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Adipositasprävalenz und motorische Leistungsfähigkeit bei Tiroler Kindergartenkindern

Grundlagen

Die kindliche Bewegungswelt hat sich in den letzten Jahrzehnten grundlegend verändert. Als Folge nimmt die motorische Leistungsfähigkeit ab, wobei besonders Kinder mit Übergewicht und Adipositas betroffen sind. Die vorliegende Studie untersucht den Einfluss des Body Mass Index (BMI) auf die motorische Leistungsfähigkeit von Kindergartenkindern.

Methodik

In einer Querschnittsuntersuchung wurden aus 41 Kindergärten in Tirol (Österreich) 4- bis 5-jährige Kinder (n = 1063) rekrutiert. Anhand eines deutschen überregionalen BMI-Referenzsystems wurden 4 BMI-Gruppen gebildet: Gruppe I (anorex/untergewichtig), Gruppe II (normalgewichtig), Gruppe III (übergewichtig) und Gruppe IV (adipös). Die Beurteilung der motorischen Leistungsfähigkeit erfolgte anhand des Karlsruher Motorik-Screenings (KMS 3- 6).

Ergebnisse

Von den 1063 Kindergartenkindern (550 ♂; 513 ♀) waren 7,6 % (n = 81) übergewichtig und 5,5 % (n = 58) adipös. Die Ergebnisse zeigen, dass unter- und übergewichtige Kindergartenkinder sich nicht von normalgewichtigen unterscheiden, adipöse Kinder aber hochsignifikant schlechtere motorische Leistungen aufweisen (p < 0,001).

Schlussfolgerungen

Die Prävalenz von übergewichtigen und adipösen Tiroler Vorschulkindern ist durchaus vergleichbar mit jener in Nicht-Berggebieten von Österreich und Deutschland. Das Ergebnis, dass nur adipöse Kinder eine verminderte motorische Leistungsfähigkeit aufweisen, legt nahe, dass einer gezielten Bewegungsförderung im Vorschulalter, unter ganz besonderer Berücksichtigung von Kindern mit Risiko zu Adipositas, zukommen sollte. Neben dem Elternhaus stellen Kindergärten das ideale Setting für Interventionsmaßnahmen dar.

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