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„Skoliose ist keine Haltungsschwäche“

Wirbelsäulen-Behandlung und frühzeitiges Screening führen zum Erfolg

Tausende Österreicher leiden an Skoliose. Diese Verformung der Wirbelsäule entsteht zwar im jugendlichen Alter, hat aber nichts mit dem Tragen schwerer Schultaschen oder Haltungsschwäche zu tun. Die Ursache ist unklar.

Bei der Skoliose handelt es sich um eine Deformität der Wirbelsäule mit fixierter Seitausbiegung, Torsion der Wirbel und Rotation des Achsenorgans. So steht es im Kapitel „Kinderorthopädie“ des Springer-Standardwerks „Pädiatrie“. Siehe dazu den Literaturtipp auf dieser Seite. Tausende Österreicher haben eine Skoliose. Experten raten zu einer vielschichtigen Therapie. Das Orthopädische Spital Speising in Wien genießt hierbei ein hohes Ansehen, da Experten aus unterschiedlichen Fächern zusammenarbeiten.

Ca. 0,5 Prozent der Bevölkerung, also rund 40.000 Österreicher, leiden an einer mittelstarken oder starken Ausprägung der so genannten „idiopathischen adoleszenten Skoliose“. Die Skoliose ist eine seitliche Verkrümmung und Verdrehung der Wirbelsäule.

Psychologische Betreuung

„Idiopathisch heißt, dass die Ursache unklar ist“, sagt Dr. Rudolf Ganger, der Leiter der Kinderorthopädie-Abteilung in Speising. „Diese Art der Skoliose entsteht im Jugendlichenalter, so zwischen 10 und 16 Jahren, hat aber nichts mit einer Fehlhaltung, Haltungsschwäche oder etwa dem Schultaschentragen zu tun“, erklärt Ganger.

Ist die Verkrümmung höher als 20 Grad ist jedenfalls eine Therapie notwendig, betont der Experte. In einer ersten Phase wird meist empfohlen, ein Korsett zu tragen, was Jugendliche oft ablehnen. Im Orthopädischen Spital Speising werden die Jugendlichen in dieser Phase durch Psychologen beraten. In einer zweiten Stufe, wenn die Skoliose stärker ausgeprägt ist, muss oft operiert werden.

„Je jünger die Patienten sind, desto besser und stärker kann die Skoliose begradigt werden“, sagt Prof. Dr. Michael Ogon, Leiter der Wirbelsäulenabteilung in Speising (III. Orthopädische Abteilung). Begründung: „Eine höhergradige Skoliose von mehr als 50 Grad nimmt auch im Erwachsenenalter langsam weiter zu.

Im Mai 2014 eröffnete in der Orthopädischen Spezialklinik ein Wirbelsäulenzentrum, in dem Orthopäden aus den unterschiedlichen Richtungen zusammenarbeiten. Der Patient wird von zwei Ärzten betreut, einerseits dem chirurgisch tätigen Orthopäden, andererseits die mit konservativen Methoden vertrauten Spezialisten.

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