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Kinder- und Jugendheilkunde 27. Februar 2014

Einfluss des Migrationshintergrundes auf den Gewichtsstatus und die motorische Leistungsfähigkeit bei Kindergartenkindern

Grundlagen: Die motorische Leistungsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen ist häufig unbefriedigend. Wir untersuchten, ob es bereits im Kindergartenalter Unterschiede hinsichtlich der motorischen Leistungsfähigkeit in Abhängigkeit vom Migrationsstatus der Kinder gibt.

Methodik: Aus 41 Tiroler Kindergärten wurden insgesamt 1063 vier- bis fünfjährige Kinder rekrutiert. Als Indikator für einen Migrationshintergrund wurde die zu Hause gesprochene Sprache (nichtdeutsche Muttersprache) herangezogen. Der Body Mass Index (BMI) wurde unter Verwendung eines deutschen BMI Bezugssystems berechnet. Zur Erfassung der motorischen Leistungsfähigkeit wurde das Karlsruher Motorik-Screening (KMS) durchgeführt.

Ergebnisse: Von 1063 Vorschulkindern hatten 265 einen Migrationshintergrund. Die KMS Gesamtscores waren bei Kindern mit Migrationshintergrund (97,5 ± 5,9 Punkte) niedriger als bei Kindern ohne Migrationshintergrund (100,8 ± 6,6 Punkte, p < 0,001). 21,1 % der Kinder mit Migrationshintergrund waren übergewichtig oder adipös, im Vergleich zu 10,4 % der Kinder ohne Migrationshintergrund (p < 0,001).

Schlussfolgerungen: Diese Untersuchung zeigte, dass sich die motorische Leistungsfähigkeit von Kindergartenkindern in Abhängigkeit vom Migrationsstatus signifikant unterscheiden. Es erscheint daher ratsam, vermehrt Bewegungsfördermaßnahmen in Kindergärten anzubieten. Im Brennpunkt stehen dabei insbesondere Kinder mit Migrationshintergrund.

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