbestrahlung geschützt  werden. Es gibt Produkte, die speziell  auf die Anforderungen von Kindern  abgestimmt sind. Diese betreffen vor  allem die Textur, die Wasserfestigkeit,  die pflegenden Eigenschaften und  die Verteilbarkeit. Das Produkt sollte  auch gut verträglich sein

Bericht: Mag. Tanja  Fabsits

Quelle: Kosmetik transparent  Seminar, Wien,  28. April 2015 Kinderhaut ist äußerst sonnenempfindlich, ausreichender und anhaltender Sonnenschutz  daher überaus wichtig. © Ramona Heim / fotolia.com Pädiatrie & Pädologie 3  ·  2015 119 aktuell Die Gefahr, daran zu erkranken, korreliert sehr hoch mit der Anzahl an  Sonnenbränden, insbesondere in der  Kindheit. Daher ist Vorbeugung besonders wichtig“, so Dr. Ludger Kolbe,  Chief Scientist Photobiology Beiersdorf, Beiersdorf AG.  Anwendungsfehler Der häufigste Anwendungsfehler  ist das Auftragen einer zu geringen  Menge an Sonnenschutz. In der Praxis wird meist nur die Hälfte der empfohlenen 2 mg/cm² genützt. Damit  kann der angegebene Schutz nur zu  einem Bruchteil gehalten werden.  Das Auftragen eines Sonnenschutzes  verhindert wohl gut die lichtbedingte  Rötung, sodass die Verweildauer in  der Sonne zunimmt. Andere schäd - liche Konsequenzen, etwa des UVA- Bereichs, bleiben oft unbeachtet.  Sonnenschutz sollte immer eine  Ergänzung zu einem vernünftigen  und maßvollen Umgang mit der Sonne bleiben. Hinzu kommt, dass oft zu  wenig nachgecremt wird. Ein gewisser Verbrauch durch Schweiß, Abrieb  und die Hauterneuerung ist stets  gegeben. Deshalb sollte regelmäßig  nachgecremt werden. Die errechnete Verweildauer verlängert sich da - durch aber nicht, sondern wird nur  gesichert. „Auch wenn Sonnenschutz  sofort wirkt, sollte man sich Zeit zum  sorgfältigen Auftragen und Verteilen  des Produktes nehmen. Idealerweise  sollte die Textur vor dem Ankleiden  bereits eingezogen sein“, erklärt Dr.  Veronika Lang, Allgemeinmedizinerin  und Med.-Wissenschaftliche Leitung  L’Oréal Österreich, Division Cosmé - tique Active. Sonnenschutz für Kinder Kinderhaut ist aus mehreren Grün - den äußerst sonnenempfindlich: Die  Haut ist wesentlich dünner als  die  der Erwachsenen. Die Fähigkeit, eine  schützende Lichtschwiele und aus - reichend Pigment zu bilden, muss  sich erst noch im Laufe der Jahre  entwickeln. Im ersten Lebensjahr  sollten Kinder der Sonne überhaupt  nicht ausgesetzt werden, sondern mit  Kleidung und Sonnenschirm vor direkter Sonnenbestrahlung geschützt  werden. Es gibt Produkte, die speziell  auf die Anforderungen von Kindern  abgestimmt sind. Diese betreffen vor  allem die Textur, die Wasserfestigkeit,  die pflegenden Eigenschaften und  die Verteilbarkeit. Das Produkt sollte  auch gut verträglich steigt.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben